Mark der DDR

Mark der Deutschen Demokratischen Republik
bis 01.07. 1990
LandDeutsche Demokratische Republik
Unterteilung100 Pfennige
ISO-4217-Code DDM
AbkürzungM

Die Mark der Deutschen Demokratischen Republik (ISO-Abkürzung DDM) oder kurz Mark der DDR (M) war ab dem 14. September 1974 gesetzliches Zahlungsmittel in der DDR und wurde von der Staatsbank der DDR herausgegeben.

Als Ost-Mark wurde die seit Ende Juni 1948 in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. Ostzone als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführte Deutsche Mark (DM) bezeichnet.

Für die – vor allem im westdeutschen Sprachgebrauch – so genannte Ost-Mark, welche die damalige Deutsche Notenbank in Ost-Berlin herausgab, wurde in der DDR bis 1964 die offizielle Bezeichnung Deutsche Mark beibehalten. Im Rahmen eines Geldumtausches nach dem Mauerbau erfolgte dann die Umbenennung in Mark der Deutschen Notenbank (MDN).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Einführung

Die neuen Banknoten und Münzen lösten die bis dahin seit dem 12. Dezember 1967 im Umlauf befindlichen Noten der Mark der Deutschen Notenbank (MDN) ab. Vorläufer dieser war die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (DM). Umgangssprachlich wurde die Mark der DDR einfach als Mark bezeichnet, in Abgrenzung zur DM inoffiziell auch Ostmark.

1 Mark war unterteilt in 100 Pfennige (Pf.).

Die Mark der DDR war eine Binnenwährung, das heißt im Außenhandel und internationalen Reiseverkehr nicht konvertierbar. Im internationalen Zahlungsverkehr wurde mit Valuta-Verrechnungseinheiten bzw. der Valuta-Mark gerechnet. Ausländisches Geld (Sorten) war im DDR-Einzelhandel als Zahlungsmittel in der Regel nicht zugelassen. Ausgenommen waren die Intershops, in denen man nur mit harten Währungen (Devisen oder Westgeld) oder den so genannten Forumschecks bezahlen konnte. Reisende aus dem westlichen Ausland mussten als Mindestumtausch einen festgelegten Betrag in Mark der DDR wechseln. Diese Regelung wurde im inoffiziellen Sprachgebrauch als „Zwangsumtausch“ bezeichnet.

Die Kaufkraft der Mark der DDR läßt sich nur sehr eingeschränkt mit der der Deutschen Mark (DM) vergleichen: Für viele in der DDR subventionierte oder preiskontrollierte Güter des täglichen Grundbedarfs wie Grundnahrungsmittel, Wohnungen oder Bus und Bahn, aber auch Bücher, hatte sie eine deutlich höhere Kaufkraft als die Deutsche Mark. Für Konsumgüter wie Fernseher oder Autos war ihre Kaufkraft dagegen deutlich geringer. Auf dem freien Markt wurde die Mark der DDR lange Zeit für etwa 0,2 Deutsche Mark gehandelt; auch dies taugt aber nur sehr bedingt zur Einschätzung der Kaufkraft. Intern wurde mit Hilfe so genannter Richtungskoeffizienten eine Deutsche Mark 4,40 M gleichgesetzt, was z.B. bedeutete, daß Exportbetrieben für eine DM Exporterlös M 4,40 gutgeschrieben wurden. „Offizieller“ Kurs war jedoch stets 1:1 - allerdings war eine Konversion von M in DM nur sehr begrenzt möglich (z.B. für genehmigte Westreisen von DDR-Bürgern ein bestimmter Betrag pro Reisetag).

Preisbeispiele

In der DDR gab es staatlich vorgeschriebene Festpreise, die offiziell als Einzelhandelsverkaufspreis (EVP) bezeichnet wurden. Diese Preise galten landesweit und waren auf jeder Verpackung aufgedruckt. Der Durchschnittsverdienst pro Monat betrug im Jahr 1970 etwa 748 M, wobei die steuerliche Belastung vergleichsweise gering war.

