Poreč
Poreč (italien. Parenzo) ist eine Stadt in Kroatien. Es ist neben Rovinj und dem urbanen Zentrum Pula die bedeutendste Küstenstadt an der Westküste der Halbinsel Istrien und hat 17.460 Einwohner (Stand 2001). thumb|600px|center|Poreč, rechts im Hintergrund die Insel Sveti Nikola
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Geographie und Wirtschaft
Poreč liegt auf einer schmalen Halbinsel, die durch die vorgelagerte kleine Insel Sveti Nikola geschützt wird. Es bildet zusammen mit angrenzenden und zum Teil eingegliederten Gemeinden das größte und vom Angebot her vielfältigste Touristenzentrum Istriens. In den Sommermonaten steigt die Einwohnerzahl auf siebzigtausend.
Die bei genügender Bewässerung sehr fruchtbaren Roterdeböden (Terra Rossa) in der Gemarkung von Poreč, der Porestina, werden landwirtschaftlich sehr intensiv genutzt. Es wird Obst, Gemüse, vor allem aber Wein kultiviert. Leider werden die alten bodenständigen Sorten wie der gelbe bis grünlichgelbe Malvazija und der rote Teran immer häufiger moderneren Reben geopfert. Nördlich von Poreč, in der Gegend von Tar-Vabriga wird ein qualitativ hochwertiges Olivenöl erzeugt.
Geschichte
Die Gegend war schon sehr früh besiedelt, wie Funde aus dem Neolithikum sowie der Bronzezeit belegen. Um 800 v. Chr. siedelte der illyrische Stamm der Histrer in diesem Gebiet, wahrscheinlich entstand in dieser Zeit auch der erste geschützte Hafen. Das Siedlungszentrum der Histrer, die der Halbinsel auch ihren Namen gaben, lag in Nescactium, in der Nähe von Pula.
Um 100 v. Chr. gelang es den Römern, die Histrer zu besiegen. In Poreč legten sie ein befestigtes Lager (castrum) an, in dessen Nähe sich die römische Stadt (oppidum) sehr schnell entwickelte und schon unter Kaiser Tiberius den Rang einer Kolonie (Colonia Iulia Parentium) erhielt. Die planmäßige Anlage mit den beiden Hauptstraßen Decumanus und Cardo Maximus sowie dem im Zentrum liegenden Forum ist in ihren Grundzügen bis heute erhalten.
Nach der Völkerwanderung geriet Poreč von 539 n. an für etwa 250 Jahre unter oströmische Herrschaft. Aus dieser Epoche stammt das wohl berühmteste Bauwerk der Stadt, die Euphrasius Basilika.
Wechselnde, zum Teil unklare und umstrittene Besitzverhältnisse kennzeichnen die nächsten Jahrhunderte, bis Venedig 1267 die Stadt einnahm und bis zum Ende der Dogenrepublik 1797 in ihrem Besitz hielt. Der heutige Baubestand entstand im Wesentlichen während dieser Zeit, doch wurde durch Bombardements im 2. Weltkrieg leider sehr viel zerstört. Häufige Pestepidemien entvölkerten Poreč jedoch immer mehr, sodass die Stadt gegen Ende des 17. Jahrhundert kaum mehr als 100 Einwohner zählte.
Während der darauffolgenden österreichischen Herrschaft erholte sich Poreč sowohl wirtschaftlich als auch bevölkerungsmäßig, doch ging diese Erholung zu Lasten der kroatischen Bevölkerung, da der in Poreč tagende istrianische Landtag die italienische Minderheit bevorzugte; sogar der Gebrauch der kroatischen Sprache war zeitweise per Dekret verboten.
Nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wurde Poreč bis 1943 Italien zugeschlagen. Die 1944 schwer bombardierte Stadt wurde schließlich 1954 Jugoslawien zugesprochen und gehört seit 1991 der Republik Kroatien an.
Sehenswürdigkeiten
thumb|150px|Euphrasius Basilika Die Euphrasius Basilika oder Euphrasiana, eine dreischiffige Basilika, wurde unter Bischof Euphrasius im späten 6. Jahrhundert erbaut. Ihr angegliedert ist die vorbyzantinische Taufkapelle sowie das Bischofspalais. Besonders bemerkenswert sind die zum Teil gut erhaltenen Mosaiken in der Apsis.
Der Trg Marafor ( Formumsplatz ). Kleiner Platz mit Resten römischer Tempel. Die ursprüngliche römische Bepflasterung blieb erhalten.
Das Kanonikerhaus sowie das Haus der zwei Heiligen sind glänzende Beispiele später romanischer Architektur. Einige gotische Bauwerke befinden sich entlang der Decumata. Aus dem 16. Jahrhundert sind vor allem die beiden Palais Polezini und Sinčič hervorzuheben. Im letzteren befindet sich das Heimatmuseum der Porestina, das eine gute prähistorische- und Antikensammlung aufweist und einige ethnographische Informationen zu Stadt und Landschaft bietet.
Ein letzter Rest der alten Befestigung findet sich im Runden Turm aus dem späten 15. Jahrhundert, der ehemals den östlichen Eingang der früher rundum stark befestigten Stadt bewachte.
