Parathion
Parathion, Synonym: E 605, ist der Trivialname für den systematischen Namen O,O-Diethyl-O-(p-nitrophenyl)-thionphosphorsäuereester (siehe auch: organische Phosphorsäureester ). Parathion ist ein Derivat der Thiophosphorsäure, daher auch die Bezeichnung Thiophos für diese Substanz.
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Eigenschaften
Parathion, Summenformel C10H14NO5PS, ist eine Flüssigkeit (Schmelzpunkt 6,1 °C, Siedepunkt 375,0 °C), die leicht verdampft und äußerst toxisch gegen Insekten und Warmblüter ist, zeigt aber keine Giftwirkung gegen Pflanzen (es ist nicht phytotoxisch). Die Flüssigkeit ist in sehr reinem Zustand farblos und fast geruchlos, die in den Handel kommende technische Verbindung ist gelb bis braun mit einem stechend knoblauchartigen Geruch.
Es löst sich zu 24 mg/l in Wasser und wird im sauren und neutralen pH-Bereich nur langsam, aber rasch im alkalischen hydrolysiert. Parathion blockiert das Enzym Acetylcholinesterase, es darf nicht mit der Haut in Berührung kommen. Die Giftigkeit erklärt sich auch durch die chemische Verwandtschaft mit den Kampfstoffen Tabun und Sarin, die noch effektiver gegen die Acetylcholinesterase wirken.
Verwendung
Parathion wird als Insektizid und Akarizid eingesetzt.
Der Verkauf im Handel als Pflanzenschutzmittel "E 605 forte" erfolgt nur nach Vorlage eines Personalausweises, da in der Literatur bereits zahlreiche Fälle von Vergiftungen und Tötungsdelikten mit Parathion geschildert wurden. Das Pflanzenschutzmittel ist vergällt, damit es nicht versehentlich geschluckt werden kann. Häufig ist auch ein stechender Geruch festzustellen.
Gegengifte
Gegen eine Vergiftung durch Parathion wird hochdosiertes Atropin zur ersten Hilfe eingesetzt - zu viel Atropin übt aber ebenfalls toxische Wirkung aus, so das diese Behandlung mit Komplikationen behaftet ist und unbedingt unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden muß. Um das blockierte Enzym Acetylcholinesterase wieder zu "entblockieren", funktionsfähig zu machen wird die Substanz Obidoxim (Toxogonin - Merck) eingesetzt. Diese Behandlung erfordert intensivmedizinische Betreuung.
Historisches
Die Substanz und seine Wirksamkeit wurde 1944 von Gerhard Schrader im Rahmen seiner Arbeiten über organische Phosphorsäureester untersucht.
Das "E" im Name "E-605" steht für "Entwicklungsnummer"; es ist nicht verwandt mit dem Zusatz "E" bei Lebensmittelzusatzstoffen, das für die Zulassung in der Europäischen Union steht.
Verwandtes
Dichlorvos, Phoxim, Phosphorsäureester Kategorie:Chemische Verbindung
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