Organon (Aristoteles)

Das Organon (griechisch und lateinisch: organum : Werkzeug, Sinneswerkzeug, Musikinstrument, Orgel, Körperteil, Methode) bezeichnet einen von byzantinischen Gelehrten eingeführten Titel, unter dem die Hauptschriften von Aristoteles über die Logik zusammengefasst wurden. Weitere Ausführungen von Aristoteles zu Problemen der Logik finden sich vor allem in seiner Metaphysik.

Inhaltsverzeichnis

Zur Liste der Aufgliederung des Organons

Das Organon ist systematisch geordnet und besteht aus folgenden Teilen:

Die meisten Ausgaben des Organons enthalten außerdem die von Porphyrios verfasste Einleitung in die Kategorien.

Von wem die Systematik des Organons stammt, ist unbekannt. Möglicherweise geht sie sogar auf Aristoteles selbst zurück. Als sicher gilt jedoch, dass sie nicht der chronologischen Reihenfolge der Niederschrift entspricht. Nach anderen Angaben gehen die Anordnung und die Titel des Organon auf eine Veröffentlichung von Andronikos von Rhodos zurück.

Zum Inhalt der Teile des Organons

Im ersten Teil (Kategorien) wird der Begriff, im zweiten die Aussage (De Interpretatione) behandelt. Alle anderen Teile des Organons sind der Untersuchung von Schlüssen, Deduktionen gewidmet. Aristoteles unterscheidet bereits zwischen Deduktion und Beweis als einer Art der Deduktion. Die Syllogistik stellt den Kern der späteren aristotelischen Lehre der Deduktion dar und wird in der Ersten Analytik untersucht.


Die Topik ist früher als die Analytiken kennt noch keine Syllogismen. Hier beschäftigt Aristoteles sich mit einem methodischen Verfahren Deduktionen zu bilden, das einerseits durch die Art der Prämissen bestimmt ist(anerkannte Sätze, sog. endoxa) und andererseits durch ein bestimmtes Verfahren (Topos) in einer dialektischen Untersuchung Prämissen zu finden, mit Hilfe derer man eine aufgestellte These widerlegen bzw. konsistent vertreten kann. In den Sophistischen Widerlegungen - gewissermaßen ein Anhang zur Topik - thematisiert Aristoteles die verschiedenen Arten von Trugschlüssen.

Zur methodengeschichtlichen Bedeutung

Die methodengeschichtliche Bedeutung des Organons besteht vor allem darin, dass Aristoteles hier als erster Variablen verwendet und dass er mit seinen Axiomensystemen für die Syllogistik die ersten Axiomensysteme überhaupt geschaffen hat. Für die traditionelle Logik bildet das Organon die wichtigste wissenschaftliche Schrift zur Logik.

Zum Mittel der Logik bei Aristoteles

Aristoteles betrachtet die Logik als ein Mittel, um aus Erkenntnissen, die durch die Erfahrung gewonnen wurden, neue, weitere Erkenntnisse zu gewinnen (siehe: Erste Analytik, Erstes Buch, 30. Kapitel).

Im Gegensatz zur idealistischen Auffassung zum Beispiel bei Immanuel Kant, für den in der formalen Logik "der Verstand es mit nichts weiter, als mit sich selbst und seiner Form zu tun hat" (in "Kritik der reinen Vernunft", Vorrede zur zweiten Ausgabe), bemüht sich Aristoteles, die Gesetze des Denkens, die Regeln der Logik materialistisch, das heißt unter bezug auf die Wirklichkeit zu erklären und zu begründen.

Er stützt sich auf den Realgrund als Grundlage für den Erkenntnisgrund, auf den objektiven Zusammenhang von Ursache und Wirkung für die Beweise, auf das Verhältnis von empirischen Arten und Gattungen für die Ordnung der Begriffe (vergleiche Friedrich Ueberweg, System der Logik und Geschichte der logischen Lehren, 1968).

In der Literatur wird auch die Ansicht vertreten, dass Aristoteles' Logik keine reine Logik ist, sondern, von dieser nicht getrennt, auch dialektische Momente einschließt.

Literatur

Weblinks


Kategorie: Philosophisches Werk Kategorie:Griechische Philosophie Kategorie:4. Jahrhundert v. Chr.

See also: Organon (Aristoteles), Analytica Posteriora, Analytica Priora, Andronikos von Rhodos, Aristoteles, Axiomensystem, Beweis, De Interpretatione, Deduktion, Dialektik