Pan Africanist Congress
Der Pan Africanist Congress (PAC) (später der Pan Africanist Congress of Azania) war eine südafrikanische Befreiungsbewegung, und ist heute eine unbedeutende politische Partei. Er wurde 1959 als Abspaltung des African National Congress (ANC) von einigen ehemaligen Mitgliedern gegründet, die mit der meist friedlichen und auf alle Rassen abziehlende Politik des ANC nicht mehr einverstanden waren und eine radikalere, rein schwarze Organisation anstrebten.
Sein Name "Azania" wird von vielen schwarzen politischen Aktivisten benutzt und ist eine andere Bezeichnung für Südafrika. Etymologisch versucht man sich das Wort aus dem arabischen "Adzan" ("Ostafrika") herzuleiten.
Auf der Gründungskonferenz im April 1959 in Johannesburg wurde Robert Sobukwe zum ersten Vorsitzenden der Organisation gewählt.
Der ANC entschied 1960 am 31. März eine Kampagne gegen die Pass Gesetze (Schwarze mussten außerhalb der Homelands einen Pass tragen). Der PAC enschied dem ANC zuvorzukommen und eine eigene Kampagne zu starten. Die Kampagne des PAC startete 10 Tage vor der des ANC am 21. März. Robert Sobukwe drängte die Bevölkerung, ihre Pässe zu Hause zu lassen und friedlich zu demonstrieren und keinen Widerstand gegen Festnahmen der Polizei zu leisten. Der Protest endete in einer Tragödie, als Polizisten eine Demonstration mit 10.000 Teilnehmern in Sharpeville blutig beendeten. Dabei wurden 69 Menschen getötet und über 200 verletzt.
Kurz nach dem Sharpeville Massaker erklärte die National Party aufgrund der Unruhen den Notstand und verbot sowohl PAC als auch ANC. Robert Sobukwe wurde festgenommen und erst 1969 wieder freigelassen. Viele Mitglieder flohen ins Exil. Als Sobukwe 1978 starb, hinterließ er ein Machtvakuum, dass nie wieder erfolgreich aufgefüllt werden konnte.
Am 2. Februar 1990 wurden ANC und PAC von Staatspräsident Frederik Willem de Klerk wieder als politische Organisationen zugelassen und die politischen Gefangenen freigelassen. Die Partei blieb jedoch geplagt von internen Machtkämpfen. In der Wahl 1994 erhiehlt sie nur einen kleinen Prozentsatz der Stimmen, der in der Wahl 1999 sogar noch weiter schrumpfte. Im Jahr 2003 nach noch eimem gescheiterten Parteitag verließ Patricia de Lille, eine der populärsten Mitglieder, den PAC, um ihre eigene Partei, die Independent Democrats, zu gründen.
