Oper
Als Oper (von lat. opus, opera = Werk; ital. opera, sc. in musica, "Musikwerk") bezeichnet man ein dramatisches Bühnenwerk mit ganz oder überwiegend gesungenem Text. Als Oper bezeichnet man auch das Opernhaus, also das Gebäude, in dem Opern aufgeführt werden.
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Merkmale
Eine Oper gliedert sich in (ein bis zehn) verschiedene Akte, die wiederum aus mehreren Szenen oder Auftritten bestehen. Musikalische Teile der Oper sind die Ouvertüre, die Arie, die Cavatine, das Rezitativ (Recitativ) und das Ensemble vom Duett, Terzett, Quartett etc. bis hin zum abschließenden Finale mit Chören. Das Textbuch zu einer Oper heißt Libretto.
Geschichte
Die Gattung der Oper, als Musik im unmittelbaren Bühnengeschehen, entstand um 1600 in Florenz durch die Künstlergruppe "Camerata". Man unterscheidet
- Opera seria - große oder ernsthafte Oper, meist über Helden und tragisch endend.
- Opera buffa - komische oder scherzhafte Oper, mit volkstümlichen oder komischen Szenen.
- Opera comique - speziell französische Form der Opera buffa.
- Musikdrama - durchkomponierte große Oper der Romantik.
Die erstere ist dem Epos und der Tragödie verwandt, die Beiden anderen nähern sich dem komischen Epos und dem Lustspiel. Eine strenge Unterscheidung ist, gleichwie im modernen Drama überhaupt, so auch hier nicht durchzuführen.
siehe auch:
Bedeutende Opernkomponisten und deren Opern
- Vincenzo Bellini: Norma
- Alban Berg: Lulu
- Georges Bizet: Carmen
- Benjamin Britten: Ein Sommernachtstraum
- Francesco Cavalli: L'Ormindo
- Claude Debussy: Pelléas et Mélisande
- Gaëtano Donizetti: Lucia di Lammermoor
- Christoph Willibald Gluck: Orpheus und Eurydike
- Charles Gounod: Margarethe
- Georg Friedrich Händel: Atalanta, Ezio, Julius Caesar, Salomon
- Hans Werner Henze: Der junge Lord
- Leoš Janác(ek: Jenufa
- Ruggiero Leoncavallo: Der Bajazzo
- Albert Lortzing: Zar und Zimmermann
- Jean-Baptiste Lully
- Pietro Mascagni: Cavalleria rusticana
- Jules Massenet: Manon
- Giacomo Meyerbeer: Die Hugenotten
- Claudio Monteverdi: Orfeo
- Wolfgang Amadeus Mozart: Cosi fan tutte, Don Giovanni, Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro)
- Modest Mussorgski
- Jacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen
- Giacomo Puccini: La Bohème, Madame Butterfly, Tosca
- Jean-Philippe Rameau
- Nikolai Rimski-Korsakow: Die Zarenbraut
- Gioacchino Rossini: Der Barbier von Sevilla
- Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch: Die Nase
- Richard Strauss: Ariadne auf Naxos, Der Rosenkavalier
- Peter Tschaikowski: Maseppa
- Giuseppe Verdi: Aida, La Traviata, Macbeth, Nabucco
- Richard Wagner: Der Fliegende Holländer, Der Ring des Nibelungen, Die Meistersänger von Nürnberg, Lohengrin, Tannhäuser
- Carl Maria von Weber: Der Freischütz
Bedeutende Opernsänger
- Montserrat Caballé Sopran *1933
- Maria Callas, Sopran 1923-1977
- José Carreras, Tenor *1946
- Enrico Caruso, Tenor 1873-1921
- Plácido Domingo, Tenor *1941
- Trude Eipperle, Sopran 1908-1997
- Benjamino Gigli, Tenor 1890-1957
- Jan Kiepura, Tenor 1902-1966
- René Kollo, Tenor *1937
- Luigi Lablache, Bass 1794-1858
- Peter Lika, Bass
- Mario del Monaco, Tenor 1915-1982
- Gustav Neidlinger, Bass-Bariton 1910-1991
- Anna Netrebko, Sopran
- Luciano Pavarotti, Tenor *1935
- Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, Bass 1873-1938
- Neil Shicoff, Tenor *1949
- Richard Tauber, Tenor 1891-1948
- Josef Traxel, Tenor 1916-1975
- Wolfgang Windgassen, Tenor 1914-1974
Liste berühmter Sängerinnen und Sänger der Klassischen Musik
Bedeutende Opern
- Don Giovanni
- Carmen_(Oper)
- Der Freischütz
- Die lustigen Weiber von Windsor
- Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro)
- La Traviata
- Die Zauberflöte
Oper und Sprache
Bis Mitte der 1960er Jahre wurden Opern in der jeweiligen Landessprache des Aufführungsortes gesungen. So wurden Verdi-Opern in Deutschland in deutscher Sprache und Wagner-Opern in Italien in italienischer Sprache gesungen, wie Radio- und Fernsehaufzeichnungen belegen.
