Oriongürtel
Der Oriongürtel ist die auffällige Mitte des Sternbildes Orion, welches am Winterhimmels durch seine 3 hellen Sterne 1. Ordnung ins Auge fällt.
Die drei Gürtelsterne sind nur wenig schwächer (2. Ordnung) und fallen durch ihre gerade Linie und gleichen Abstände auf. Im Mittelalter erhielten sie deshalb auch die Bezeichnung "Jakobsstab".
In fast allen Kulturen werden/ wurden sie mit dem Gürtel einer männlichen Figur in Zusammenhang gebracht. Unser heutiges Sternbild war im alten China eines der 28 chinesischen Tierzeichen, der Xiu 宿. Sein Name Shen 參 bedeutet »drei« - vermutlich nach den 3 Gürtelsternen.
Für die alten Ägypter war es eine Erscheinungsform des Gottes Osiris.
Der Jäger Orion (Abkürzung Ori) wurde nach der griechischen Mythologie an den Sternhimmel versetzt, weil er durch seine Zielsicherheit unter den Tieren allzu viel Schaden anrichtete. Die auffallende Konstellation - siehe Bild - liegt nahe dem Himmelsäquator zwischen dem Fluss Eridanus und dem Einhorn. Daher ist Orion von Spätherbst bis Frühlingsanfang auf beiden Erdhälften zu sehen, was die Sagen vieler Völker beflügelt hat.
Beschreibung
Orions Hauptsterne sind Beteigeuze und Bellatrix (sie markieren die breiten Schultern des Jägers) und Rigel (der rechte Fuß).
Die Namen der drei Gürtelsterne stammen aus der arabischen Astronomie des Mittelalters: Alnitak, Alnilam und Mintaka (ζ, ε und δ) bilden den Gürtel des Orion (auch Jakobsstab oder Jakobsleiter genannt). Diese drei Sterne sind quasi das "Markenzeichen" des Sternbilds.
Nur wenige Grade tiefer erkennt bereits das freie Auge ein helles Wölkchen, den Orionnebel. Er hat im Messier-Katalog die Bezeichnung M42 und ist der hellste Emissionsnebel des Sternhimmels. Seine hohe Flächenhelligkeit hat ihn um 1860 zu einem der ersten Nebel-Objekte der Astrofotografie gemacht. Im Infrarot kann man die Entstehung neuer Sterne feststellen.
Im Zusammenhang mit dem Oriongürtel wird er samt den ihn umgebenden Trapezsternen auch das Schwertgehänge genannt.
Genauer betrachtet ist das »Schwertgehänge« die Sternreihe, die sich von Norden nach Süden aus 45 Ori, θ Ori und ι Ori zusammensetzt.
Knapp südlich des linken Gürtelsterns Alnitak befindet sich der berühmte Pferdekopfnebel. Er ist zwar kaum visuell zu sehen - äußerstenfalls in einem sehr lichtstarken Feldstecher - jedoch durch die kopfförmige Dunkelwolke direkt vor einem Emissionsnebel ein bekanntes, kontrastreiches Objekt für fotografisch tätige Hobbyastronomen.
Nur auf professionellen Sternwarten ist hingegen die zwar riesige, aber lichtschwache Barnard's Loop zu erfassen. Sie zieht sich in einem weiten, nördlich des Gürtels beginnenden Bogen von 10-15° Durchmesser um die Gürtelsterne herum und reicht südwärts fast bis zum hellen Stern Rigel.
Mythologie
Der Name des Sternbildes bezieht sich auf den großen Jäger Orion aus der griechische Mythologie, von dessen Lebensgeschichte es allerdings verschiedene Versionen gibt. In einer davon brüstet Orion sich, der beste Jäger der Welt zu sein, was ihm von Zeus Ehefrau Hera verübelt wird. Sie schickt einen Skorpion aus, der Orion einen tödlichen Stich zufügt. Zeus versetzt daraufhin beide an den Himmel. Wenn das Sternbild Skorpion im Osten aufgeht, muss Orion den Himmel im Westen verlassen. Dadurch stehen die beiden Rivalen niemals zusammen am Himmel.
Möglicherweise ist der Name des Sternbilds älter, als die griechische Mythologie selbst. So wird bisweilen die Vermutung geäußert, der Name leite sich vom Akkadischen Uru-anna, »Licht des Himmels«, ab und sei später von den Griechen übernommen worden.
Orion wird in Horaz' Oden, Homers Odyssee und Ilias sowie in Vergils Aeneis erwähnt.
thumb|300px|Foto des Sternbildes
Weblinks
- Foto des Sternbilds von Jerry Lodriguss (engl.)
Siehe auch: Sternbenennung, scheinbare Helligkeit (Größe)
