Onomatopoese

Onomatopoese oder Onomatopöie (von gr. onoma, Name und poesis, das Machen) oder Lautmalerei, auch Tonmalerei ist die sprachliche Nachbildung von Naturlauten durch einzelne Wörter sowie durch Satzfragmente, die durch ihre Rhythmus- und Sprachstruktur lautmalerisch wirken. Dabei handelt es sich um eine rhetorische Figur aus der Gruppe der Klangfiguren. "Figur" bedeutet in diesem Zusammenhang das bewusste Abweichen von "üblichen" Ausdrucksformen zum Zweck einer Effektsteigerung. Außerdem kann ein Wort neu gebildet durch Tonmalerei neu gebildet werden. Es gibt Wissenschaftler, die annehmen, dass eine Reihe von Wörtern durch Onomatopoese und anschließende Änderungen gebildet wurden, denen man es heute nicht mehr unmittelbar ansieht, weil sie sich an das Lautsystem der deutschen Sprache angepasst haben, z.B. "klatschen", "patschen", "knallen" und ähnliche. Eine Reihe von Onomatopoesen gehören zur Kindersprache und werden in späterem Alter durch das Standardwort ersetzt, zum Beispiel "Muh" für "Kuh")

In Deutschland wurde die Schöpfung neuer Onomatopoesen vor allem von Erika Fuchs (Disneys Lustiges Taschenbuch) und Herbert Feuerstein (MAD-Magazin) zur Kunst erhoben. Auch der Dichter Ernst Jandl (1925-2000) bedient sich in seiner Lyrik der onomatopoetischer Formen und verknüpft ähnlich klingende Worte spielerisch. Beispielsweise kreiert er Fügungen wie "Ottos Mops hopst", "Laut und Luise" (ist auch Alliteration).

Beispiele

Beispiele in der deutschen Sprache sind: "Kuckuck", "miau", "quieken", "flutschen", "platsch", "tick-tack", "wuff", der "Wau-Wau" sowie das Wiehern der Pferde. Auch ein Satz wie Es rollte rumpelnd das Donnergrollen entspricht diesem Stilmittel. Dem deutschen Kikeriki entspricht das schweizerdeutsche Güggerügü, das englische Cock-a-doodle-doo, das französische Cocorico und das russische Kukareku.

Ovid gelingt es in seinen Metamorphosen, Frösche lautmalerisch zu beschreiben, ohne sie namentlich zu erwähnen: "quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant" (Mögen sie auch unter Wasser sein, unter Wasser möchten sie noch schmähen). (Liber VI, 376)

Onomatopoese in Comics

Zum wesentlichen Stilmittel wurde die Onomatopoese in den Comics. Beispiele sind:

Literatur

Siehe auch: Tierlaute, Metonymie, Oxymoron (Sprache)

See also: Onomatopoese, Alliteration, Comic, Disney, Erika Fuchs, Ernst Jandl, Herbert Feuerstein, Lustiges Taschenbuch, MAD-Magazin, Metamorphosen (Ovid)