Odenwaldbahn

thumb|250px|Karte mit Verlauf der Odenwaldbahn Die Odenwaldbahn ist eine eingleisige Nebenbahn von Darmstadt nach Eberbach am Neckar, die den Odenwald durchquert und erschließt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Streckenführung gingen mehrjährige Diskussionen voraus, die insbesondere durch lokalpolitische Interessen geprägt waren. Insbesondere Darmstadt wollte eine Strecke durch das Gersprenztal über Reinheim, Brensbach, Höllerbach und das Kinzigtal ins Mümlingtal. Schließlich wurde als Kompromiss die später ausgeführte Strecke gewählt, die von Wiebelsbach-Heubach, wo der Abzweig nach Babenhausen erfolgt, nach Reinheim führt. So sollte der Verkehr aus dem Odenwald in die Residenzstadt Darmstadt fließen und nicht daran vorbei über Dieburg in den Frankfurter Raum.

Mit dem Bau der Odenwaldbahn wurde im Sommer 1868 die Hessische Ludwigsbahn-Gesellschaft beauftragt. Schon im September 1868 begannen die Bauarbeiten am 1205 m langen Tunnel bei Frau-Nauses zwischen Wiebelsbach und Höchst im Mümlingtal. Diese waren Weihnachten 1870 abgeschlossen und kosteten 11 Todesopfer. In Darmstadt begannen am 1. Februar 1869 die Arbeiten für die Odenwaldbahn, die in Richtung Reinheim ohne Schwierigkeiten zügig voran schritten. Der Abschnitt bis Ober-Ramstadt konnte im Dezember 1870 eröffnet werden, am 23. Dezember 1871 erfolgte die Einweihung der 54 km langen Strecke bis Erbach.

Für den 31 km langen Streckenteil von Erbach nach Eberbach im Großherzogtum Baden erhielt die Hessische Ludwigsbahn-Gesellschaft am 3. August 1875 die Konzession. Aufgrund der Topographie waren viele Kunstbauten, unter anderem das Himbächelviadukt und der Krähbergtunnel, sowie Steigungen von 1:70 erforderlich um das Mümlingtal mit dem Ittertal zu verbinden. Dieser Streckeabschnitt wurde am 27. Mai 1882 dem Betrieb übergeben, womit die Odenwaldbahn auf ihrer ganzen Länge befahrbar war.

Streckenbahnhöfe

thumb|Darmstadt Hbf., Ausgangspunkt der Odenwaldbahn

Bahnhöfe und Haltepunkte Strecken-
kilometer
Eberbach 0,00
Gaimühle 6,97 aufgelassen
Kailbach 12,91
Schöllenbach-Hesselbach 18,44
Hetzbach 23,60 bis 1954 Abzweig nach Beerfelden
(Schellekattel)
Erbach 30,83
Erbach Nord
Michelstadt 34,18
Zell-Kirchbrombach 38,85
Bad König 40,78
Mümling-Grumbach 44,75
Höchst im Odenwald 47,28 ehemals Abzweig nach Aschaffenburg
(Bachgaubahn)
Hetschbach
Wiebelsbach-Heubach 53,10 Abzweig nach Darmstadt
Groß-Umstadt 57,04
Klein Umstadt 60,77
Langstadt 64,00
Babenhausen 68,22 Kreuzung Darmstadt-Aschaffenburg
Bahnhöfe und Haltepunkte Strecken-
kilometer
Darmstadt Hbf 0,00
Darmstadt Nord 3,81 Abzweig nach Dieburg
Darmstadt Ost 7,48 ehemals Abzweig nach Groß-Zimmern
Nieder Ramstadt-Traisa 12,96
Ober-Ramstadt 16,03
Zeilhard 20,19
Reinheim 23,48 ehemals Abzweige nach Groß-Zimmern und
Reichelsheim (Gersprenztalbahn)
Lengfeld 28,61
Wiebelsbach-Heubach 33,89

Merkmale

Die Strecke mit einer Gesamtlänge von 85 km ist landschaftlich sehr reizvoll. Sie besteht insbesondere zwischen Erbach und Eberbach aus vielen Brücken und Viadukten, mit dem Himbächelviadukt mit einer Gesamtlänge von 250 m und einer Maximalhöhe von 40 m über Terrain, dem Haintalviadukt mit einer Länge von 173 m sowie mit zwei 60 m langen Viadukte über den Rindengrund und das „kurze Tal“. Zusätzlich gibt es drei Tunnel, den 240 m langen Engelbergtunel bei Reinheim, den 1205 m langen Tunnel bei Frau-Nauses, beide mit 8 m Breite für ein zweites Gleis vorbereitet, und den Krähbergtunnel mit einer Länge von 3100 m. Im oberen Mümlingtal beträgt die Maximalsteigung 1:70 sowie der kleinste Kurvenradius 300 m.

Links

Literatur

See also: Odenwaldbahn, 1868, 1869, 1870, 1871, 1875, 1882, 1954, 23. Dezember, 27. Mai