Deutsche Ostsiedlung
Als mittelalterliche Deutsche Ostsiedlung (früher auch: Deutsche Ostkolonisation) bezeichnet man die Ansiedlung deutscher Siedler in das damals wenig besiedelte und überwiegend slawisch und teilweise baltisch bewohnte Gebiet östlich der Elbe und Saale, in der Steiermark und Kärnten. Die Emigration der Walser aus dem Kanton Wallis in zuvor von Romanen besiedelte Gebiete hatte zum Teil dieselben Voraussetzungen wie die deutsche Ostsiedlung.
[[Bild:Deutsche Mundarten.PNG|185px|thumb|Das deutsche Sprachgebiet als Folge der Ostsiedlung (Siedlungsstand: 31. Dezember 1937)]]
Diese Besiedlung nahm ihren Anfang im 11. Jahrhundert, und erlebte ihren Höhepunkt am Ende des 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts. Mitte des 14. Jahrhunderts brach die Siedlungsbewegung in Folge der großen Pestepidemien jener Zeit ein; außerdem waren die ertragreichsten Siedlungsgebiete schon besetzt.
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Umfeld
Die deutsche Ostsiedlung schließt sich an die Eroberungen Karls dem Großen im Zuge seiner Expansion des Frankenreiches und dessen Sicherung durch Grenzmarken an. Die Ostgrenzen waren einem ständigen Druck der Nachbarvölker ausgesetzt. Bei den Nachbarn handelte es sich (von Norden nach Süden) um Dänen (oder Normannen), verschiedene slawische Völker (u.a. Abodriten, Wenden, Wilzen, Sorben, Böhmen, Mähren) sowie im 9. und 10. Jahrhundert Madjaren (Ungarn). Unter den ostfränkischen Königen Ludwig dem Deutschen (Karls Enkel) und mehr noch unter Arnulf von Kärnten kam es zu ersten Siedlungswellen insbesondere von Franken und Bajuwaren, die bis in den Raum der heutigen Slowakei und des ehemaligen Pannonien (im Wesentlichen der Raum des heutigen Burgenlands, Ungarns und Sloweniens) ausgriffen. Die Pioniere wurden dabei von Missionaren begleitet, die bereits frühzeitig auch den kulturellen deutschen Einfluss in den entsprechenden Gebieten etablierten – mit durchaus unterschiedlicher Wirkungstiefe. Im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem (und im) Großmährischen Reich entwickelte sich hier eine Konkurrenz von West- und Ostkirche (s. Byzantinisches Reich, Morgenländisches Schisma), die – etwa in der "mentalen" Orientierung der Tschechen einerseits und der Slowaken andererseits – bis heute fortwirkt.
Um die stets instabilen Reichsgrenzen zu sichern, wurden unter den Ottonen und Saliern nach kurzen Unterwerfungsfeldzügen in Gebiete jenseits der Reichsgrenze dort Grenzmarken (vorgeschobene Ländereien unter verbündeten oder vertrauten Fürsten) etabliert. Diese Marken wurden von den Fürsten mit Menschen aus dem Reich (Deutsche, Niederländer), denen dort Landbesitz und Privilegien (beispielsweise das erbliche Schulzenamt) gewährt wurden, besiedelt.
Meist wurde die Besiedlung von so genannten "Lokatoren" organisiert. Die fortschrittlicheren landwirtschaftlichen Methoden und rechtlich-verwaltungstechnische Organisation sowie die parallel erfolgende Christianisierung der Einwanderer führten zu eine graduellen Transformation der Marken. Ehemals sprachlich und kulturell slawische Gebiete wurden in zahlreichen Fällen dem Heiligen Römischen Reich als deutsche Länder angegliedert. Die ursprünglich dort etablierten Fürsten wurden dann Fürsten des Reichs.
Neben diesen direkt am Reich anliegenden Marken bestand auch eine Siedlungsbewegung in weiter entfernt liegende Gebiete (Riga, Karpaten, Siebenbürgen). Auch in diesen Gebieten hielten sich oft lange Zeit kulturelle und sprachliche deutsche Einflüsse.
Die Menschen in Gebieten östlich des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren (zumindest zu Beginn) noch heidnisch, so dass deutsche Siedler häufig als Mönche Missionare begleiteten.