Währungsunion

Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 wurde die Mark der DDR (M) von der Deutschen Mark (DM) als gesetzliches Zahlungsmittel in der DDR abgelöst. Die DDR-Münzen bis 50 Pfennig waren in einer Übergangszeit auf dem Territorium der DDR weiter gültig, da die Bundesbank anfangs nicht genug Hartgeld zur Verfügung stellen konnte.

Im Zuge der Währungsunion wurden die bestehenden Preise und Löhne im Verhältnis 1:1, Sparguthaben bis zum Höchstbeträgen von 4000 M (Bei Personen ab dem 60. Lebensjahr 6000 M) ebenfalls 1:1, darüber hinaus 2:1 in DM umgetauscht.

Münzen

Prägestätten

Kursmünzen

Seit der Öffnung der Grenze zur BRD und Westberlin wurden die Münzen von einigen abwertend Aluchips genannt, was auf ihr Material, aber auch auf den geringen Umtauschwert der DDR-Währung gegenüber der DM anspielte, der in den ersten Monaten nach Grenzöffnung Spekulationskursen von 1:20 und mehr unterlag. Der hier aufgeführte Satz zeigt nicht alle in Umlauf gewesenen Münzen. Es gab davor noch Aluminium- und Messingmünzen, die eine Ährengarbe auf der Rückseite hatten; die Zahl war dünner und erhabener ausgearbeitet Außerdem gab es Ein- und Zweimarkstücke auf denen noch 1(2) Deutsche Mark stand. Nach einer Übergangszeit wurden diese Münzen aus dem Verkehr gezogen.

Kursmünzen der Deutschen Demokratischen Republik
Vorderseite Rückseite Material Gewicht Durchmesser
1 Pfennig
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_1Pfennig_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_1Pfennig_kl.jpg
Aluminium 0,75 Gramm 15 mm
5 Pfennig
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_5Pfennig_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_5Pfennig_kl.jpg
Aluminium 1,10 Gramm 19 mm
10 Pfennig
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_10Pfennig_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_10Pfennig_kl.jpg
Aluminium 1,50 Gramm 21 mm
20 Pfennig
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_20Pfennig_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_20Pfennig_kl.jpg
Messing 5,4 Gramm 22,2 mm
50 Pfennig
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_50Pfennig_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_50Pfennig_kl.jpg
Aluminium 2,0 Gramm 23 mm
1 Mark
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_1Mark_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_1Mark_kl.jpg
Aluminium 2,5 Gramm 25 mm
2 Mark
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_2Mark_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_2Mark_kl.jpg
Aluminium 3,0 Gramm 27 mm

Gedenkmünzen

Münzen der Deutschen Demokratischen Republik
Vorderseite Rückseite
5 Mark
Gedenkmünze zum 20.Jahrestag der DDR
Bild:DDR_Mark_Vorderseite_5Mark_20JahreDDR_kl.jpg
Bild:DDR_Mark_Rueckseite_5Mark_kl.jpg

Es gab insgesamt 123 Gedenkmünzen die einen Münzwert von 5, 10 oder 20 Mark besaßen. Sie wurden zu verschiedenen Jubiläen oder Anlässen herausgegeben. Sie waren meist aus Silber, Kupfer/Nickel/Zink (Neusilber) oder anderen Legierungen.

