Othmarsingen
| Wappen | |
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| 98px|Wappen von Othmarsingen
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Lenzburg |
| BFS-Nr.: | 4205 |
| PLZ: | 5504 |
| Koordinaten: | 47° 24' n. Br. 8° 13' ö. L. |
| Höhe: | 397 m ü. M. |
| Fläche: | 4.71 km² |
| Einwohner: | 2187 (31. Dezember 2004) |
| Website: | www.othmarsingen.ch |
| Karte | |
| 299px|Karte von Othmarsingen
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Othmarsingen ist eine Gemeinde im Bezirk Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Bünztal, knapp drei Kilometer östlich des Bezirkshauptorts.
| Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Das Dorf befindet sich in einer Talmulde beidseits der begradigten Bünz und ist auf drei Seiten von Wald umgeben. Es gibt zwei Siedlungsschwerpunkte, das Dorfzentrum am Westufer sowie das Gebiet um den Bahnhof. An der südöstlichen Gemeindegrenze liegt der Weiler Steinhof. Im Osten erhebt sich der "Berg", ein Ausläufer des Wagenrains, der die natürliche Grenze zum Reusstal bildet. Nordwestlich des Dorfzentrums fliesst die Bünz durch einen Einschnitt einer flachen Endmoräne, die gegen Ende der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers entstanden ist.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 471 Hektaren, davon sind 193 Hektaren bewaldet und 107 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 542 Metern auf dem "Berg", die tiefste Stelle liegt auf 385 Metern an der Bünz.
Nachbargemeinden sind Brunegg im Norden, Mägenwil im Nordosten, Hägglingen im Osten, Dottikon im Südosten, Hendschiken im Süden, Lenzburg im Südwesten und Möriken-Wildegg im Westen.
Geschichte
Einzelne Funde weisen auf eine Besiedlung während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit hin. Während der Römerzeit befand sich knapp jenseits der westlichen Gemeindegrenze (auf dem Gebiet der Stadt Lenzburg) eine grössere Siedlung (vicus) mit einem grossen Theater. Im 5. und 6. Jahrhundert liessen sich hier die Alemannen nieder. Die erste urkundliche Erwähnung von "Otvingen" erfolgte im Jahr 1086. Spätestens 1306 lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Habsburger. Die niedere Gerichtsbarkeit lag zuerst in den Händen der Herren von Rupperswil und gelangte nach deren Aussterben an die Herren von Hallwyl. Nach der Errichtung einer Kapelle im Jahr 1371 war das Dorf in kirchlichen Belangen während fast fünfhundert Jahren zweigeteilt, zwischen den Pfarreien Königsfelden (später Lenzburg) und Ammerswil.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Othmarsingen gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und war der Hauptort eines Gerichtsbezirks im Amt Lenzburg. Das Dorf lag an der Grenze zu den Freien Ämtern und der Grafschaft Baden. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Während des Bauernkriegs (1653) und des Zweiten Villmergerkriegs (1712) wurde Othmarsingen von durchziehenden Truppen verwüstet. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Othmarsingen gehört seither zum Kanton Aargau.
Im September 1877 wurde der Abschnitt Winterthur - Zofingen der Nationalbahn mit einem Bahnhof in Othmarsingen eröffnet. Der Konkurs dieser Gesellschaft im darauf folgenden Jahr traf die Gemeinde hart, da sie sich finanziell stark engagiert hatte; jahrzehntelang mussten die Schulden abbezahlt werden. 1882 eröffnete die Aargauische Südbahn die Strecke Hendschiken - Othmarsingen - Brugg. War die wirtschaftliche Geschehen zunächst von der Landwirtschaft geprägt, siedelten sich nach der Jahrhundertwende mehrere Industriebetriebe an, darunter die Confiseriefabrik Disch. 1968 nahm der Armeemotorfahrzeugpark der Schweizer Armee den Betrieb auf.
Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1900 | 903 |
| 1930 | 1079 |
| 1950 | 1173 |
| 1960 | 1362 |
| 1970 | 1787 |
| 1980 | 1707 |
| 1990 | 1844 |
| 2000 | 2117 |
Am 31. Dezember 2004 lebten 2187 Menschen in Othmarsingen, der Ausländeranteil betrug 21,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 45,7 % reformiert. 30,8 % römisch-katholisch, 6,4 % moslemisch und 2,9 % christlich-orthodox; 1,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 84,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, je 2,1 % Italienisch und Türkisch, 1, 8 % Albanisch, 1,6 % Serbokroatisch, je 0,7 % Englisch, Französisch und Portugiesisch.
Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die 5 Gemeinderäte sind:
- Walter Urech (SP), Gemeindeammann
- Richard Zeller (FDP), Vize-Gemeindeammann
- Andreas Stritt (FDP)
- Anton Ledergerber (SVP)
- Christine Trösch (FDP)
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Lenzburg zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Ammerswil, Brunegg, Dintikon, Holderbank und Möriken-Wildegg verantwortlich ist.
Wirtschaft
In Othmarsingen gibt es rund 800 Arbeitsplätze, davon 4 % in der Landwirtschaft, 33 % in der Industrie und 63 % im Dienstleistungsbereich. Bekannt ist der Armeemotorfahrzeugpark Othmarsingen, der in naher Zukunft zu einem Logistikzentrum der Schweizer Armee ausgebaut werden soll. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber ist das Süsswaren- und Pharmaunternehmen Disch AG. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden der Umgebung oder in der Agglomeration Zürich.
Verkehr
Othmarsingen besitzt ausgezeichnete Verkehrsverbindungen. Nordöstlich des Dorfzentrums kreuzen sich die Hauptstrassen Wohlen - Brugg und Lenzburg - Baden. Neben der Kreuzung befindet sich der Anschluss Mägenwil der Autobahn A1, der Anschluss Lenzburg liegt westlich des Dorfes. Der Anschluss Brugg der A3 ist sechs Kilometer entfernt. Beim SBB-Bahnhof Othmarsingen kreuzen sich zwei bedeutende Eisenbahnstrecken, die Ost-West-Hauptlinie Bern - Zürich sowie die Strecke Basel - Brugg - Arth-Goldau, die vor allem für den Güterverkehr von Bedeutung ist. Hier halten die Linie S3 der Zürcher S-Bahn (Aarau - Zürich - Wetzikon) sowie Regionalzüge nach Brugg - Baden und Wohlen - Muri. Eine Buslinie der Gesellschaft Regionalbus Lenzburg fährt nach Lenzburg.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über zwei Kindergärten und zwei Schulhäuser, in denen die Primarschule, die Realschule und die Sekundarschule unterrichtet werden. Die Bezirksschule kann in Möriken-Wildegg besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.
Weblinks
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