Historische Entwicklung einiger Marken und Regionen
In Norddeutschland gingen der Ostsiedlung Auseinandersetzungen Karl des Großen mit den nicht-christlichen Sachsen voraus, als Karl der Große seine Reichsgrenzen sichern wollte (siehe Sachsenkriege (Karl der Große)). Auf Seiten Karls standen die Abodriten (die allerdings wechselnde Koalitionen eingingen und sich nach 800 auch wieder gegen das Reich wendeten), die Sachsen konnten zeitweise auf die Unterstützung der Borussen und der Dänen zählen. Die Entscheidung fiel im Jahre 804, und die Landstriche westlich der Elbe wurden gesicherter Teil des Frankenreiches. Das Land östlich der Elbe blieb vorerst außerhalb der Grenzen des späteren Heiligen Römischen Reichs (siehe Limes Saxoniae).
Harald Blauzahn, damals ein Lehnsmann von Kaiser Otto I., nahm Zuflucht vor seinem Sohn an der Ostsee nahe der Odermündung, in dem Landstrich, der ab 1050 als Pommern bekannt geworden ist.Die 928 und 948 errichteten Bistümer Brandenburg und Havelberg wurden im Slawenaufstand 983 zerstört.
Nordalbingen
Die Grenzmark Nordalbingen nördlich der Elbe bis zur Grenze mit Dänemark bei Haithabu wurde im 10.-11. Jahrhundert Teil des Reiches.
Mark der Billungen und Mark Brandenburg
Die Mark der Billunger und die Nordmark waren auch unter den Saliern und Ottonen noch nicht Teil des Reiches.
Erst zur Zeit Albrecht von Ballenstedts (Albrecht der Bär) aus dem Haus der Askanier (siehe auch: Anhalt) kam die Nordmark zur Mark Brandenburg und wurde somit Teil des Kaiserreichs. Heinrich der Löwe unterwarf 1147 die Mark der Billunger, das spätere Mecklenburg, als Lehnsherr und 1164 das weiter östlich an der Ostsee gelegene Pommern. 1181 wurden Mecklenburg und Pommern formell Teile des römisch-deutschen Reichs.
Etwas später wurde mit Schlesien die letzte Erweiterung nach Osten abgeschlossen. Das an Schlesien anschließende Polen erwies sich als stark genug, eine weitere Ostausdehnung des Reiches zu verhindern.
(zu bearbeiten; es fehlen z. B. Details zur Expansion nach Pommern, ins Wartheland und ins Baltikum. Das ganze Kapitel muss gfs. neu geordnet werden.)
Sachsen
Im späteren Herzogtum Sachsen wurden zuerst mehrere Marken (Mark Lausitz, Mark Meißen, Thüringer Mark, Mark Zeitz) eingerichtet (siehe dazu: Limes Sorabicus).
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Schlesien
Schlesien wurde 1202 in zwei Herzogtümer aufgeteilt und gleichzeitig von Polen unabhängig. Seit Beginn des 13. Jahrhunderts stießen verstärkt deutsche Siedler ins Land, die im Laufe der Jahrzehnte mehr als 100 neue Städte und über 1200 Dörfer nach deutschem Recht gründeten. Viele Kirchen und Hospitäler entstanden. Auch die ursprünglichen slawischen Siedlungen passten sich zum großen Teil rechtlich, sozial und sprachlich den deutschen Siedlungen an. Die Zuwanderer stammten überwiegend aus dem mittelfränkischen Sprachraum (aus der Umgebung von Mainz), aus Hessen und aus Thüringen. Der Dialekt der Niederschlesier wurde daher zu einer Mundart, die mittelfränkische, hessische, thüringische und slawische Merkmale vereinte.
Die Bevölkerung wuchs auf mindestens das Fünffache. Die deutsche Besiedlung wurde maßgeblich von Herzog Heinrich I. von Schlesien und dessen Frau Hedwig von Andechs (St. Hedwig) (1201–1238) initiiert. Dieser versuchte auch, das Herzogtum Oppeln sowie Groß- und Kleinpolen seinem Herzogtum einzuverleiben. Wegen der Mongoleneinfälle ab 1241 scheiterte sein Plan.
