Olifant (Panzer)
| thumb|200px|Olifant Mk.1 (Erste Ausführung ca. 1979) |
| thumb|200px|Olifant Mk.1A kurz nach Auslieferung im Jahre 1985 |
| thumb|200px|Olifant Mk.1A im Einsatz gegen MPLA und kubanische Truppen in Angola (September 1987) |
| thumb|200px|Olifant Mk.1A |
| thumb|200px|Olifant Mk.1A bei einem Einsatz in Südwestafrika 1989 |
| thumb|200px|Einer der ersten Olifant Mk.1B (Ende 1990) |
| thumb|200px|Ein Olifant Mk.1B bei einer Ausstellung in den 90er Jahren |
| thumb|200px|Olifant Mk.1B bei einer Übung (Ende 90er Jahre) |
| thumb|200px|Olifant Mk.1B in voller Fahrt bei einer Übung (Ende 90er Jahre) |
| thumb|200px|Olifant 2 (Prototyp 1999) |
Der Olifant (Afrikaans/Niederländisch für "Elefant") ist ein schwerer südafrikanischer
Kampfpanzer. Er basiert technisch auf dem britischen Centurion und wird nur von Südafrika eingesetzt. Die originalen Centurion wurden hierbei im Laufe der Zeit in einem solchen Maße modifiziert daß ohne weiteres von einem gänzlich neuen Panzer gesprochen werden kann. Der Olifant wurde auch tatsächlich im Kampf eingesetzt und erwies sich als überaus erfolgreich. Heute sind noch 172 Fahrzeuge der Serien Mk.1B und etwa 70 Stück Mk.1A im Dienst, neben etwa noch 5 Bergepanzern auf Centurion/Olifant-Basis.
Im Vergleich zum Centurion besitzt der Olifant die folgenden Verbesserungen:
- Weiterentwickeltes Fahrwerk mit Drehstabfederung
- Ausgezeichneter Minenschutz durch doppelte Bodenpanzerung
- Leistungsstarker Turbo-Dieselmotor
- Vollautomatisches Getriebe
- Gesteigerte Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Reichweite
- Wesentlich stärkere Panzerung (Verbundpanzerung ab Olifant Mk.1B)
- Es können diverse Zusatzpanzerungen und Geräte montiert werden
- Moderne Nachtsichtgeräte
- Vollständig ausgestattetes und präzises Feuerleitsystem
- Effektives Feuerlöschsystem
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Geschichte
Im Jahre 1953 wurden 250 britische Centurion Mk.3 und Mk.5 an Südafrika geliefert. Diese bildeten für die nächsten zwei Jahrzehnte die Basis der südafrikanischen Panzerstreitkräfte neben dem zuvor ebenfalls von Großbritannien gelieferten Comet. In den 70er Jahren suchte jetzt die südafrikanische Armee (SADF/SANDF ab 1994) nach einer Möglichkeit die vorhandenen Centurion-Panzer in eigener Regie zu modernisieren bzw. weiterzuentwickeln da es aufgrund eines seit 1963 bestehenden (noch freiwilligen) UN-Waffenembargos (der ab 1977 für alle Staaten bindend wurde) praktisch unmöglich geworden war neue Panzer im Ausland zu erwerben.