Liste der offiziellen Gedenkmünzen der Deutschen Demokratischen Republik
Ausgabejahr Nennwert Bezeichnung erhaltene Auflage stgl. (PP)
196610 MarkKarl Friedrich Schinkel 48.883
20 MarkGotfried W. Leibnitz 48.581
196710 MarkKäthe Kollwitz 61.946
20 MarkWilhelm v. Humboldt 52.598
19685 MarkRobert Koch 100.224
10 MarkJohann Gutenberg 66.526
20 MarkKarl Marx 53.146
19695 Mark 20 Jahre DDR 10,5 Mio
5 Mark Heinrich Hertz 100.217
10 Mark Johann Friedrich Böttger 66.652
20 Mark Johann W. v. Goethe 53.222
19705 Mark Wilhelm C. Röntgen 66.652
10 Mark Ludwig van Beethoven 72.343
20 Mark Friedrich Engels 47.719
19715 Mark Johannes Kepler 100.239
5 Mark Brandenburger Tor 1,7 Mio
10 Mark Albrecht Dürer 61.224
20 Mark Ernst Thälmann 4,89 Mio
20 Mark Heinrich Mann 1,25 Mio
20 Mark Liebknecht/Luxemburg 47.465
19725 Mark Johannes Brahms 100.366
5 Mark Meißen 930.094
10 Mark Heinrich Heine 55.336
10 Mark Buchenwald 3,55 Mio
20 Mark Friedrich Schiller 3,65 Mio
20 Mark Lucas Cranach 47.548
20 Mark Wilhelm Pieck 2,39 Mio
19735 Mark Otto Lilienthal 100.234
10 Mark Weltjugendspiele 2,74 Mio
10 Mark Berthold Brecht 55.413
20 Mark Otto Grotewohl 1,53 Mio
20 Mark August Bebel 47.197
19745 Mark Philipp Reis 100.122
10 Mark 25 Jahre DDR 2,29 Mio
10 Mark 25 Jahre DDR, Städtemotiv 52.585 (200)
10 Mark C. D. Friedrich 49.416 (100)
20 Mark Immanuel Kant 44.465 (4.284)
19755 Mark Thomas Mann 102.354
5 Mark Jahr d. Frau 161.047
10 Mark Albert Schweitzer 63.433 (1.040)
10 Mark Warschauer Vertrag 1,91 Mio
20 Mark Johann Seb. Bach 49.497
19765 Mark Ferdinand Schill 100.216
10 Mark 20 Jahre NVA 593.765
10 Mark Carl Maria v. Weber 45.042 (6.037)
20 Mark Wilh. Liebknecht 43.160 (4.020)
19775 Mark Ludwig Jahn 90.675 (10.000)
10 Mark Otto von Guericke 43.443 (6.000)
20 Mark Carl Friedrich Gauß 42.502
19785 Mark Jahr d. Antiapartheid 257.262 (4.000)
5 Mark Friedrich G. Klopstock 70.500 (4.500)
10 Mark Gem. Weltraumflug 591.565 (2.200)
10 Mark Justus Liebig 40.058 (4.500)
20 Mark Gottfried Herder 36.550 (4.500)
19795 Mark Albert Einstein 55.475 (4.500)
10 Mark Ludwig Feuerbach 38.834 (4.500)
20 Mark Gotthold E. Lessing 39.343 (4.521)
20 Mark 30 Jahre DDR 642.075
19805 Mark Adolph von Menzel 54.750 (5.500)
10 Mark Gerhard v. Scharnhorst 49.47 (5.500)
20 Mark Ernst Abbe 39.00 (5.503)
19815 Mark T. Riemenschneider 54.500 (5.500)
10 Mark 700 J. Münze Berlin 54.540 (5.500)
10 Mark 25 Jahre NVA 626.700 (5.500)
