Ökologie (Biologie)

Ökologie ist eine Wissenschaft innerhalb der Biologie, die sich mit den Organismen in ihrer natürlichen Umwelt und den Wechselbeziehungen zwischen diesen beschäftigt. Der Begriff Ökologie leitet sich aus dem griechischen oikos (Haus) und logos (Lehre) ab: Es ist entsprechend die Wissenschaft vom Haus, in diesem Sinne vom "Haushalt der Natur". Der Begriff wurde 1866 von Ernst Haeckel, einem deutschen Biologen und Anhänger des Darwinismus, eingeführt.

Bei der Betrachtung der Umwelt spielen sowohl die belebten (biotischen) Faktoren, als auch die unbelebten (abiotischen) Faktoren eine Rolle. Dabei kann die ökologische Forschung auf sehr unterschiedlichen Ebenen stattfinden, etwa großräumig auf der Basis von Ökosystemen, die sich aus Biotopen und Biozönosen (Lebensgemeinschaften) aufbauen, sowie auf der Basis von Individuen oder Populationen einzelner Arten. Als eine multidisziplinäre Forschungsrichtung interagiert die Ökologie dabei mit einer Reihe anderer Disziplinen, vor allem mit der Evolutionsbiologie und Genetik.

Neben der Grundlagenforschung spielt vor allem die Angewandte Ökologie eine zentrale Rolle der ökologischen Forschung. Dabei wird versucht, durch das Verständnis der ökologischen Zusammenhänge Modelle zu entwickeln, die real existierende Probleme lösen sollen. Dabei handelt es sich unter anderem um Fragestellungen aus dem Natur- und Artenschutz, der ökonomischen Bedeutung von Ökosystemen sowie der Land- und Forstwirtschaft.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Der Fachbereich Ökologie ist im Vergleich zu anderen klassischen Fachdisziplinen der Biologie noch relativ jung. Die erste Definition des Begriffes stammt aus dem Jahr 1866 und wurde von Ernst Haeckel geprägt:

Ökologie ist die Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt.

Diese sehr weit greifende Definition wurde innerhalb der Geschichte der ökologischen Forschung unter verschiedenen Blickrichtungen modifiziert. Heute findet man entsprechend in verschiedenen Lehrbüchern auch unterschiedliche Definitionen, die häufig nur eine Konkretisierung der ursprünglichen Definition darstellen. So schreibt etwa Bick (1998)

Ökologie ist die Wissenschaft vom Stoff- und Energiehaushalt der Biosphäre und ihrer Untereinheiten (z.B. (Ökosysteme) sowie von den Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Organismen, zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren sowie zwischen den einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Im Rahmen der evolutionsbiologischen Forschung wurden die Erkenntnisse der Verbreitungsfaktoren und der Artbildung ergänzt, sodass etwa bei Krebs (1985) zu lesen ist:

Ökologie ist die Wissenschaft, die sich mit den Wechselbeziehungen befaßt, die die Verbreitung und das Vorkommen der Organismen bestimmen.

Fachgebiete der Ökologie

Ökologische Fragestellungen ergeben sich auf drei Ebenen:

Mit der Zoologie, Botanik, allgemeinen Biologie und anderen Fächern interdisziplinäre Gebiete der Ökologie sind:

Geschichte der Ökologie

Zu den Begründern der Ökologie gehören unter anderem Ernst Haeckel, Justus von Liebig, Charles Darwin, Karl August Möbius, Aldo Leopold, Ellen Swallow Richards. Definition nach E. Haeckel:

"Unter Oecologie verstehen wir die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle 'Existenz-Bedingungen' rechnen können."

Literatur

Siehe auch

Weblinks

See also: Ökologie (Biologie), 1866, Abiotische Faktoren, Aldo Leopold, Artbildung, Artenschutz, Biologie, Biosphäre, Biotische Faktoren, Biotop