Ab 1249 zerfielen das Herzogtum Schlesien und ab 1281 das Herzogtum Oppeln in zeitweilig mehr als ein Dutzend kleiner, miteinander rivalisierender piastischer Fürstentümer. In dieses Machtvakuum versuchten Böhmen und später auch das 1320 wiedererrichtete Polen einzudringen. Bereits 1289 bis 1292 kam die Grafschaft Glatz zur böhmischen Krone.
Schließlich unterstellten sich die Piasten in den Herzogtümern Schlesien und Oppeln einzeln oder in Gruppen als Vasallen der Lehnshoheit der böhmischen Könige. 1353 gewann Böhmen das Herzogtum Schweidnitz-Jauer durch die Heirat Karls IV. mit der schweidnitz-jauerschen Erbin Anna. Mit dem Vertrag von Visegrád (1333), im Ausgleich von Trencín (1335) sowie im Vertrag von Namyslow (1348) anerkannten die polnischen Könige die böhmische Oberherrschaft. Der wichtigste dieser Verträge war das Abkommen von Trencín, das 1339 bestätigt wurde. Mit ihm verzichtete König Kasimir III. von Polen auf seine Ansprüche auf Schlesien. 1348 schließlich integrierte der böhmische König und deutsche Kaiser Karl IV. Schlesien in das Königreich Böhmen und damit in das Heilige Römische Reich. Niederschlesien wurde in der Folgezeit Teil des deutschen Sprachraums, während Oberschlesien, vergleichbar dem Siedlungsgebiet der Sorben, deutsch - slawisches Mischgebiet blieb.
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Böhmen und Mähren
Der Zerfall des Großmährischen Reiches
Nach dem um 985 einsetzenden Zerfall des Großmährischen Reiches, dessen Begründer Rastislaw (auch: Rastislav) das Land durch die aus Byzanz gerufenen Missionare Kyrill und Method an die Ostkirche binden wollte, erschienen böhmische Fürsten, darunter der Přemyslide Spitignew beim Reichstag zu Regensburg. Es kam zu einer neuerlichen Anlehnung an das Ostfränkische Reich, die innerhalb des böhmischen (tschechischen) Adels jedoch höchst umstritten blieb: 929 ermordete der Přemyslide Bleslaw seinen Bruder, den regierenden Herzog Wenzel, wegen dessen Gefolgschaft und seinem von deutschen Missionaren übernommenen Christentum. Der deutsche König Heinrich I. zog daraufhin gen Prag, um den Aufstand gegen die Reichshoheit niederzuwerfen. Bereits 950 erkannte Herzog Boleslaw der Grausame die deutsche Lehenshoheit an und leistete Heeresfolge, so in der Schlacht auf dem Lechfeld 955. 973 wurde unter der Ägide des hl. Wolfgang, Bischof von Regensburg, das Prager Bistum gegründet, dessen erster Bischof 976 der sächsische Benediktinermönch Thietmar wurde. Böhmen wurde danach dem Erzbistum Mainz untergeordnet. Nachfolger Thietmars wurde 983 der hl. Adalbert, ein Slawe – er gründet 993 das Benediktinerkloster St. Margaret in Brewnow. 997 wurde Adalbert von heidnischen Prussen getötet.
Heinrich II. "der Heilige", Kaiser von 1014 bis 1024, vertrieb 1004 den polnischen Herzog (und späteren König) Bolesław Chrobry, der zuvor große Teile Böhmens sowie Mähren und Schlesien erobert hatte. Böhmen wird erneut zum deutschen Lehensstaat; die böhmischen Herzöge waren nun zum Besuch der Hoftage und zur Heerfahrt verpflichtet. Günter, genannt "der Selige", Mönch des Benetiktinerklosters Altaich und von fürstlicher Herkunft, ließ sich 1006 als Einsiedler im Böhmerwald nieder; durch den damaligen Urwald wurden neue Verbindungswege zwischen Böhmen und Bayern geschaffen. Auf Günter geht die Gründung des Benetiktinerklosters Raigern in Mähren zurück. Von herausragender Bedeutung war später der – neben zahlreichen anderen so genannten Säumerwegen – frühzeitig entstandene Goldene Steig als wichtigster Handelsweg zwischen Bayern und Böhmen. Entlang dieser Säumerwege entstanden zahlreiche neue Orte diesseits und jenseits des Böhmerwaldes; u. a. verdankt die Stadt Prachatice (deutsch Prachatitz) dem Goldenen Steig ihre Gründung und Blüte ab dem 14. Jahrhundert.