Die Entwicklung des Olifant begann im Jahre 1976 unter dem Eindruck des blutigen Bürgerkriegs in Angola nach dem Zusammenbruch der portugiesischen Kolonialherrschaft 1975 sowie der Kämpfe im Grenzgebiet zwischen Angola und Südwestafrika (heute: Namibia). Die ersten Exemplare wurden als Olifant Mk.1 ab etwa 1979 eingeführt. In den frühen 80er Jahren nahmen die Kämpfe in Angola an Intensität zu und Südafrika sah sich durch die weiterhin mögliche Errichtung eines kommunistischen Staates an der Grenze zu Südwestafrika zunehmend bedroht. Da nun auch immer mehr kubanische Truppen die marxistische MPLA unterstützten sah sich Südafrika daher gezwungen die Olifant-Panzer weiterzuentwickeln um gegen die kubanischen T-55 und T-62 sowjetischer Bauart mit Erfolg entgegentreten zu können. Das Resultat war der Olifant Mk.1A der ab 1985 zur Verfügung stand und im Herbst 1987 auch zum ersten Mal in die Kämpfe eingriff und sich den gegnerischen Panzern als weit überlegen erwies. Der Einsatz des Olifant und die darauf folgenden enormen Verluste an Panzern seitens der Kubaner trugen dazu bei den Krieg entscheidend zu verkürzen nachdem selbst die Sowjetunion einzusehen begann daß der "Buschkrieg" für ihre kommunistischen Verbündeten ab jetzt endgültig nicht mehr zu gewinnen war.
Der Olifant ist bis heute im weiter verbesserter Form der Standardkampfpanzer Südafrikas.
Entwicklung
Erklärtes Ziel war es die Centurion umfassend zu verbessern und ihn dabei sowohl in der Leistung als auch in der Feuerkraft zu steigern um so einen für den eigenen Bedarf besonders geeigneten schweren Kampfpanzer zu erhalten. Um den Olifant zu entwickeln und zu produzieren wurde im Jahre 1976 die "Olifant Manufacturing Company" (OMC) gegründet.
Der Olifant Mk.1 war die erste Ausführung, im Grunde genommen ein Centurion mit einigen Detailverbesserungen am Fahrwerk, einem stärkeren Turmantrieb und auch besseren Nachtsichtgeräten. Dem Kommandanten stand nun ab jetzt ein tragbarer Laser-Entfernungsmesser und dem Richtschützen ein Bildvergrößerer zu Verfügung. Die ursprüngliche Hauptwaffe (20 pounder 105 mm), die Panzerung, der Motor und das von Hand geschaltete Getriebe blieben zunächst unverändert. Erste Exemplare wurden ab 1979 an die südafrikanische Armee ausgeliefert.
Der Olifant Mk.1A, ab 1983 gebaut und von 1985 an eingeführt war nach wie vor eine weiterentwickelte Version vorhandener Centurion/Olifant Mk.1, stellte jedoch eine entscheidende Verbesserung in Sachen Beweglichkeit und Feuerkraft dar. Die Kanone wurde gegen eine britische 105 mm L7A1 mit gezogenem Lauf ersetzt, es wurden jeweils acht Nebelwerfer an jeder Turmseite installiert, ein neuer stärkerer Dieselmotor und ein halbautomatisches Getriebe eingebaut, die Nachtsichtgeräte überarbeitet sowie die Panzerung etwas verstärkt. Der Laser-Entfernungsmesser wurde in die Sicht des Richtschützen integriert. Diese Version wurde ab 1987 mit großem Erfolg im Kampf gegen Panzer sowjetischer Bauart eingesetzt.
