Oswald Pohl
Oswald Pohl (* 30. Juni 1892 in Duisburg; † 7. Juni 1951 Landsberg, hingerichtet) war ein maßgeblich an der Durchführung des Holocaust beteiligtes Mitglied der SS.
Leben
Oswald Pohl wurde als Sohn eines einfachen Werkzeugmeisters in Duisburg geboren. Nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Schiffsoffizier erlangte er rasch den Kapitänsrang. Im Anschluss heuerte Pohl eine Zeitlang bei der Handelsmarine an. 1926 heuerte er ab und schloss sich der NSDAP (Mitgliedsnummer: 30.842) und deren SA an.
Durch sein organisatorisches Talent fiel Pohl dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler auf, der nun versuchte, ihn von der SA abzuwerben. Pohl wurde Mitglied des Freundeskreises Reichsführer-SS.
1934 wechselte Pohl schließlich von der SA zur SS (Mitgliedsnummer: 147.614), wurde im Stab RFSS eingesetzt und stieg dort schnell zum Verwaltungschef des SS-Hauptamtes auf.
Bereits 1939 wurde Pohl von Himmler zusätzlich zum Ministerialdirektor des Reichsinnenministerium ernannt.
Das Jahr 1942 brachte für Pohl zwei wesentliche Wendepunkte in seinem politischen Leben. Zum einen wurde er zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS ernannt, was auch eine höhere Besoldung bedeutete und zum anderen übernahm Pohl nun die Leitung des neugeschaffenen SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.
Durch letzteres Amt erlangte Pohl eine Schlüsselstellung im Holocaust-Gefüge, da ihm nun auch die "Generalinspektion Konzentrationslagerwesen", also die Konzentrationslager (KZ) als solche, unterstellt wurden. Allerdings unterstand das Personal weiterhin dem Kommandoamt der Waffen-SS.
Pohl erhielt den Auftrag, die wirtschaftlichen Bereiche der KZ betriebswirtschaftlich aufeinander abzustimmen: er begann, die Arbeitskraft der KZ-Insassen auszubeuten, indem diese an große Betriebe gegen Entgelt ausgeliehen wurden. Viele Firmen wie z. B die BUNA-Werke errichteten deshalb Unternehmensniederlassungen im Bereich der Konzentrationslager.
Nach 1945
Bei Kriegsende tauchte Oswald Pohl zunächst in der Westzone unter, wurde aber im Mai 1946 aufgespürt und verhaftet. Am 3. November 1947 wurde er durch ein amerikanisches Militärgericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 7. Juni 1951 in Landsberg vollstreckt.
50 Jahre nach der Hinrichtung, kurz vor dem 7. Juni 2001 hat die Anstaltsleitung von Landsberg die Grabkreuze auf dem Spöttinger Friedhof (auf dem Pohl u.a. bestattet sind) überholen lassen, mit einem Kupferdach versehen und für einen einheitlichen Blumenschmuck gesorgt.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pohl, Oswald |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | maßgeblich an der Durchführung des Holocaust beteiligtes Mitglied der SS |
| GEBURTSDATUM | 30. Juni 1892 |
| GEBURTSORT | Duisburg |
| STERBEDATUM | 8. Juni 1951 |
| STERBEORT | Landsberg |
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