1030 vereinigte Bretislaw Böhmen und Mähren, nachdem dieses geraume Zeit unter polnischer Herrschaft gestanden hatte. Beide Länder sind nunmehr Lehen des Heiligen Römischen Reiches. 1034 bis 1055 eroberte Herzog Bretislaw weite Teile Polens und versuchte, vom Reich abzufallen, was zu langwierigen Auseinandersetzungen mit dem deutschen König Heinrich III. führte.
1063 initierte Herzog Wratislaw die Gründung des Bistums Olmütz; 1085 krönt ihn Kaiser Heinrich IV. in Mainz zum König von Böhmen.
1142 wurde durch Mönche des Prämonstratenser-Klosters Steinfeld bei Köln das Kloster Strahov gegenüber der Prager Burg (Hradschin) gegründet. Die "weißen Mönche" avancierten in der Folge zum bedeutendsten deutschen Missionsorden in Böhmen und Mähren. 1117 rief Herzogin Richsa Benediktinermönche aus Zwiefalten (Württemberg) nach Kladrau (tschech. Kladruby). Es entstanden in jener Zeit auch die Benediktinerklöster Münchengrätz, Seelau und Postelberg. 1158 krönte Kaiser Friedrich Barbarossa auf dem Reichstag zu Regensburg Herzog Wladislaw II. (Regierungszeit von 1140 bis 1173) zum König. Er ruft Mönche aus Langheim (Oberfranken) ins Land, die das Zisterzienser-Kloster Plaß gründen. Zuvor war 1142 von Waldsassen aus das Zisterzienser-Kloster Sedletz bei Kuttenberg (tschech. Kutná Hora) gegründet worden, dessen "graue Mönche" als Wegbereiter des Garten- und Feldbaues im Böhmen gelten. 1199 kommt das Zisterzienser-Kloster Osseg hinzu. Mönche aus Plaß waren 1205 auch für die Errichtung des Klosters Welehrad in Mähren verantwortlich.
Besiedlungswellen unter den Přemysliden
Zu jener Zeit kam es – 1198 war Herzog Ottokar I. Přemysl die erbliche Königswürde verliehen worden, die 1212 durch Kaiser Friedrich II. durch eine Bulle bestätigt wurde – zu einer bedeutenden Besiedlungswelle. Der Johanniter-Orden erhielt 1215 in Mähren vom Marktgrafen Wladislaw Heinrich das Recht, auf allen seinen Besitzungen Kolonisten – oder Gastarbeiter – nach dem Recht der Deutschen anzusiedeln. König Wenzel I. (er regierte von 1230 bis 1253) bestätigte den Schutzbrief der Prager Deutschen: "Wer es aber vielleicht wagen sollte, unsere Zugeständnisse zu verletzen, indem er die vorgenannten Deutschen über das festgesetzte Recht hinaus stark belastet, der soll wissen, das er wie ein Verbrecher an der königlichen Majestät bestraft wird und außerdem den Fluch des Allmächtigen Gottes in Ewigkeit zu tragen haben wird." – Im Jahr 1249 berichteten die Kolmarer Jahrbücher, dass der böhmische König mit Hilfe der Deutschen aus den Gold- und Silberbergwerken "ungeheuren Reichtum" aufgehäuft habe.
Unter König Přemysl Ottokar II., der von 1253 bis 1278 regierte, wurden erneut in großem Umfang deutsche Handwerker und Bauern ins Land geholt. Sie sollten nicht zuletzt dazu beitragen, die wirtschaftliche Grundlage seiner Macht zu sichern. Aus dem deutschen Rittertum rekrutierte sich ein bedeutender Teil der Beamtenschaft des Königs. Es kam zur Gründung zahlreicher deutscher Städte; in der Zeit von 1245 – 1281 entstanden unter maßgeblicher Führung von Bruno von Schaumburg, Bischof von Olmütz und Kanzler von König Přemysl Ottokar II., 200 deutsche Ortschaften. Vom tschechischen Adel zu einer reichsfeindlichen Politik gedrängt, kam es zur Konfrontation mit dem römischen Kaiser. Ottokar II. wurde am 26. August 1278 auf dem Schlacht auf dem Marchfeld von Rudolf I. von Habsburg geschlagen und, wie es heißt, auf der Flucht ermordet.