Der Olifant Mk.1B ist wegen der umfangreichen Änderungen ein neu produziertes Fahrzeug auf Centurion-Basis anstatt wie bisher nur eine Umrüstversion und diese unterscheidet sich erstmals auch optisch deutlich vom Centurion. Indienststellung des Mk.1B war im Jahre 1991. Dieser Panzer hat eine etwas längere verbesserte Wanne und einen völlig neu entwickelten Turm mit wesentlich stärkerer Panzerung. Das Fahrwerk wurde weiter überarbeitet indem die alten Horstmann-Aufhängungen gegen Drehstabfedern ersetzt wurden. Die Bodenpanzerung wurde als wichtigstes Zugeständnis an die großen Mengen an Minen die in Angola, Namibia und anderen an Südafrika angrenzenden Ländern lagen in der Stärke verdoppelt. Das Triebwerk wurde gegen einen neuen Turbo-Dieselmotor mit wesentlich mehr Leistung ersetzt und es wurde ein vollautomatisches Getriebe eingebaut. Die Panzerung wurde an der Wannenfront wie am Turm ringsherum inklusive dem Dach wesentlich verstärkt, zusätzlich sind diverse Aufnahmepunkte für Zusatzpanzerungen vorhanden. Zum Schutz gegen Hohlladungsgeschosse und Raketen mit ebensolchen Gefechtsköpfen (HEAT) wurden neue Seitenschürzen angebracht. Der Fahrerplatz wurde nunmehr geräumiger gestaltet, mit einer leichter zu öffnenden Luke versehen und mit einem Lenkrad anstatt der beiden Lenkhebel ausgestattet. Letzteres brachte zusammen mit dem Automatikgetriebe eine enorme Bedienungserleichterung für den Fahrer. Als zusätzlichen Stauraum für die Ausrüstung der Besatzung wurde ein Turmkorb hinzugefügt. Die Kanone ist mit einer Wärmeschutzhülle versehen, die Sicht des Richtschützen wurde um einen digitalen Feuerleitrechner erweitert und über der Kanone kann auch ein Infrarot-Suchscheinwerfer installiert werden. Nach Meinung von Experten gilt der Olifant Mk.1B als exzellent im Angriff und auch als recht gut bei der Verteidigung.
Der Olifant 2 (auch: Olifant Mk.2) ist eine konsequente Weiterentwicklung des früheren Olifant Mk.1B. Der Olifant 2 wurde vor allem deshalb entwickelt um der zunehmenden Verbreitung von moderneren Kampfpanzern sowjetischer bzw. russischer Bauart wie etwa dem T-72 in den angrenzenden Ländern weiterhin einen überlegenen Panzer entgegesetzen zu können. Diese neueste Ausführung stellt eine ganz erhebliche Verbesserung der Schlagkraft als auch des Panzerschutzes dar. Dabei kommt ein komplett neu konstruierter Turm mit einer abgeschrägten Mehrschicht-Verbundpanzerung auf einer leicht modifizierten Wanne zum Einbau. Die Verbesserungen an der Wanne betreffen eine ebenfalls neue Frontpanzerung aus Verbundmaterial (zusätzlich zu der ursprünglichen abgeschrägten Panzerung aus Stahl) und die Möglichkeit auch weiterhin verschiedene Zusatzpanzerungen an Aufnahmepunkten anzubringen. Außerdem wurden neue Seitenschürzen aus Verbundmaterial angebracht. Es gibt zwei Ausführungen, eine mit 105 mm- wie auch eine mit einer neuen 120 mm-Kanone von LIW wobei letztere Version die gefragtere ist. Ein neuer hochmoderner digitaler Feuerleitrechner wurde in das Feuerleitsystem integriert. Und tatsächlich ist der Olifant 2 mit der 120 mm-Kanone ein augezeichneter Kampfpanzer der den T-72 sowie andere potentielle Gegner nicht zu fürchten braucht und der auch von der Weltklasse nicht weit entfernt ist. Es gibt außerdem neue Überlegungen ein noch leistungsstärkeres Triebwerk zu installieren um die Fahrleistungen abermals zu steigern. Dieser Panzer kann aus technischer Sicht als eine Zwischenstufe zwischen dem Olifant Mk.1B und dem aktuellen neuen südafrikanischen Panzerprototyp Tank Technology Demonstrator (TTD) angesehen werden. Das erste Exemplar erschien im Jahre 1998. Es ist nicht bekannt wieviele bereits hergestellt wurden bzw. wann die Indienststellung vorgesehen ist.