10 Mark Georg W. F. Hegel 49.500 (5.500)
20 Mark Freiherr vom Stein 39.264 (5.500)
19825 Mark Goethes Gartenhaus 220.400 (5.500)
5 Mark Wartburg b. Eisenach 221.283 (5.500)
5 Mark Friedrich Fröbel 54.500 (5.500)
10 Mark Gewandhaus Leipzig 49.165 (5.500)
20 Mark Clara Zetkin 39.500 (5.500)
19835 Mark Luthers Geburtshaus 238.580 (5.500)
5 Mark Schloßkiche Wittenberg 237.800 (5.500)
5 Mark Max Planck 45.800 (4.380)
10 Mark Richard Wagner 49.500 (5.500)
10 Mark 30 J. Kampfgruppen 393.980 (5.000)
20 Mark Karl Marx 656.614 (6.000)
20 Mark Martin Luther 40.500 (5.500)
19845 Mark Freiherr von Lützow 45.000 (5.000)
5 Mark Rathaus Leipzig 219.501 (5.500)
5 Mark Thomaskirche Leipzig 225.840 (5.500)
10 Mark Alfred Brehm 40.000 (5.000)
20 Mark Georg F. Händel 35.900 (4.500)
19855 Mark Frauenkirche Dresden 225.100 (8.000)
5 Mark Friederike Caroline Neuber 51.825 (5.000)
5 Mark Wallpavillon Zwinger Dresden 219.520 (5.500)
10 Mark Humboldt-Universität 38.000 (4.000)
10 Mark Semper-Oper 55.002 (5.000)
10 Mark 40 J. Befreiung 606.010 (5.000)
20 Mark Ernst Moritz Arndt 36.000 (4.000)
19865 Mark Schloss Sanssouci 295.340 (4.200)
5 Mark Neues Palais 294.002 (4.204)
5 Mark Heinrich von Kleist 46.700 (4.000)
10 Mark Ernst Thälmann 581.640 (4.002)
10 Mark Charité Berlin 38.000 (4.101)
20 Mark Gebrüder Grimm 37.650 (3.508)
19875 Mark Rotes Rathaus 495.110 (4.200)
5 Mark Alexanderplatz 496.202 (4.200)
5 Mark Nikolaiviertel 314.134 (4.200)
5 Mark Brandenburger Tor 314.134 (4.200)
10 Mark Schauspielhaus Berlin 46.100 (4.000)
20 Mark Stadtsiegel Berlin 36.775 (2x2.100)
19885 Mark Überseehafen Rostock 392.801 (3.200)
5 Mark Ferneisenbahn Saxonia 401.800 (3.200)
5 Mark Ernst Barlach 51.601 (3.000)
10 Mark Ulrich von Hutten 37.000 (3.000)
10 Mark 40 Jahre Sportbund 540.220 (3.200)
20 Mark Carl Zeiss 35.020 (3.001)
19895 Mark Zwickau 402.140 (3.200)
5 Mark Carl v. Ossietzky 50.400 (3.066)
5 Mark Mühlhausen 401.900 (3.200)
10 Mark Johann G. Schadow 39.200 (3.000)
10 Mark 40 Jahre DDR 588.900 (3.080)
10 Mark 40 Jahre RGW 97.000 (3.000)
20 Mark Thomas Müntzer 38.500 (3.090)
19905 Mark Kurt Tucholsky 50.171 (4.000)
5 Mark Zeughaus Berlin 407.620 (4.200)
5 Mark 500 J. Postwesen 392.720 (4.200)
10 Mark 100 Jahre 1. Mai 589.457 (4.367)
10 Mark Johann G. Fichte 40.564 (4.200)
20 Mark Brandenburger Tor (Ag) 154.525 (12.100)
20 Mark Andreas Schlüter 37.000 (3.500)
20 Mark Brandenburger Tor (Ns) 302.00

