Olympische Spiele
framed|right|Die olympischen Ringe
Die Olympischen Spiele sind ein sportliches Großereignis, das alle vier Jahre stattfindet. Ursprünglich wurden die Olympischen Spiele in Olympia im antiken Griechenland abgehalten. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde die Idee der Olympischen Spiele von dem französischen Baron Pierre de Coubertin wieder ins Leben gerufen.
Seit 1896 finden die Olympischen Spiele bzw. die Olympischen Sommerspiele wieder regelmäßig statt (mit Ausnahme der beiden Weltkriege). Im Jahr 1924 wurden zum ersten Mal zusätzlich zu den Sommerspielen auch Olympische Winterspiele veranstaltet. Die Winterspiele fanden bis 1992 im gleichen Jahr statt, wie die Sommerspiele - seit 1994 finden sie um zwei Jahre versetzt statt.
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Die Olympischen Spiele der Antike
Die Olympische Spiele der Antike fanden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes alle vier Jahre in dem Zeitraum von etwa 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. statt. Sie waren keine "Sportveranstaltung" in unseren heutigen Sinne, sondern es war ein religiöses Fest, das zu Ehren von Göttervater Zeus durchgeführt wurde.
5 Tage dauerten die Spiele in ihrer Blütezeit - der erste Tag war bestimmt von kultischen Zeromonien, wie Weihehandlungen und dem Einzug der Athleten, Schiedsrichtern und Zuschauern in den heiligen Hain von Olympia, wo die Wettkämpfe stattfanden.
Zunächst hatten die Olympischen Spiele nur eine regionale Bedeutung, aber nachdem die Griechen die Perser im Perserkrieg geschlagen hatte, erhielten die Spiele einen panhellenistische Charakter.
Es fanden Wettkämpfe in folgenden Disziplinen statt:
gymnische Disziplinen: Stadionlauf, Doppellauf, Langlauf, Waffenlauf, Ringen, Faustkampf, Allkampf, Fünfkampf (Diskuswurf, Weitsprung, Speerwurf, Stadionlauf, Ringkampf)
hippische Disziplinen: Vierspänniges Wagenrennen, Pferdewettrennen
Die Sieger erhielten einen Siegeskranz aus Olivenzweigen und ein Stirnband - der Zweit- und Drittplazierte gingen leer aus. Die Athleten, die den Sieg errungen hatten, wurden als von den Göttern "begünstigt" angesehen.
Als die die Römer ab 148 v. Chr. Griechenland erorberten, verloren die Olympischen Spiele ihren panhellenistischen Charakter - von nun an war es auch "nicht-griechischen" Athleten gestattet and den Olympischen Spielen teilzunehmen.
393 n. Chr. verbot Kaiser Theodosius II. alle heidnischen Kulte und somit auch die Olympischen Spiele. Die Anlagen in Olympia verwilderten und wurden auf Befehl des Kaisers ab 426 n. Chr. zerstört.
Die Olympien im Griechenland des 19. Jahrhunderts
Einen Vorläufer hatten die Olympischen Spiele der Neuzeit bereits in mehreren zwischen 1859 und 1888 in Griechenland durchgeführten sogenannten Olympien. Den Anstoß hierzu gab der Wittelsbacher Prinz Otto, der als König Otto I. Griechenland von 1832-1862 regierte. Vorbild für die Olympien war das Münchner Oktoberfest, das damals eine kombinierte Schau landwirtschaftlicher Produkte und sportlicher Wettkämpfe war und sich seinerseits an den Spielen der Antike orientierte.
Zur Inthronisierung des siebzehnjährigen Otto reisten 1832 drei Gesandte aus Griechenland nach München. In diesem Jahr wurde das Oktoberfest eigens verschoben, damit die griechische Delegation daran teilnehmen konnte.
