Ölflecktheorem
In der Ökonomie sagt das Ölflecktheorem aus, dass sich staatliche Eingriffe systematisch auf andere Märkte mit zum Teil drastischen Effekten ausbreiten.
Ein Beispiel sind Wohnungsmieten: Werden die nach oben begrenzt (Höchstpreis), zum Beispiel als Maßnhame der Sozialpolitik, sinkt kurzfristig der Preis für vermieteten Wohnraum relativ zu anderen Gütern. Für potentielle Vermieter wirkt das eher abschreckend, also bauen sie weniger Häuser und renovieren bestehende Häuser seltener. Dadurch wird Wohnraum mittelfristig knapp. Das Ziel der Regierung, billigen Wohnraum zu schaffen, wird verfehlt.
Zum einen muss nun der Staat eingreifen und durch Subventionen die Produktion von Wohnraum erhöhen. Zum anderen muss der knappe Wohnraum verteilt werden. Entweder dies geschieht durch Rationierung über den Staat - was die Korruption begünstigt. Oder Wohnungen werden weiterhin privat vermittelt. Da Mieten nicht mehr als Marktpreise fungieren, werden die potentiellen Mieter illegal mehr bezahlen, um den Vermieter zu überzeugen. Die Signalfunktion des Preises (als Indikator für Knappheit) geht verloren und wird durch andere - diskriminierendere - Faktoren wie illegale Geldzahlungen, Aussehen, Gefälligkeiten, Freundschaften, religiöse Anschauung etc. ersetzt.
Zudem muss der Staat zur Absicherung seiner Maßnahmen mögliche Ausweichhandlungen vorhersehen. Werden zum Beispiel Weizenproduzenten durch Mindestpreise geschützt, der Weizenpreis also künstlich hoch gehalten, hat das Auswirkungen auf den Markt für Roggen oder Hafer, da dort die Nachfragen (nach nun relativ billigeren Getreide) steigt. Auf dem Markt für Weizen entsteht hingegen ein Überangebot, welches nicht durch Marktkräfte abgebaut werden kann und deshalb zu weiteren staatlichen Eingriffen führen muss...
Weblinks
- Nicolas Diefenbach: Ordnungstheorie
- Professor Dr. Dr.h.c. Joachim Starbatty: INDUSTRIEPOLITIK ALS REAKTION AUF SEKTORALE PROBLEME
Oelflecktheorem
