PAL Speed-up
PAL Speed-up (dt. PAL-Beschleunigung) bezeichnet einen Effekt, der entsteht, wenn Filme vom Kino-Lichtfilmmaterial oder NTSC-Format ins PAL-Format umgewandelt werden.
Technischer Hintergrund
Herkömmliche Kinofilme laufen mit 24 Bildern pro Sekunde und NTSC-Norm-Videofilme (auf DVD, VHS-Kassetten etc.) werden mit 30 Bildern pro Sekunde abgespielt. Die Konvertierung vom Kinofilm zu NTSC erfolgt durch eine Mischung verschiedener Halbbilder (3:2 Pulldown), sodass man aus 24 Kinobildern 30 NTSC-Bilder erzeugt (der Nachteil bei dem Verfahren ist das Auftreten von Bildflackern und Kantenstrukturen, ein Vorteil die korrekte Wiedergabegeschwindigkeit). Bei PAL wäre die Umwandlung durch Mischung der Halbbilder weitaus komplizierter, sodass der Nachteil der beschleunigten Wiedergabe zu Gunsten eines einfachen Konvertierungsverfahrens in Kauf genommen wird. Das so genannte PAL Speed-up dient dazu, dass für sämtliche PAL-Geräte die Bildfrequenz auf 25 Bilder pro Sekunde erhöht wird, wodurch ein Film, trotz gleichem Inhalt, automatisch eine um 4,17% kürzere Lauflänge hat. Wenn die Lauflänge eines Kinofilms oder einer NTSC-DVD mit z. B. 100 Minuten angegeben ist, verändert sie sich nach der PAL-Umwandlung wie folgt: 100' : 104,17 x 100 = 96'. Demnach ist der betreffende Film in der identischen PAL-Version einer DVD nur noch ganze 96 Minuten lang.
Rechenbeispiel: 100 Sekunden Filmmaterial enthalten 2.400 Einzelbilder (24 × 100s). Werden diese mit 25 Bildern pro Sekunde abgespielt (2.400 ÷ 25) ergibt sich jedoch eine Laufzeit von nur 96 Sekunden.
Auswirkungen
Technisch gesehen verändert sich durch die beschleunigte Abspielung der Film etwas und es erhöht sich auch der Ton um einen Halbton. Dies kann dem Zuhörer auffallen, wenn er darin vorkommende Musikstücke schon von anderen Quellen wie z. B. einer CD kennt. Die Beschleunigung des Bildes wird vom Menschen jedoch kaum wahrgenommen.
Bei Diskussionen von Film-Fans kann das PAL Speed-up zu Konfusionen führen, so unter anderem über die so genannten Cut or Uncut-Versionen. Es gibt in den meisten Fällen zuerst einmal Informationen über die Kino-Version eines Films und über NTSC-DVDs aus den USA, da diese früher erscheinen, als die PAL-DVDs in Europa. Die unterschiedlichen Lauflängenangaben führen nicht selten zu Fehlinformationen von Laien, welche dann häufig Unsicherheit, Unruhe und zum Teil auch unnötige Beschwerden von DVD-Fans auslösen. So lange aber keine fundierten Aussagen der Verleihfirmen über tatsächlich erfolgte Schnitte bzw. Kürzungen zur Erlangung einer ganz bestimmten Altersfreigabe der FSK vorliegen, können geänderte Handlungspassagen meist nur durch einen 1-zu-1-Direktvergleich verschiedener DVDs aufgespürt werden. Voreilige Aussagen über "verstümmelte" Filme (= Cut-Version) sollten stets sehr skeptisch betrachtet werden. Eine Lösung des Problems hat jetzt vielleicht die Firma Kinowelt gefunden: Auf dem Director's Cut-DVD-Cover des Films Saw wird explizite darauf hingewiesen, dass seine Laufzeit von ca. 99 Minuten der einer ca. 103 Minuten langen NTSC- oder Kinofassung entspricht.