Die Gesandten berichteten darüber in ihre Heimat: „In den Nachmittagsstunden erwiderten wir eine Einladung, an einem besonderen Fest teilzunehmen, das jährlich am Achten dieses Monats stattfindet und 'Oktoberfest' genannt wird. Es wird auf einer ausgedehnten Fläche außerhalb der Stadt abgehalten. Das besagte Fest stellt eine Nachahmung der Olympischen Spiele dar und die Veranstaltungen lassen sich auf das alte Griechenland zurückführen.“ Dieser Bericht gilt heute als erste schriftliche Erwähnung der Spiele in der Neuzeit. 25 Jahre nach dem ersten Oktoberfest sagte der Staatsrat Joseph von Hazzi darüber: „Es ist ein Rendezvous für alle Bewohner des Reiches, für alle Bayern dazu geschaffen, wie einst für die Griechen in Olympia.“
Wie in Bayern, das 1806 Königreich geworden war, sollte nun auch im jungen griechischen Königreich ein zentrales Fest nationale Identität stiften. Eine Mitstreiterin für seine Idee fand Otto in seiner Frau Amalie, Herzogin von Oldenburg, die im November 1859 in Athen unter dem Namen Olympia eine erste Landwirtschaftsmesse in der Art des Oktoberfestes durchführen ließ.
Als sportliche Wettkämpfe wurden Pferderennen, Ringkampf, Lauf, Diskuswerfen, Sprünge, Speerwerfen, nationale Tänze und andere Übungen veranstaltet. Finanziert wurden diese nun wiederholt stattfindenden Olympien von Evangelos Zappas, einem reichen Kaufmann, der dem König eine großzügige Stiftung zur Wiederbelebung der Olympischen Spiele als nationales griechisches Sportfest anbot, doch Otto sah den Schwerpunkt in der Förderung der heimischen Wirtschaft, nicht in einer Wiederbelebung der verschütteten olympischen Tradition. Dennoch wurden bis 1888 mehrere Olympien ausgetragen, bis die Wirtschaft das Interesse am Sport verlor und die Wege sich trennten.
Um diese Zeit kam in Europa mit den archäologischen Ausgrabungen die romantisch-idealistische Antiken-Rezeption immer mehr in Mode, der Wunsch nach einer Wiedererweckung des olympischen Gedankens verbreitete sich.
So sagte Baron Pierre de Coubertin damals: „Deutschland hatte das ausgegraben, was vom alten Olympia noch vorhanden war. Warum sollte Frankreich nicht die alte Herrlichkeit wieder herstellen?“
Die Spiele der Neuzeit ab 1896
Die Olympischen Spiele der Neuzeit in der heutigen Form als internationales Sportfest wurden von Baron Pierre de Coubertin ins Leben gerufen. Erstmals erwähnte er diese Idee 1892, am 23. Juni 1894 kam der Durchbruch bei einem Internationalen Kongress für Leibeserziehung in Paris. An diesem Tag wurde auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) gegründet.
Als Franzose wollte er die ersten Olympischen Spiele im Jahr 1900 in Paris abhalten lassen, doch das Komitee entschied sich dafür, Athen schon 1896 zum ersten Austragungsort zu erklären, um Griechenland für die Olympischen Spiele der Antike zu würdigen.
Die Spiele von 1900 und 1904 fanden im Rahmenprogramm der Weltausstellungen von Paris und St. Louis statt und gingen regelrecht im Austellungswirrwarr unter.
London sprang 1908 ein, als Rom die Spiele zurückgeben musste, weil der Ausbruch des Vesuvs die finanzielle Lage des italienischen Staates zu sehr beanspruchte.
Die Spiele von 1912 in Stockholm gelten als erste "moderne" Olympische Spiele, da organisatorische Fehler der Vorgänger vermieden wurden. Ausserdem glänzten die Schweden durch Gastfreundschaft, Sachkenntnis und Weltoffenheit.
1914 brach der Erste Weltkrieg aus und somit mussten die Spiele von 1916 in Berlin abgesagt werden.
Seit 1924 finden vor den Sommerspielen jeweils auch Olympische Winterspiele an einem eigenen Ort, zunächst aber im gleichen Land statt. 1994 wurde der Rhythmus gewechselt, seitdem finden Sommer- und Winterspiele im zweijährigen Wechsel statt.
Im Jahr 1936 fanden die Spiele in Berlin statt und wurden von Hitler zu Propaganda Zwecken missbraucht.
In den Jahren 1940 und 1944 konnten die Spiele wegen des Zweiten Weltkriegs nicht stattfinden.