Vernichtung der Münzen

Zirka 4.500 Tonnen Münzen wurden eingeschmolzen, aber zahlreiche Stücke befinden sich immer noch im Besitz von Sammlern und Nostalgikern.

Banknoten

Die Banknoten haben ein allgemeines Erscheinungsbild mit einer berühmten Persönlichkeit, der Wertangabe in Zahlen unten links, dem Wappen der DDR und dem Schriftzug „Staatsbank der DDR“ oben mittig, darunter befindet sich die Wertangabe ausgeschrieben in „Mark der Deutschen Demokratischen Republik“ und die Jahreszahl. Die Rückseite zeigt eine typische Alltagssituation der Menschen der DDR und links daneben ein weiteres Mal das Wappen der DDR. Als Sicherheitsmerkmale sind Wasserzeichen und ein Metallstreifen vorhanden. thumb|300px|5-Mark-Banknote aus dem Jahr 1975

5 Mark

Die kleinste Banknote der Serie (11,3 * 5,0 cm) bildet einen der Anführer des Deutschen Bauernkrieges, Thomas Müntzer ab. Die Banknote ist in lila Farben gehalten. Die Rückseite zeigt mehrere Getreideerntemaschinen bei ihrer Arbeit. Diese Banknote wurde zweifelsohne den Bauern des Landes gewidmet.


thumb|300px|10-Mark-Banknote aus dem Jahr 1971

10 Mark

Diese Banknote (12,05 * 5,3 cm) bildet die deutsche Frauenrechtlerin Clara Zetkin ab und ist bräunlich gestaltet. Die Rückseite zeigt eine junge Wissenschaftlerin bei ihren wissenschaftlichen Untersuchungen. Diese Banknote ist den Frauen und zugleich der Wissenschaft in der DDR gewidmet. Das sozialistische System und damit auch die DDR sah die Wissenschaft als ihren Stützpfeiler in der Welt. Mit dieser Banknote wollte die DDR auch die hohe Stellung der Frau bekräftigen und sie würdigen.


thumb|300px|20-Mark-Banknote aus dem Jahr 1975

20 Mark

Diese in Grün gehaltene Note (12,8 * 5,6 cm) trägt das Bildnis des Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe. Goethe war bereits seit 1967 auf der 20-MDN-Banknote abgebildet, die damalige 10-MDN-Banknote zeigte Friedrich Schiller. Auf der Rückseite der ab 8. Dezember 1975 herausgegebenen Note sind mehrere Schüler beim Verlassen des Schulgebäudes zu sehen. Dieser Geldschein trägt den Gedanken der Bildung in der DDR.


thumb|300px|50-Mark-Banknote aus dem Jahr 1971

50 Mark

Auf dem in Rot gehaltenen 50-Mark-Schein (13,6 * 5,9 cm) ist Friedrich Engels, der Mitbegründer der Marxschen Theorie, zu erkennen. Der auf das Jahr 1971 datierte Geldschein zeigt auf der Rückseite einen großen Industriekomplex ( PCK Schwedt ), die vor allem im Chemiedreieck bei Bitterfeld zu finden waren. Die abgebildeten Chemiewerke und Kraftwerke lassen den Betrachter zunächst ein Wirrwarr aus Rohren und Schornsteinen erkennen. Mit dieser Banknote sollte ohne Zweifel die wichtige Bedeutung der Industrie in der DDR unterstrichen werden.


thumb|300px|100-Mark-Banknote aus dem Jahr 1971

100 Mark

Die höchste und bekannteste herausgegebene Banknote der DDR (14,5 * 6,2 cm) war im Nennwert von 100 Mark. Die blaue Banknote bildet den Begründer des Kommunismus, Karl Marx, ab. Auf der Rückseite wird die Straße Unter den Linden mit Blick auf den Palast der Republik gezeigt. Im Hintergrund sind der Berliner Fernsehturm und das Rote Rathaus zu erkennen. Dieses Zusammenspiel aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Volk sollte das sozialistische System ehren und die DDR als impulsives und modernes Land darstellen.

200 und 500 Mark

thumb|300px|200 Mark der DDR (Revers) thumb|300px|200 Mark der DDR (Avers) thumb|300px|500 Mark der DDR (Revers) thumb|300px|500 Mark der DDR (Avers) Es wurde von der Staatsbank der DDR geplant, eine 200- und eine 500- Mark- Banknote erscheinen zu lassen. Sie kamen aber nie in Umlauf, obwohl sie 1971 und 1984 schon „auf Vorrat“ gedruckt wurden. Die Währungsunion kam dem zuvor. Anders als bei den in Umlauf befindlichen Noten wurden auf der Vorderseite keine Persönlichkeiten dargestellt.

Auf dem 200-Mark-Schein (15,2 * 6,4 cm) war auf der Vorderseite eine Familie mit zwei Kindern vor einem typischen DDR-Neubau-Hochhaus und auf der Rückseite ein Kindergarten/Schulhort mit acht Kindern und einem Betreuer abgebildet. Das Wasserzeichen war eine Friedenstaube.

