Panturkismus

Panturkismus

Dieser Artikel scheint thematisch einem anderen zu gleichen. Hilf mit, die Artikel unter einem Lemma zu vereinigen oder inhaltlich besser voneinander abzugrenzen.

Der Doppeleintrag wird auch unter Artikel zum gleichen Thema diskutiert. Vermerke dort bitte auch Hinweise auf andere Diskussionen zur Problematik und streiche erledigte Einträge, um die Liste aktuell und übersichtlich zu halten! Sollte sich wirklich kein Eintrag auf besagter Seite befinden, füge ihn bitte hinzu!

Der Doppeleintrag zum Artikel Panturkismus befindet sich unter Pan-Turanismus. –Flominator 00:52, 23. Jun 2005 (CEST)

Panturkismus oder auch Turanismus bedeutete im späten 19. Jahrhundert und im frühen 20. Jahrhundert die Vereinigung aller Turkvölker in einem einzigen Nationalstaat.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Im ausgehenden 19. Jahrhundert erwachte bei den Turkotataren Russlands das Nationalbewußtsein. Sie entdeckten wieder die Gemeinsamkeiten der Turkvölker. 1839 wurde die Turanische Gesellschaft (türkisch: Tûran cemiyti) gegründet. Benannt wurde diese Gesellschaft nach dem zentralasiatischen Tiefland von Turan, eines der Stammländer der Turkvölker. Einer der Teilnehmer, der Krimtatar Ismail Gaspirali brachte das Ziel kurz auf den Punkt: „Teldä, fikerdä, eştä berlek“ (tatarisch, vgl. türkisch: „Dilde, fikirde, işde birlik“), was man mit "Einheit in Sprache, Denken und Tat" verdeutschen kann. Dieses sollte sein berühmtestes Zitat werden.

Ziele

Hauptziel der Turanischen Gesellschaft war die Vereinigung aller Turkvölker (einschliesslich der „Finntürken“ genannten Finno-Ugrier) in einem Staat, dessen Grenzen sich vom Balkan über Kleinasien bis nach Sibirien und China erstrecken sollte. Es war ihr Traum des Legendenhaften „Reich von Turan“, von dem alle Türken abstammen sollten, und dieses Ziel der Vereinigung nannten sie nun folgerichtig Turanismus (türkisch: Turancılık). Die damaligen Turkvölker empfanden sie nun als Kulturnation, die auf dem Wege einer Staatsnation war. Später engte sich der Traum von Turan auf die Turkvölker ein. Denn nun war das vereinende Band allein die gemeinsame Sprache und Kultur der Turkvölker. Zweites Ziel der Turanischen Gesellschaft war die Erneuerung des Islam, der auf das nahende 20. Jahrhundert modernisiert werden sollte.

385px|thumb|Das „türkische Volksgebiet“ in der allgemeinen Auffassung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Zusammenarbeit

Die Turanische Gesellschaft arbeitete eng mit der Jungtürkischen Bewegung des Osmanischen Reiches zusammen.

Für die damaligen Großmächte, England, Norddeutscher Bund, Österreich und vor allem Russland sahen in diesem Einheitsbestreben eine Gefahr für ihre Machtposition: als Hauptvertreter der Turkotataren sahen sie das türkischgeprägte Osmanische Reich an, das sofort eine Führungsposition in diesem türkischen Volksstaat eingenommen hätte; sie wollten ein schwaches Osmanisches Reich und sprachen vom Panturkismus bzw. vom Groß-Türkentum. Nur das damalige Frankreich stand auf der Seite der Turkvölker.

Heutige Lage

Nach der Niederlage des Osmanischen Reiches im 1. Weltkrieg und dem Scheitern Enver Paschas in seinen Bemühungen, mit Hilfe der Basmatschi-Rebellen Anfang der 1920er Jahre ein neues großtürkisches Kalifat in Samarkand zu errichten, war der Panturkismus in der Türkei und in Zentralasien politisch lange Zeit tot. Mit dem Zusammenbruch der UdSSR hat sich die politische Lage wieder geändert. Seit der Gründung der OATCT, dem „Zentralasien-Gipfel der Türkischen Republiken“, entwickeln sich wieder engere wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen unter den durch Staatsgrenzen voneinander getrennten Turkvölkern.

See also: Panturkismus, 1839, 19. Jahrhundert, 1920er, 20. Jahrhundert, Balkan, Basmatschi, China, England