Odenwald

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Name

Ob der Name Odenwald von 'Odins Wald' abgeleitet ist, ist umstritten. Eine weitere Namensdeutung sieht einen Zusammenhang zwischen dem Namen Odenwald und der Bezeichnung der ehemaligen römischen Verwaltungseinheit Civitas Auderiensium, die unter anderem den Norden des Gebirges umfaßte und nach einem Stamm der Auderiensier benannt sein könnte.

Lage

Karte
140px|none|Lage des Odenwalds in Deutschland

Der Odenwald liegt zwischen der Oberrheinischen Tiefebene mit der Bergstraße im Westen und dem Main und dem Bauland im Osten. Er erstreckt sich zwischen der Rhein-Main-Ebene bei Darmstadt im Norden und dem Kraichgau im Süden. Südlich des Neckartals liegt der 'Kleine Odenwald'. Der Norden und der Westen des Odenwaldes liegen in Süd-Hessen, im Osten und im Süden erstreckt er sich nach Unterfranken und Baden.

Berge

Geologie

Der Odenwald gehört mit vielen Mittelgebirgen Deutschlands zum variszischen Gebirge, das sich vor mehr als 300 Millionen Jahren im Devon durch große Teile Europas zog. Auslöser der Gebirgsbildung war die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika.

In der Trias Trias vor ca. 200 Millionen Jahren senkte sich das Land wieder, und es bildete sich das so genannte 'Germanische Becken', in dem sich meterdicke Schichten des roten Buntsandstein-Sediments ablagern konnten. Diese wurden später durch die Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers überdeckt, gefolgt von den Sedimenten der Keuperzeit. Das süddeutsche Schichtstufenland bildete sich.

Als sich das Land im Bereich des heutigen Odenwalds vor etwa 180 Millionen Jahren wieder hob, wurden mehrere 100 m der Sedimentschicht z.T. bis auf das Grundgebirge wieder abgetragen, wie es im Westen des Odenwalds noch zu sehen ist. Im östlichen Odenwald ist von den Sedimentpaketen nur der rote Buntsandstein übrig geblieben. Weiter östlich im Bauland sind die Muschelkalkablagerungen über dem Buntsandstein noch nicht abgetragen.

Vor ungefähr 60-50 Millionen Jahren bildeten sich Vulkane entang der großen geologischen Störungszonen. Einer der erhaltenen Reste ist der Otzberg, ein anderer der Katzenbuckel. Entlang der Störungen haben sich die Flüsschen Gersprenz und Weschnitz teilweise ihre Flussbetten gegraben.

Etwa zur gleichen Zeit begann die mitteleuropäische Platte aufzureißen, sodass der Rheintalgraben einbrach und die Hessische Senke entstand. Während sich der Rheintalgraben heute noch mit knapp einem Millimeter pro Jahr absenkt, wurde der Odenwald relativ dazu in seine heutige Höhe gehoben. Der Rheintalgraben ist Teil eines Grabenbruchs, der vom Mittelmeer bis nach Norwegen reicht. Direkt am Odenwaldrand ist er ca. 2500 m tief, aber bis auf die heutige Höhe aufgefüllt mit jungen Fluss- und Meeressedimenten, denn noch vor etwa 20 Millionen Jahren reichte die Nordsee über die Wetterau-Senke bis herunter in das Rheintal.

Kreisstädte

Erbach (Odenwald) (Odenwaldkreis), Heppenheim (Kreis Bergstraße), Miltenberg (Landkreis Miltenberg), Mosbach (Baden) (Neckar-Odenwald-Kreis), ...

Landkreise

Kreis Bergstraße, Odenwaldkreis, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Landkreis Miltenberg, Main-Tauber-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, Rhein-Neckar-Kreis, Stadt Heidelberg

Eisenbahnen im Odenwald

Tourismus

thumb|Klettersteig im Steinbruch Hainstadt

Legende, Mythologie

Im Nibelungenlied (siehe auch Nibelungensage) wird Siegfried im Odenwald getötet. Da kein genauer Ort überliefert ist, streiten sich zahlreiche Gemeinden des hessischen wie des südlichen Odenwalds um das Recht sich Mordstätte Siegfrieds nennen zu dürfen.

Siehe auch

Dialekte:Odenwälderisch, Odenwäldisch, Hessisch, Kurpfälzisch
Historische Territorialzugehörigkeiten: Kurpfalz, Kurmainz
Weitere bemerkenswerte Orte: Fürth (Odenwald), Michelstadt, Birkenau

Weblinks

See also: Odenwald, 1882, 1887, 1895, 1901, 1904, 1905, 1954, 1963, 1973