Auf dem 500-Mark-Schein (16,0 * 6,8 cm) waren auf der Vorderseite das Emblem des DDR (Hammer, Zirkel, Ährenkranz) und auf der Rückseite das Staatsratsgebäude der DDR abgebildet.

Vernichtung der Banknoten

Das gesamte Papiergeld (ca. 100 Mrd. DDR-Mark bzw. 620 Millionen Geldscheine mit einem Volumen von 4500 m³ (ca. 300 Güterwaggons), einschließlich den bei der Währungsunion eingesammelten Banknoten und den nicht ausgegebenen 200- und 500-Mark-Banknoten, wurde in den Jahren 1990 und 1991 in zwei 300 Meter lange Sandsteinstollen der Thekenberge bei Halberstadt eingelagert. Insgesamt wurden dort 3000 Tonnen Scheine, Sparbücher, Tank- und Forumschecks eingelagert, die per Militärlastzug vom alten Berliner Reichsbanktresor dorthin gebracht wurden. Durch die Fusion mit der Staatsbank der DDR 1994 ging das Geld in den Besitz der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über.

Das 13 km lange Stollensystem war Ende des Zweiten Weltkrieges von KZ-Häftlingen angelegt worden und wurde zu DDR-Zeiten als Bunker der NVA unter dem Decknamen „Malachit“ bzw. als Komplexlager KL-12 NVA-Nr.16/630 genutzt. Er war der flächengrößte Bunker und diente zum Einlagern kriegswichtiger Geräte und Munition. Das Geld war durch zwei Meter dicke Betonmauern und schwere Stahltüren vor Diebstahl gesichert. Es sollte aus Kostengründen dort durch die natürliche Feuchtigkeit einfach verrotten und wurde zusätzlich noch mit Kies überdeckt.

Im Juli 2001 wurde festgestellt, dass es zwei Halberstädtern seit 1999 gelungen war, wiederholt in das Stollensystem über einen ungesicherten Verbruch einzudringen und zahlreiche Banknoten zu entwenden. Die 24 und 26 Jahre alten Männer sind vom Amtsgericht Halberstadt zu jeweils einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt worden, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Weiterhin mussten sie 120 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Heute tauchen gelegentlich 200 M- und 500 M-Scheine aus diesen Beutezügen bei Sammlern auf.

Wegen des Diebstahls und der langsamen Verrottung der Geldscheine entschied sich die KfW nun, die Banknoten zu verbrennen. Dazu ließ man ab März 2002 die Stollenabschlusswände abreißen und holte die mit Sand und Kies vermischten Scheine heraus. Noch Untertage wurde von der Firma „Schachtbau Nordhausen“ per Trommelsieb das Geld vom Erdreich befreit und in Container zu 33 m², Inhalt 60 bis 65 Tonnen, verbracht. Man ließ diese ab April 2002 (pro Tag ca. sechs Container) per LKW in die niedersächsischen Schöningen bei Helmstedt in der „Thermischen Restabfall-Vorbehandlungsanlage“ (Müllverbrennungsanlage) am Braunkohlewerk Buschhaus bringen und dort verbrennen. Am 25. Juni 2002 wurde der letzte der 298 Container mit Hausmüll vermischt und verbrannt.

Militärgeld der DDR

Hierbei handelt es sich um nie in Umlauf gebrachte Banknoten, die 1955 gedruckt wurden. Es waren die „normalen“ in Umlauf befindlichen Banknoten von 5 bis 100 Mark, die mit einem Handstempel versehen waren (Staatswappen und "Musternote"). Ihre Einführung wurde 1980 vorbereitet, aber nicht durchgeführt.

Das Militärgeld sollte bei Auslandseinsätzen der Nationalen Volksarmee (NVA) zum Einsatz kommen.

Die in Sammlerkreisen kursierenden Noten wurden wahrscheinlich beim Abtransport des Geldes 1990 entwendet.

Literatur

Weblinks

See also: Mark der DDR, 1. Juli, 12. Dezember, 14. September, 1948, 1964, 1967, 1974, 1990, Adolph von Menzel