Orenburg
Orenburg (russisch Оренбург) ist die Hauptstadt der Oblast Orenburg im Föderationskreis Wolga, europäisches Russland, mit 562.200 Einwohnern (Stand: 2004). Orenburg liegt 1.480 km südöstlich von Moskau, unweit der Grenze zu Kasachstan, dessen erste Hauptstadt es in den 1920er Jahren sogar war.
Orenburg befindet sich etwa auf 150 Metern über dem Meeresspiegel und wird durchflossen vom Ural, der die Grenze zwischen Europa und Asien bildet.
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Geschichte
Die Stadt Orenburg wurde 1743 als Außenposten Russlands an der Grenze zum damals unerschlossenen Asien gegründet. Orenburg war Stadt und Festung in einem. Durch einen Krieg und einen Großbrand Ende des 18. Jahrhunderts brannte die Stadt dann auch gleich wieder zur Hälfte ab, bildete aber bis 1750 die absolute Ostgrenze des bekannten Gebiets. Im Barockstil wurden daraufhin mehrere damals berühmte Kirchen in der Stadt gebaut, die auch von mehreren Zaren besucht wurden. Die Stadt erlangte ebenfalls große Bedeutung als Viehhandelsplatz, vorwiegend für Schafe.
Im 19. Jahrhundert versuchten dann verschiedene Militärgouverneure, Kultur und Leben in die Stadt zu bringen, die ihren Außenposten-Charakter durch das weitere Vordringen der Kosaken nach Osten mittlerweile verloren hatte. 1838 wurde eine heute noch stehende Moschee gebaut, 1895 eine weitere große Kirche im typisch russischen neu-byzantinischen Stil.
Es folgten die Oktoberrevolution 1917 und der Bürgerkrieg, in dem die Kommunisten die Macht über die Stadt errangen. 20 von 21 Kirchen wurden daraufhin in den 30er Jahren eingerissen, die Stadt verlor viel historische Bausubstanz. An Bedeutung gewann sie dann wieder in den Kriegsjahren 1941–45, als aus dem Westen der damaligen Sowjetunion wegen der Besetzung durch die Deutschen zahlreiche Unternehmen nach Orenburg evakuiert wurden. Dies löste in der Stadt einen großen Industrialisierungsschub aus, der auch danach anhielt und heute noch sichtbar ist. Zwischen den 30er und 60er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl. Von 1938 bis 1957 hieß die Stadt nach dem Piloten Tschkalow
Erst seit 1990 wird wieder versucht, die verbliebenen historischen Bauten zu restaurieren, einige schöne Straßenzüge legen bereits Zeugnis darüber ab. Auch wurden erstmals wieder einige Bauten im traditionellen Stil errichtet, wohl aus Sehnsucht der Orenburger nach dem velorenen alten Stadtkern.
Sehenswürdigkeiten
Trotz den Plattenbauten-Vororten und Industrieanlagen ist durch den prächtigen Stadtkern die Stadt im Gesamten sehr schön, denn die über den ganzen Stadtkern verteilten schönen Bauwerke machen die Stadt zu einem Kunst und Kulturzentrum. Einige Attraktionen sind neben der klassizistischen Kathedrale Sankt Nikolai die nur für Fußgänger freigegebene alte Uralbrücke mit einem Gebäudeensemble aus dem 18./19. Jahrhundert im Hintergrund und das davon unweite Monument an der Grenze zwischen Europa und Asien, das Rathaus, die Oper, das Kunstmuseum und viele andere Museen, Kirchen und Akademien. Vom Uralfluss weg führt die wichtigste Geschäftsstraße der Stadt, die mehrere Kilometer lange boulevardähnliche Ulitsa Sowjetskaja, an deren einem Ende auch das Stadtmuseum steht.
thumb|Orenburg, Alte Uralbrücke
Wirtschaft und Verkehr
Außerhalb des Stadtkerns ist Orenburg geprägt von der Industrie (v. a. Maschinenbau, Nahrungsmittel, Textil und Gas), aber auch vom Charakter als regionales Zentrum mit Universität, mehreren Theatern und Verknügungsstätten.
Orenburg liegt an der Kreuzung zweier im Südural bedeutender Hauptstraßen, die von Ufa nach Oral ins benachbarte Kasachstan bzw. von Samara nach Orsk führen. Die durch Orenburg laufende Hauptbahntrasse führt von Moskau direkt in die Metropolen Nowosibirsk und Barnaul in Sibirien. Orenburg verfügt über einen kleineren Flughafen mit regelmäßigen Verbindungen in verschiedene andere russische Metropolen sowie vereinzelten internationalen Flügen u.a. nach Deutschland, die v.a. von aus der Region stammenden Spätaussiedlern genutzt werden. Der öffentliche Personennahverkehr basiert ausschließlich auf ein System aus Trolleybussen und weiteren Stadtbuslinien.
In der Stadt vorhandene weiterführende Bildungseinrichtungen
- Fakultät der Staatsakademie für Erdöl und Gas
- Filiale der Militäruniversität für Luftabwehr der Streitkräfte der Russischen Föderation
- Filiale der Staatlichen Handelsuniversität Moskau
- Filiale der Staatlichen Juristischen Akademie Moskau
- Filiale des Ersten Juristischen Instituts Moskau
- Filiale des Instituts für Unternehmertum und Recht in Moskau
- Filiale des Instituts für Ingenieure des Eisenbahnverkehrs in Samara
- Institut für Ökonomie und Kultur
- Kunstinstitut
- Staatliche Agraruniversität Orenburg
- Staatliche Medizinakademie Orenburg
- Staatliche Pädagogische Universität Orenburg
- Staatliche Universität Orenburg
- Städtisches Höheres Kolleg Orenburg für Natur-und Geisteswissenschaften
- Regionsübergreifendes Institut für Management
- Zollkolleg
Literatur
- Pjotr Rytschkow (1712-1772), Orenburgische Topographie, Leipzig und Weimar 1983
Weblinks
Busuluk | Orenburg | Orsk | Sol-Ilezk | Sorotschinsk
Koordinate: 51° 78' N 55° 10' O
