Palmstock

Der Palmstock ist ein geschnitzter und verzierter Weidenstock, den Kinder, einer katholischen Tradition folgend, am Palmsonntag ihren Taufpaten bringen, nachdem er in der Kirche geweiht wurde ("Palmweihe").

Der Palmstock symbolisiert die Palmwedel, mit denen Jesus beim Einzug nach Jerusalem der Weg bereitet wurde. Die Ausführung des Palmstockes ist regional sehr unterschiedlich.

Er kann aus einem kleinen Kreuz bestehen, das mit Weidenspänen geflochten wird und an den drei oberen Enden kleine Büschel aus geweihtem Buchsbaum trägt. Es kann aber auch ein 50-60cm langer Stock mit einem oder mehreren Krüseln sein. Krüsel sind kleine Büschel aus geschnitzten Spänen, die sich durch eine spezielle Schnitztechnik spiralförmig aufdrehen. Sie werden am Stock geschnitzt, also nicht abgeschnitten. An den Stock werden mit bunten Schleifen einige Äpfel oder Orangen gebunden, und die Spitze ziert natürlich der geweihte Buchsbaum. Kinder, die einen Palmstock bringen, bekommen in der Regel dann von ihren Paten ein Geschenk, meist aus Süßigkeiten und ein bißchen Geld bestehend.

Im Rupertigau prangen üblicherweise am Palmstock, der 1 m lang sein kann, als Palmensymbol u.a. Wacholder oder Zeder, seltener Buchsbaum, welche mit mehr oder weniger Weidenkätzchen (im Volksmund deswegen auch "Palmkätzchen" geheißen) und bunten Bändern verziert sind. Der Form wegen wird der Palmstock in dieser Gegend auch als "Palmbesen" bezeichnet.


Kategorie:Feste & Brauchtum Kategorie:Religiöses Fest

See also: Palmstock, Buchsbaum, Jerusalem, Jesus von Nazareth, Katholische Kirche, Palmsonntag, Pate, Rupertigau, Tradition, Weiden (Botanik)