Im Jahr 1972, als die Olympischen Sommerspiele in München stattfanden, wurden elf Teilnehmer der israelischen Mannschaft von palästinensischen Terroristen entführt. Die elf Teilnehmer, fünf Terroristen und ein Polizist starben bei dem Massaker von München.
Die Sommer-Olympiade 1980 in Moskau wurde von zahlreichen westlichen Staaten - auch der damaligen BRD - wegen des militärischen Eingreifens der Sowjetunion in Afghanistan boykottiert.
Nach den Olympischen Spielen werden in den jeweiligen Veranstaltungsorten seit 1960 (Sommer) beziehungsweise 1976 (Winter) auch die Paralympics ausgetragen, der wichtigste internationale Wettbewerb für Behindertensportler.
Für die XXX. Olympischen Spiele im Jahre 2012 hatte sich unter anderem Leipzig (mit Rostock als Segelrevier) beworben, welches sich bei der deutschen Vorauswahl am 12. April 2003 gegen Hamburg, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart durchsetzte, aber am 18. Mai 2004 in der internationalen Vorauswahl scheiterte. Als Kandidatenstädte für die Austragung anerkannt wurden London, Madrid, Moskau, New York City und Paris. Die Entscheidung zwischen diesen Städten fällt nun am 6. Juli 2005 durch das Internationale Olympische Komitee in Singapur.
Seit 1936 wird ein Fackellauf zelebriert, der vor Athen 2004 erstmalig durch alle 5 Kontinente führte, dabei wurden alle bisherigen Austragungsorte von den Läufern besucht. Eine Fackel wird am Altar von Olympia entzündet, um dann von insgesamt 9.812 Läufern aus verschiedenen Nationen durch die Welt getragen zu werden. Am Ende der Reise wird dann in dem Stadion, in dem die Eröffnung stattfindet, mit der Fackel ein olympisches Feuer entzündet.
Olympische Attribute
Die Olympische Flagge
Die olympische Flagge zeigt fünf ineinander verschlungene Ringe in den Farben blau, gelb, schwarz, grün und rot auf weissem Grund. Sie wurde von Pierre de Coubertin entworfen. Sein Grundgedanke war, dass aus ihren Farben alle Nationalflaggen der Welt gebildet werden konnten. Die Flagge wurde zum ersten Mal bei den Olympischen Sommerspielen 1920 in Antwerpen aufgezogen.
Die Olympische Hymne
Die olympische Hymne stammt von dem Komponisten Spyros Samara, der Test von Kostas Palamas. Sie ist die einzige offizielle olympische Festmusik und Bestandteil aller wichtigen Ereignisse der olympischen Bewegung.
Das Olympische Feuer
Das olympische Feuer ist seit 1948 ein fester Bestandteil der olympischen Eröffnungszeremonie.
Der olympische Eid
Sportarten
Seit Wiedereinführung der Olympischen Spiele 1896 wurden in den Wettkämpfen die verschiedensten Sportarten ausgetragen. Einige dieser Sportarten muten heute abenteuerlich oder befremdlich an - andere werden heute überhaupt nicht mehr mit den Olympischen Spielen in Verbindung gebracht: Ehemals Olympische Sportarten.
In den letzten Olympischen Sommerspielen in Athen 2004 waren die folgenden Sportarten olympisch:
Siehe auch
- Bewerbungen für Olympische Spiele
- Medaillengewinner der Olympischen Spiele
- Olympiabilanz Österreich
- Olympiabilanz Schweiz
- Olympiade
- Olympisches Diplom
- Olympisches Dorf
- Olympischer Eid
- Olympische Fackel
- Olympische Spielstraße
- Doping
- WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur)
- NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur)
- Ehemals Olympische Sportarten
- Amateurstatus
- Olympiastadt
- World Games
Weblinks
- Internationales Olympisches Komitee
- Nationales Olympisches Komitee für Deutschland
- Nationales Olympisches Komitee für Österreich
- Nationales Olympisches Komitee für die Schweiz
- Umfangreiche Darstellung der Olympischen Spiele
- Olympia-Lexikon (Nachrichten und Archiv)
- Sehenswerte olympische Sammlerstuecke und Informationen
- Medaillenspiegel
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