Einsatz
Gegen Herbst des Jahres 1987 ist Südafrika mit einer umfangreichen Intervention im Angolanischen Bürgerkrieg verwickelt. Da die Kubaner seit 1985 ihre T-55 und T-62-Panzer immer häufiger und in größeren Stückzahlen bei ihren Offensiven gegen die UNITA einsetzten wurde der Einsatz von Panzern für Südafrika zu einer unumgänglichen Notwendigkeit. Der beste Weg Panzer zu bekämpfen ist der Einsatz von Panzern selbst und um somit der Bedrohung durch die kubanischen Panzer sowjetischer Bauart Einhalt zu gebieten wurden die Olifant Mk.1A in das Kampfgeschehen entsandt. Die ersten Panzergefechte des Krieges erfolgten im September 1987 zwischen den T-55 und den Olifants, wobei sofort einige kubanische Panzer ohne jegliche eigenen Verluste zerstört wurden. Dies war der erste Einsatz südafrikanischer Panzertruppen seit 1945.
Der erste größere Einsatz der Olifant Mk.1A erfolgte beim Fluß Lomba im Oktober 1987 sowohl gegen angolanische Infanterie als auch kubanische T-55 und es begann das erste Panzergefecht im großen Stil das bis dato im Südlichen Afrika ausgetragen wurde. Der Einsatz war ein überwältigender Triumph für die Südafrikaner denn die T-55 wurden dabei vernichtend geschlagen. Von den insgesamt 72 eingesetzten gegnerischen Panzern wurden allein 62 davon innerhalb von 36 Stunden zerstört oder erbeutet, die restlichen 10 konnten in den nächsten Tagen intakt erbeutet werden (sie waren von den Besatzungen im Busch verstreut verlassen worden).
Der Olifant erwies sich bei den Kampfeinsätzen als starker und zuverlässiger Panzer der etliche Beschädigungen einstecken konnte. Selbst dichtesten Busch oder feinen Sand konnte er schnell durchfahren um es sodann erfolgreich mit seinen Gegnern aufzunehmen. Die verhältnismäßig kurzen Entfernungen auf denen die Gefechte geführt wurden stellten für sein überlegenes Feuerleitsystem keine besondere Herausforderung dar und nur in seltenen Fällen konnte das volle Leistungsvermögen des Systems (das ein zielsicheres Feuern während der Fahrt erlaubte) im Kampf auf große Entfernungen zum tragen gebracht werden. Dabei sollte nicht vergessen werden daß lediglich die Ausführung Mk.1A zum Kriegseinsatz kam bei der die Panzerung (im Gegensatz zu den späteren Versionen) gegenüber dem Centurion noch nicht wesentlich verstärkt worden war.
Während des gesamten Krieges gingen insgesamt nur drei Olifant Mk.1A verloren.
Die Einsätze des Olifant stellen damit indirekt auch dem originalen Centurion ein gutes Zeugnis als Kampfpanzer aus.
Der Olifant wurde (und wird oft noch heute) in der kubanischen Propaganda zu Unrecht als ein enorm großer, lauter Panzer der über eine schlechte Beweglichkeit verfügte und im Feld einfach zu entdecken war beschrieben. In Wahrheit erwies er sich als ein starker Gegner mit großer Feuerkraft.
Der Olifant ist ohne jeden Zweifel der beste afrikanische Panzerentwurf.
Varianten
Es existiert eine Variante des Olifant als Bergepanzer.
Technische Daten
Olifant 1A
- Gefechtsgewicht: 54 t
- Länge / Breite / Höhe: 9,83 m / 3,38 m / 2,94 m
- Bodenfreiheit: 50 cm
- Steigfähigkeit: bis zu 60%
- Grabenüberschreitfähigkeit: 3,5 m
- Motor: V12 Dieselmotor mit 750 PS
- Bewaffnung
- 105 mm Kanone mit 72 Schuss
- 7,62 mm MG koaxial im Turm
- 7,62 mm FlaMG auf Turm
- 2x4 Nebelwurfbecher
- Besatzung: 4
Siehe auch
Kategorie:Panzer
