Panzerkampfwagen VI Tiger

thumb|200px|right|Panzer VI "Tiger" thumb|Beschreibung|thumb|200px|Panzerkampfwagen VI Ausf. E (Sd.Kfz. 181) thumb|200px|right|Panzer VI (Sd.Kfz. 181) "Tiger" thumb|200px|Panzer VI "Tiger" thumb|Beschreibung|thumb|200px|Tiger 224 & 223 in der Normandie 1944 thumb|200px|Panzer VI "Tiger" thumb|200px|Erster Tiger der den Alliierten in die Hände fiel (Nordafrika)

Der Panzerkampfwagen VI "Tiger" Ausf. E (Sd.Kfz. 181) — auch als Tiger I bekannt — war der erste schwere deutsche Kampfpanzer der im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Er wurde im Jahre 1942 eingeführt, nachdem sich die Unterlegenheit der bisherigen Modelle Panzer III sowie Panzer IV gegen den sowjetischen T-34 wie auch den KW-1 gezeigt hatte.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Tiger besaß eine 88-mm-Kanone, mit der er vergleichbaren alliierten Fahrzeugen lange Zeit überlegen war. Auch der berühmteste Panzerkommandant des Zweiten Weltkriegs, Michael Wittmann, war Tigerkommandant.

Schwächen des Tigers waren seine ungünstige Formgebung, die gegenüber der Formgebung des wenig später in Dienst gestellten Panzer V Panther einen Nachteil darstellte, seine schwache Motorisierung (V12 Maybach HL 230 P45 Vergasermotor mit maximal 700 PS Leistung)(im Vergleich zum zu bewegenden Gewicht) und das anfällige Schachtellaufwerk. Auch seine Produktionskosten und der hohe Bedarf an hochwertigen Rohstoffen stellten angesichts der zunehmend schlechter werdenden Versorgungslage einen gravierenden Nachteil dar. Ein weiterer Nachteil war die Verladung des Tigers auf Züge, genauer gesagt mussten extra Verladeketten (20 cm schmaler als Geländeketten) vor dem Transport aufgezogen werden, dies kostete wertvolle Zeit beim Rückmarsch aus der Sowjetunion. Das hohe Gewicht (56.900 kg Gefechtsgewicht) beschränkte auch stark die Anzahl der Brücken, die die Fahrzeuge benutzen konnten.

Einsatz

Seinen ersten Einsatz erlebte der Tiger im Herbst 1942 bei Leningrad. Dieser geriet aufgrund der geringen Stückzahlen und des ungünstigen Geländes zu einem verlustreichen Fehlschlag. Die Seitenwände des Tiger waren konservativ senkrecht angeordnet, was ihn sehr verwundbar machte. Zwar konnte die Besatzung dies durch Schrägstellung zum Feind ausgleichen, was jedoch bei der zahlenmäßigen Übermacht des Feindes an allen Fronten in einer Feldschlacht unmöglich wurde. Trotzdem war der Panzer VI Tiger der vom Gegner am meisten gefürchtete deutsche Panzer. Seine Stärke konnte der Tiger vor allem in der Verteidigung und im Zusammenwirken mit anderen Truppen ausspielen. Abwehrkämpfe mit Stellungswechsel unter Feuerschutz anderer Panzer ließen die hohe Feuerkraft zur Geltung kommen. Anders als in offenem Feld konnte der Gegner das hohe Gewicht, die geringere Geschwindigkeit und die Schwachstellen der Panzerung so nicht zu seinen Gunsten nutzen.

Der erste Einsatz der "Schneetiger" (502. schweres Panzerregiment) war im Februar 1943, als eine deutsche Infanteriekompanie von 24 T-34 überrannt wurde. Als die Tiger in das Geschehen eingriffen und der deutschen Infanterie zu Hilfe kamen, konnten sie schon von weiter Entfernung zehn T-34 ausschalten, ohne einen einzigen Verlust zu verzeichnen.

Im Sommer 1943 war diese Einheit die Speerspitze der deutschen Gegenoffensive von Generalfeldmarschall Erich von Manstein und damit setzten sie auch den Grundstein der "Tigerlegende". Die russische Armee stellte damals über 1.000 T-34 zusammen, gegen die in etwa 250 deutschen Panzer, die zum Großteil aus dem Panzer IV, einigen Sturmgeschützen und natürlich den Tigern bestanden. Nach einem dreimonatigen Stellungskrieg in der wohl größten Panzerschlacht des Unternehmens Barbarossa, wurden vom 502. schweren Panzerregiment um die 150 T-34 zerstört und über 250 T-34 schwer beschädigt; zusätzlich wurden noch über 90 PaK ausgeschaltet. Diesen kleinen Erfolg hatten die Deutschen aber großteils ihren Reparaturmannschaften zu verdanken, die spät in der Nacht noch die fehleranfälligen Tigerpanzer reparierten.

Vor allem nach der Landung der Alliierten in der Normandie richteten die Tiger Verheerungen unter den amerikanischen und britischen Panzerverbänden an. Bestes Beispiel ist hier der Angriff von Michael Wittmann mit seinem Tiger bei Villers-Bocage, bei diesem Angriff wurden 27 britische Panzer (darunter Sherman Firefly) und dazu sämtliche Rad-, Halbketten- und Kettenfahrzeuge der Panzerbrigade 22 der 7. britischen Panzerdivision ("Desert Rats") vernichtet. 1944 war der Tiger im Westen jedem Panzer überlegen. Hinzu kam, dass amerikanische oder britische Panzerbesatzungen beim Sichten eines Tigers in Panik verfielen und flüchteten (man hörte immer öfter durch den Funk Help! Help! Tiger tank! - bis es den Besatzungen 1944 verboten wurde, das Wort Tiger zu erwähnen). Die alliierte Führung ging davon aus, daß man fünf Sherman-Panzer benötigte, um einen Tiger erfolgreich zu bekämpfen. Die Alliierten hatten sie.

Dieser zahlenmäßigen Überlegenheit konnte auch der Tiger dauerhaft weder im Westen (Westfront 1944/1945) noch im Osten (Russlandfeldzug) standhalten. Das Verhältnis der Verluste zu den Produktionszahlen verschlechterte sich stetig zum Nachteil des Deutschen Reiches – die USA produzierten ab 1942 in einem Monat mehr Sherman-Panzer (ca. 2.000 pro Monat), als die Deutschen Tiger und Königstiger während des gesamten Krieges. Das Produktionsverhältnis beim T-34 sah nicht wesentlich anders aus.

Am 1. August 1943 wurde die so genannte Tigerfibel durch den Generalinspekteur der Panzertruppen Heinz Guderian herausgegeben. Sie diente wie beim Panther später die Pantherfibel als Ausbildungshilfe.

Auf einer Seite der Fibel wird ein besonders widerstandsfähiger Tiger-Panzer beschrieben. Dieser Panzer erhielt im Laufe der Kämpfe um Kursk innerhalb von 6 Stunden zahlreiche Treffer unterschiedlichster Kaliber und war trotzdem noch fahrbereit, Details siehe [1].

Derivate

Auf Basis des Tiger wurden nur wenige andere Modelle gebaut, und diese in geringer Anzahl:

Technische Daten

Literatur

Weblinks

20px Siehe auch: Panzer VI Tiger II KönigstigerDeutsche Militärfahrzeuge des 2. Weltkrieges

See also: Panzerkampfwagen VI Tiger, 1942, 1944, Bergetiger, Brücke, D-Day, Deutsche Militärfahrzeuge des 2. Weltkrieges, Deutsche Westfront 1944/1945, Erich von Manstein