Erst durch Herbert von Karajan kam die Wende. Mit seiner Begründung, die Einheit von Wort und Musik gehe bei übersetzten Libretti verloren, wurden Opern allmählich immer mehr in den Original-Libretti aufgeführt. Musikalisch war dies nachvollziehbar, allerdings ging die Volksnähe verloren, so dass die Oper einen noch elitäreren Charakter bekam.
In der damaligen DDR gab es hingegen weiterhin eine große Tradition der übersetzten Opernaufführung, jedoch wurde mit neuen Übersetzungen (Walter Felsenstein) versucht, den Inhalt des Originals genauer und sprachlich gelungener umzusetzen.
Heute werden in fast allen Ländern Übertitel in Form von LED-Anzeigen oder Projektionen eingesetzt. In Deutschland ist die Diskussion über die Aufführungssprache teilweise noch sehr kontrovers. Die größeren und reicheren Opernhäuser, die internationale Solisten verpflichten, spielen Oper fast ausschließlich in Originalsprache. An vielen kleineren Theatern, vor allem im Osten Deutschlands, wird die Aufführung in deutscher Sprache jedoch noch gepflegt. Auch gibt es in einigen größeren Städten (Berlin, München, Wien) mehrere Opernhäuser, von denen das kleinere Opern übersetzt aufführt.
Italienische, französische und (selten) englische Werke werden hierbei häufiger im Original gesungen, da diese Sprachen in Deutschland zum Bildungsstandard gehören. Russische, tschechische oder ungarische Opern lassen sich viel schwieriger im Original realisieren, weshalb hier noch wesentlich häufiger die übersetzte Version zur Aufführung kommt.
Hin und wieder gibt es auch eine autorisierte Übersetzung (wie im Falle der Opern Leoš Janáčeks, deren deutscher Text von Max Brod stammt, so dass der deutsche Text als original gelten darf).
Schwierig gestaltet sich die Aufführung in Originalsprache auch immer dann, wenn Dialoge in dem Werk vorkommen. Hier gibt es auch Mischformen, d.h. gesprochene Texte werden übersetzt, gesungene erklingen jedoch in Originalsprache. Im Bereich Singspiel, Operette, Musical ist daher die übersetzte Musiktheateraufführung noch recht weit verbreitet.
Literatur
- Ulrich Schreiber: Die Kunst der Oper. Bände 1-3. Frankfurt/Main: Büchergilde Gutenberg, 1988/1991/2000.
- Silke Leopold / Robert Maschka: Who's who in der Oper. Kassel [u.a.]: dtv, 2004. ISBN 3-423-34126-2
Siehe auch
- Liste von Opern
- Liste bekannter Regisseure
- Portal Musik
- Singspiel
- Operette
- Musical
- Kinderoper
- Geschichte der Oper
- Chinesische Oper
Weblinks
- http://operone.de/
- http://www.theaterportal.de - Opern in den Spielplänen deutschsprachiger Bühnen
- http://www.sirene.at/ Musiktheater für Uraufführungen
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