Ottobeuren
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 140px|Wappen fehlt Hilfe zu Wappen | 140px|Deutschlandkarte, Position von Ottobeuren hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Schwaben |
| Landkreis: | Unterallgäu |
| Fläche: | 55,85 km² |
| Einwohner: | 8042 (31. Dezember 2002) |
| Bevölkerungsdichte: | 144 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 87724 |
| Vorwahl: | 08332 |
| Geografische Lage: | 47° 55' n. Br. 10° 18' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | MN
|
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 78 186 |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Marktplatz 6 87724 Ottobeuren |
| Website: | www.ottobeuren.de |
| E-Mail-Adresse: | rathaus@ottobeuren.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Bernd Schäfer |
Ottobeuren ist eine 10 km südöstlich von Memmingen gelegene Marktgemeinde im Allgäu, die berühmt ist für ihre Benediktinerabtei. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ottobeuren.
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Der Sage nach wurde Ottobeuren um 550 als Rodungssiedlung von einem Uot gegründet und nach ihm Uotbeuren genannt. Im 8. Jahrhundert wurde das Dorf zu einem fränkischen Reichshof und Sitz des Grafen Silach. Das Benediktinerkloster Ottobeuren wurde 764 gegründet. 972 wurde das Kloster von Kaiser Otto I. zur Reichsabtei erhoben. Im 11. wurden Kirche und Kloster neu erbaut, im 11. und 12. Jahrhundert nach Bränden jeweils wiedererrichtet. 1365 verlor die Abtei die Selbständigkeit und wurde Teil des Bistums Augsburg. Die romanische Kirche wurde im Deutschen Bauernkrieg im 16. Jahrhundert beschädigt und im Stil der Renaissance bis 1558 neu erbaut. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster beschädigt und geplündert. Nachdem Abt Rupert Neß die Reichsunmittelbarkeit zurückgewinnen konnte, begann die Abtei ab 1711 mit dem völligen Neubau der Klosteranlage im barocken Stil. Zuletzt wurde von 1737 bis 1766 eine große neue Klosterkirche erbaut, die das barocke "Gesamtkunstwerk" Ottobeuren vollendete. Mit zwei Jahren Verstpätung konnte dann 1766 das 1000-jährige Klosterjubiläum in der neuen Kirche gefeiert werden.
1802 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation an das Königreich Bayern übertragen. Der Konvent des Benediktinerklosters bestand jedoch weiter, da die Mönche in einem Trakt des Klosters wohnen bleiben durften, jedoch keine Neuaufnahmen mehr möglich waren. Andere Teile des Klosters wurden u. a. als Landgericht, Kaserne und für Wohnungen verwendet. Im Jahr 1834 wurde das Kloster unter König Ludwig I. als Priorat der Abtei St. Stephan in Augsburg neu gegründet, 1918 wurde es wieder selbständige Abtei. Als einziges der großen oberschwäbischen Barockklöster hat Ottobeuren somit eine auch durch die Säkularisation nicht unterbrochene klösterliche Tradition, die mit heute etwa 20 Benediktinermönchen bis heute andauert. Die Klosteranlage wird heute außerdem als Museum, Schule und Fortbildungsstätte genutzt. Zum 1200-jährigen Jubiläum der Klostergründung wurden Kirche und Kloster 1964 umfassend renoviert.
Die Geschichte des Markorts Ottobeuren ist eng mit der des Klosters verbunden. Nach der Säkularisation wurde die Klosterkirche Pfarrkirche des Markts, die Pfarrkirche St. Peter wurde geschlossen und später zu einer Schule umgebaut. Seit 1957 ist Ottobeuren anerkannter Kneippkurort und wahrt so das Erbe des im Ortsteil Stephansried geborenen und in Ottobeuren aufgewachsenen Pfarrers Sebastian Kneipp.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
thumb|300px|Basilika Ottobeuren Ottobeuren ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten an der Ostroute der Oberschwäbischen Barockstraße und Station an der Schwäbischen Bäderstraße.
- Die spätbarocke Basilika wurde als Klosterkirche 1737-1766 von Simpert Kramer (bis 1748) und Johann Michael Fischer erbaut. Der Bau fand in der Regierungszeit der Äbte Rupert Neß und Anselm Erb statt. Zur reichen Ausstattung gehören u. a. Kuppel- und Deckenfresken sowie Altarbilder der Vetter Johann Jakob und Franz Anton Zeiller aus Tirol, Stuckfiguren von Johann Joseph Christian, Stuckarbeiten von Johann Michael Feuchtmayer, zwei barocke Chororgeln von Karl Joseph Riepp und das Chorgestühl von Martin Hermann (Schreinerarbeiten) und Johann Joseph Christian (Reliefs), das als eines der schönsten des süddeutschen Barock gilt. Mittelpunkt der Kirche ist ein romanisches Kruzifix (um 1220). Die ungewöhnliche Nord-Süd-Ausrichtung der Kirche ist durch ihre Lage innerhalb der Gesamtanlage bedingt, deren Grundriss die Form eines Kreuzes hat. 1926 wurde die Klosterkirche von Papst Pius IX. zur Basilica minor erhoben.
- Die barocken Klostergebäude sind teilweise im Rahmen des Klostermuseums zugänglich. Der repräsentative Kaisersaal und andere Säle belegen in ihrer reichen Ausstattung den materiellen Reichtum, die politische Macht und das damit einhergehende Repräsentationsbedürfnis der Reichsabtei; der intime Theatersaal ist ein Zeugnis für die kulturelle Blüte Ottobeurens zur Barockzeit.
Veranstaltungen
In der Klosterkirche und im Kaisersaal finden seit 1945 klassische Konzerte in der Reihe Ottobeurer Konzerte statt, teilweise mit weltberühmten Dirigenten wie Herbert von Karajan und Leonard Bernstein.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Ottobeuren ist durch Buslinien u. a. mit Memmingen und Sontheim verbunden, wo die nächsten Bahnhöfe liegen. Die Bahnstrecke von Ottobeuren nach Ungerhausen wurde 1996 stillgelegt. Die Gemeinde liegt etwa 10 km von der Kreuzung der A 7 (Ulm – Kempten) mit der A9 6 (Lindau - München) bei Memmingen entfernt.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Karl Joseph Riepp (1710-1775), Orgelbauer, geboren im nahen Eldern
- Johann Nepomuk Holzhey (1741-1809), Orgelbauer, geboren im nahen Rappen
- Sebastian Kneipp (1827-1898), Pionier der Wasserkur, geboren im nahen Stephansried
- Johann Michael Raich (1832-1907), Theologe und Domdekan in Mainz
- Theodor Breher (1889-1950), Bischof von Yanji in China
Sonstige Persönlichkeiten
- Hl. Ulrich von Augsburg (890-973), Abt von 972 bis 973
- Sel. Rupert I., († 1145), Abt von 1102 bis 1145
- Rupert Neß (1670-1740), Abt von 1710 bis 1740
- Anselm Erb (1688-1767), Abt von 1740 bis 1767
- Franz Xaver Schnizer (1740-1785), Mönch und Komponist
Partnergemeinden
- Norcia (Umbrien, Italien)
- Saint-Donat (Puy-de-Dôme, Frankreich)
- Tenterfield (New South Wales, Australien
Weblinks
- www.ottobeuren.de
- www.abtei-ottobeuren.de
- Bebilderte Beschreibung der Basilika
- Multimediales Ottobeuren-Projekt des Hauses der Bayerischen Geschichte
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