Opferanode

Eine Opferanode ist eine Anode, die sich zum Schutz von Metallteilen "opfert".

Um Metalle in sehr aggressiven Umgebungen vor Korrosion zu schützen, wie z.B. Tanklager, unterirdische Rohre oder Erdölbohrtürme, verbindet man das gefährdete Metall elektrisch leitend mit einem Metall, das sich leichter oxidieren läßt und gemäß der elektrochemischen Spannungsreihe unedler ist. Für Eisen kommen beispielsweise die Grund-Metalle Aluminium, Zink oder Magnesium in Frage. Diesen Grund-Metallen werden zur Stabilisierung bzw. zwecks optimaler Schutzstromausbeute weitere Metalle hinzulegiert. Die Legierungen sind in einer Norm (DIN bzw. VG) festgelegt.

Aus dem gleichen Grund werden Zink- oder Aluminiumanoden an Hochseeschiffen angebracht. Auf Flüssen und Binnen-Seen kommen Magnesium-Anoden zum Einsatz. Das unedlere Zink bzw. Aluminium oder Magnesium gibt über das Eisen Elektronen an Akzeptoren (z.B. Sauerstoff) im Meerwasser ab, die Anoden-Legierung geht in Lösung. Der Anodenvorgang der galvanischen Zelle – die Oxidation – findet also am Anodenmaterial statt. Es löst sich langsam auf (Opferanode), das Eisen bleibt unangegriffen.

Eine weitere Anwendung ist der kathodische Korrosionsschutz bei Speichern. Die mit Emaille innenbeschichteten Stahlbehälter bekommen mit der Zeit Risse und können an diesen Stellen durchrosten was eine Neuanschaffung zur Folge haben könnte. Um das zu vermeiden wird eine Magnesiumopferanode in den Speicher geschraubt, die anstelle des Stahls in Lösung geht. Diese Anode verbraucht sich und muss von Zeit zu Zeit durch eine neue ersetzt werden. Will man das Austauschen vermeiden so bietet sich zur Kompensation eine Fremdstromanode an, die dann nur mehr mit der Steckdose verbunden werden muß und permanenten Korrosionsschutz bietet.

Siehe auch: Rost (Korrosion)

See also: Opferanode, Aluminium, Anode, Eisen, Elektrochemische Spannungsreihe, Elektronen, Emaille, Fremdstromanode, Galvanische Zelle, Magnesium