Panzerschiff
| thumb|250px|Panzerschiff Deutschland 1935 |
| thumb|250px|Panzerschiff Admiral Scheer |
Unter Panzerschiff versteht man ein mit einer Panzerung versehenes Kriegsschiff.
Die ersten modernen Panzerschiffe waren die USS Monitor und die CSS Virginia der Konföderierten Staaten (vormals USS Merrimac), die im amerikanischen Sezessionskrieg am 8. und 9. März 1862 bei Hampton Roads das erste Seegefecht zwischen Panzerschiffen ausfochten.
Die Typansprache Panzerschiff wurde in der Reichsmarine für die Schiffe der Deutschland-Klasse gebraucht, die jedoch am 15. Februar 1940 in Schwerer Kreuzer geändert wurde. Zur Zeit ihrer Konstruktion wurden sie als "Westentaschenschlachtschiffe" oder auch "pocket battleships" belächelt.
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Panzerschiffe (Schwere Kreuzer) der Deutschland-Klasse
Bei der Deutschland-Klasse handelt es sich um Kriegsschiffe, die Deutschland unter den Restriktionen des Versailler Vertrags gebaut hat. Laut diesem Vertrag war es Deutschland verboten Großkampfschiffe mit mehr als 10.000 Tonnen Standardverdrängung und stärkeren Geschützen als 28 cm zu bauen. Zum Vergleich: im Washingtoner Flottenabkommen einigten sich die USA, England, Frankreich, Italien und Japan auf eine Begrenzung von 35.000 tons Standardverdrängung und 40,6 cm Kaliber.
Nach mehreren Vorentwürfen entschied man sich für ein Schiff mit 6 x 28 cm Geschützen in zwei Drillingstürmen und Dieselmotorantrieb der, eine Höchstgeschwindigkeit von ~28 kn ermöglicht. Die Stärke der Panzerung beträgt seitlich bis zu 80 mm und auf dem Deck 30 - 45 mm. Die Schiffe entsprachen von ihrer Größe her den Schweren Kreuzern anderer Marinen, die nach dem Washingtoner Flottenabkommen ebenfalls auf 10.000 tons, jedoch nur 20,3 cm starke Bewaffnung begrenzt waren. Neu bei der Deutschland-Klasse war erstmalig weltweit der Einsatz von Dieselmotoren in Großkampfschiffen. Durch die Begrenzung auf max. 10.000 Tonnen war man gezwungen, möglichst viel Gewicht einzusparen. Neben der Verwendung von Aluminium in einigen Bereichen im Schiff wurde z.B. der Schiffskörper komplett geschweißt, wodurch das zusätzliche Gewicht der sonst üblichen Verbindung mit Nieten wegfiel. Beim Nieten mussten die Stahlplatten überlappt angeordnet werden, während Schweißen eine Verbindung an den Kanten ermöglicht. Die Dieselmotorenanlage trug auch zur Gewichtsminderung bei, man verpflichtete den Motorenhersteller MAN auf möglichst hohe Leistung bei möglichst niedrigem Gewicht. Mit dem Erscheinen des ersten Schiffs dieser Klasse der Deutschland (konstruiert auf 10.600 ts Standardverdrängung) wurden die Schiffe zunächst wegen ihrer geringen Größe als "Westentaschenschlachtschiffe" oder auch "pocket battleships" belächelt. So stellte sich doch sehr bald heraus, dass diese Schiffe (für einige Jahre) schneller als jedes stärkere und stärker als jedes schnellere Schiff waren (mit Ausnahme von 3 englischen und einigen japanischen Schlachtkreuzern). Insbesondere die Schweren Kreuzer der anderen Marinen waren von dieser neuen Entwicklung betroffen, waren sie doch mit 10.000 tons dem deutschen Schiff ebenbürtig, jedoch nicht stärker gepanzert und konnten mit ihrer 20,3 cm Artillerie weder in der Reichweite noch an Durchschlagskraft den 28 cm Geschützen etwas entgegensetzen.
Neben des größeren Kalibers kam bei der Deutschland eine neue Geschützturmkonstruktion zum Einsatz, die es erlaubte das mittlere Rohr der Drillingstürme (drei Geschützrohre nebeneinander) in einer beliebigen Position nachzuladen. Bis dahin war ein unübersehbarer Nachteil von Drillingstürmen, dass sie nach der Salve zur Nachladung in die "Nullposition" zurück gedreht werden mussten. Diese technische Änderung bedeutete eine deutlich höhere Schussfrequenz als bei konventionellen Kreuzern.
Von der Deutschlandklasse wurden 3 Schiffe auf Stapel gelegt und gebaut. Eine zweite Bauserie mit zwei Schiffen wurde 1934 auf Kiel gelegt, aber wenig später wurde ein Baustopp verfügt und die bereits begonnenen Schiffe abgebrochen. Diese wurden 1935, unter den Bedingungen des deutsch-britischen Flottenabkommens, erneut begonnen und als Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau fertig gestellt.
Das Typschiff Deutschland
wurde am 15. November 1939 in Panzerschiff Lützow umbenannt
Panzerschiff Admiral Scheer
Das Schwesterschiff der Admiral Graf Spee. war nach Admiral Reinhard Scheer benannt.
- Bauwerft: Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven
- Standardverdrängung: 11.700 tons
- Kiellegung am 25. Juni 1931
- Stapellauf am 1. April 1933
- Indienststellung am 12. November 1934
- Versenkt durch Fliegerbomben am 10. April 1945 in Kiel
Panzerschiff Admiral Graf Spee
siehe Admiral Graf Spee (Schiff)
Weitere Panzerschiffe
- Hoche, Frankreich
- Gloire, Frankreich
- Warrior, Großbritannien
Literatur
- Gerhard Koop/Klaus-Peter Schmolke: Die Panzerschiffe der Deutschland Klasse. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1993, ISBN 3-7637-5919-0
- Ulrich Israel & Jürgen Gebauer: Panzerschiffe um 1900, Brandenburgisches Verlagshaus, ISBN 3-89488-027-9
