Paradoxon

Das Paradoxon oder das Paradox ([alt]griechisch παράδοξο[ν], von παρα~, para~ - gegen~ und δόξα, dóxa - eigentlich eher der Ruhm, hier im Sinne von die Meinung, Ansicht), auch eine Paradoxie (παραδοξία) genannt, ist ein Widerspruch. Man versteht darunter:

  1. Widersprüchlichkeit als Folge von Selbstbezüglichkeit, d. h. wenn eine Aussage auf sich selbst anwendbar ist. Eine solche selbstwidersprüchliche Aussage heißt in der Logik auch Antinomie. Ein Beispiel ist das Paradoxon des Eubulides:
    • Dieser Satz ist falsch. (sagt über sich selbst aus)
  2. in der Rhetorik eine Stilfigur, die als Sammelbezeichnung für alle Arten absichtsvoller Kontrastierungen (z.B. Doppelsinn, Ironie, Litotes, Oxymoron) gilt.
    Beispiele:
    • Wer sein Leben gewinnen will, der wird es verlieren.
    • Das Leben ist der Tod, und der Tod ist das Leben.
    • Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei und würd er in Ketten geboren!
    • Sag niemals nie!
  3. Scheinbare Widersprüche, die sich erst bei genauerer Analyse auflösen. Das Paradoxe an dieser Art von Paradoxa ist, dass es eigentlich keine sind. Die Analyse scheinbarer Paradoxa, beispielsweise im Rahmen eines Gedankenexperiments, hat schon oft zu wichtigen Erkenntnissen in Wissenschaft, Philosophie und Mathematik geführt.

Einen unauflösbaren Widerspruch nennt man auch Aporie.

Inhaltsverzeichnis

Paradoxa in der Philosophie und Logik

Paradoxa in der Mathematik

Paradoxa in der Spieltheorie und Statistik

Paradoxa in der Physik

Paradoxa in der Astronomie

Paradoxa in der Medizin und Biologie

Linguistische Paradoxa

In der Umgangssprache werden oft Paradoxa als rhetorische Stilfiguren verwendet.

Linguistische Paradoxa wurden von Florentin Smarandache näher untersucht.

Literatur

Weblinks

Siehe auch

Aporie, Autologie, Datenbanksprache "Paradox", Paradoxismus, Dilemma

See also: Paradoxon, Abzählbar, Achilles und die Schildkröte, Alabama-Paradoxon, Antinomie, Aporie, Aristoteles, Autologie, Banach-Tarski-Paradoxon, Barbier-Paradoxon