Ord-Thyreoiditis
Bei der Ord-Thyreoiditis (Autoimmunthyreopathie Typ 1B und 2B) handelt es sich um eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Sie gehört zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen. Bei dieser Form der Erkrankungen bildet der Körper Abwehrstoffe gegen eigene Zellen und zerstört diese. Die Krankheit ist nicht heilbar. Auch ist diese Erkrankung unter dem Namen Autoimmunthyreoiditis bekannt. Der Name Ord-Thyreoiditis geht auf eine der ersten Beschreibungen der Hypothyreose durch Ord 1878 zurück.
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Allgemein
Die Ord-Thyreoiditis geht mit einer Unterfunktion der Schilddrüse einher. Anfänglich können aber auch Symptome der Überfunktion im Vordergrund stehen. Diese werden im Verlauf durch die dann bleibenden chronischen Symptome der Unterfunktion abgewechselt.
Die Krankheit verläuft in der Regel ohne Schmerzen und wird häufig zunächst wie eine Unterfunktion (Hypothyreose) (manchmal anfangs auch Überfunktion (Hyperthyreose)) der Schilddrüse behandelt, da sich einige der Symptome gleichen bzw. ähneln.
Bei einer Ord-Thyreoiditis lassen sich im Blut zwei bestimmte Antikörper nachweisen: TAK (Antikörper gegen Thyreoglobulin) und TPO-AK (Antikörper gegen ein bestimmtes Enzym, die sog. Peroxidase). Dabei ist die Konzentration von TPO-AK im Blut größer als die von TAK.
Tritt die Krankheit in Kombination mit Morbus Addison auf, so spricht man von einem Schmidt-Syndrom.
Frauen sind häufiger von der Krankheit betroffen als Männer.
Symptome
Zu den Symptomen können gehören, ähnlich denen der Unterfunktion:
- starke Müdigkeit, Motivationslosigkeit und Depressionen
- Herz- und Pulsrasen, Herzrhythmusstörungen, hoher Blutdruck
- Verdauungsstörungen
- Sodbrennen
- starke Kälte in den Beinen und Händen, Ödeme
- Muskelschmerzen, Muskelschwäche
- Schmerzen in Armen oder Beinen
- trockene, rissige Haut
- brüchige Haare und Fingernägel
- starke Gewichtszunahme
- Erhöhung der Blutfettwerte
- Zyklusstörungen bei der Frau, unerfüllter Kinderwunsch
- Auftreten weiterer Autoimmunerkrankungen wie Sjögren-Syndrom, Autoimmunhepatitis oder Vitiligo
- Angstzustände und Panikattacken
- Selbstentfremdung
- Phobien
- Schwindel
Symptome, die evtl. am Anfang der Erkrankung auftreten können und die denen einer Überfunktion ähneln:
Nervosität, Reizbarkeit, Rastlosigkeit, Zittern der Hände, Schlafstörungen, Schwitzen, feuchtwarme Haut, Heißhunger und Durst, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit, weicher Stuhlgang, Störungen im Menstruationszyklus (unregelmäßige oder verstärkte Blutungen, Ausbleiben der Regelblutung)
Erkennung
Wie wird festgestellt, ob eine Ord-Thyreoditis vorliegt:
Mittels eines Bluttests und Bestimmung der folgenden Werte kann festgestellt werden, ob eine Ord-Thyreoditis vorliegt: TSH (Hormon der Hypophyse), Triiodthyronin (freies Hormon der Schilddrüse, wird aus T4 erstellt), Thyroxin (freies Hormon der Schilddrüse = L-Thyroxin), TPO-AK (Antikörper) bzw. TG-AK (Antikörper). Sehr wichtig zur Diagnosestellung ist darüber hinaus das Bild der Schilddrüse im Ultraschall (Sonogramm), das typischerweise inhomogen und echoarm ist und damit auf den laufenden Entzündungsprozess hinweist. Auch die Größe der Schilddrüse kann im Sonogramm beurteilt werden. Besonders auffällig sind dabei Größen unter 10 ml Gesamtvolumen (echte Ord-Thyreoiditis). Große Schilddrüsen mit einer Größe über 20 ml sind typisch für ein verwandtes Krankheitsbild, die Hashimoto-Thyreoiditis. Hierzulande ist die atrophische Verlaufsform mit schrumpfender Schilddrüse häufiger als die hypertrophe Form mit Kropfbildung (Struma), wie beim Morbus Basedow.
Behandlung
Die Behandlung der Ord-Thyreoiditis beschränkt sich im wesentlichen auf die Zufuhr von Schilddrüsenhormonen, die der Körper aufgrund der chronischen Entzündung der Schilddrüse nicht mehr selber in ausreichendem Maße oder gar nicht herstellen kann. Durch regelmäßig zu wiederholende Untersuchungen wird die Dosierung ständig neu angepasst und verändert.
Zu den am häufigsten verschriebenen Hormonen zählt das Thyroxin. Jod hingegen sollte bei einer Ord-Thyreoiditis nicht eingenommen werden, da Jodüberschuss die Entzündung der Schilddrüse nur zusätzlich fördern könnte.
Bei der Ord-Thyreoditis wird mit täglichen Gaben von L-Thyroxin (T4 = Schilddrüsenhormon) mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück "substituiert". Nur in selteneren Fällen kann auch eine Hormonmischung (T3 und T4) noch bessere Ergebnisse erzielen. Die Blutwerte TSH, fT3 und fT4 sollten regelmäßig überprüft werden, zusätzlich sollte die Schilddrüse in regelmäßigen Abständen (alle 6-12 Monate) durch eine Sonographie auf ihrer Struktur hin geprüft werden. Die erfolgreiche Einstellung dauert meist mehrere Monate.
Ursachen
Als Auslöser für die Ord-Thyreoiditis gelten neben einer familiären Vorbelastung auch Streß, Viruserkrankungen, wie Pfeiffersches Drüsenfieber oder eine Gürtelrose, und eine übermäßige Jodzufuhr. Häufig liegt die Ursache in einem Zusammenspiel gleich mehrerer der genannten Faktoren.
Weitere Informationen
Literatur
- Mary Shomon: Die gesunde Schilddrüse, Was Sie unbedingt wissen sollten über Gewichtsprobleme, Depressionen, Haarausfall und andere Beschwerden im Zusammenhang mit Hashimoto Thyreoiditis. (Originaltitel: Living well with Hypothyroidism), Goldmann Verlag, 2002, ISBN 3442163889
- Leveke Brakebusch, Armin Heufelder: Leben mit Hashimoto Thyreoiditis. Ein Ratgeber. 1. Auflage 2004, Zuckerschwerdt Verlag
Weblinks
- http://www.hashimotothyreoiditis.de/
- http://www.hashimoto-thyreoiditis.de.vu
- http://www.hashimoto-selbsthilfe.de/
- http://www.schild-druese.de/
- http://www.schilddruesenforum.de/
- http://www.schilddruesenpraxis.de/
- http://www.autoimmun.org/
- http://www.die-schilddrueseshg-stade.de.vu/
- http://www.das-wartezimmer.de/
- http://thyroid.about.com/
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