Blüte der deutschen Kultur im Hochmittelalter
In Böhmen kam es im Hochmittelalter zu einem Aufblühen der deutschen Kultur, gefördert durch die Gründung der Karls-Universität Prag durch Kaiser Karl IV. 1348. Schon zuvor erfuhr die höfische Dichtung eine bemerkenswerte Nachblüte: 1235 kam Reimar von Zweter, ein Schüler Walthers von der Vogelweide, an den Hof König Wenzels I. und verbrachte dort sechs Jahre. Ulrich von dem Türlin, Heinrich Frauernlob, der Meißner u. a. hielten sich bei Hofe auf. Um 1250 wurde Ulrich von Eschenbach in Böhmen geboren, der als der erste namentlich bekannte deutsche Dichter aus Böhmen gilt. König Wenzel II. selbst dichtete Lieder in deutscher Sprache. Höhepunkt dieser literarischen Glanzzeit ist die epische Dichtung Heinrichs von Freiberg (vermutlich ebenfalls in Böhmen geboren) um 1300.
(zu ergänzen)
Österreich, Kärnten
Die aus der Awarenmark hervorgegangene Marcha Orientalis – neben Karantanien (s. Kärnten) Kern des späteren Österreich – war ein Landstrich entlang beider Seiten der Donau, etwa von Larch bis Preßburg.
Das Herzogtum Kärnten entwickelte sich später aus der Mark Kärnten, der Mark Krain und der Mark Istrien.
(zu bearbeiten – Siehe Diskussion zum Artikel!)
Zeittafel
- 1139 erobern die Holsten beziehungsweise Holsteiner, Stormarner und Dithmarscher das Land der Wagrier (Abodriten).
- 1143 gründet Graf Adolf II. von Schauenburg Lübeck und ruft zur Besiedlung Ostholsteins auf.
- Im 12. Jahrhundert wird die Mark Meißen (das spätere Kurfürstentum Sachsen) besiedelt. Ein Siedlungsgebiet entsteht in Siebenbürgen.
- Im 12. bis 13. Jahrhundert werden in Pommern, der Mark Brandenburg, Schlesien, dem Sudetenland und den östlichen Gebiete Österreichs Kloster und Städte angelegt. Der Ordensstaat wird gegründet.
- Die Tatareneinfälle im 13. Jahrhundert machten weite Landstriche menschenleer. Siedler aus dem Westen wurden geholt und Städte neu errichtet. Während im Jahre 955 die Madjaren bis nach Westeuropa vordrangen, wurden die Tataren kurz vor den Toren Berlins aufgehalten.
- Mitte des 14. Jahrhunderts brach die Siedlungsbewegung in Folge der großen Pestepidemien jener Zeit ein.
Siehe auch: Geschichte Deutschlands, Geschichte Österreichs, Geschichte Polens, Geschichte Jugoslawiens, Ungarn, Rumänien, Litauen, Lettland, Estland Wenden, Abodriten, Westslawen, Deutsche Stämme, Deutschsprachige Minderheiten, Deutscher Orden
Literatur
- Müller-Sternberg, Robert: Deutsche Ostsiedlung, eine Bilanz für Europa. Bielefeld: Gieseking, 1971.
- Urkunden und erzählende Quellen zur deutschen Ostsiedlung im Mittelalter I. Mittel- und Norddeutschland. Ostseeküste. 1984. – 3. verb. Aufl. ISBN 3-53405-960-3
- Higounet, Charles: Die deutsche Ostsiedlung im Mittelalter. Berlin: Siedler, 2001. – ISBN 3-88680-141-1
- Schulz-Vobach, Klaus Dieter: Die Deutschen im Osten. Vom Balkan bis Sibirien. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1989. – ISBN 3-45508-331-5
Weblinks
- Basiswissen mittelalterliche deutsche Ostsiedlung
- Historikertagung im sächsischen Wurzen 2004: Eine Welt im Umbruch – Sachsen im Zeitalter der Ostsiedlung (Pressemitteilung)
- Historische Karten von Schlesien: Deutsche Ostsiedlung
- Sudetendeutsche Geschichte – große Karte der Deutschen Ostsiedlung
