Parawissenschaft
Als Parawissenschaften werden Wissenschaftszweige bezeichnet, die sich mit Phänomenen befassen, deren Existenz aus wissenschaftlicher Sicht nicht bewiesen sind. Im Unterschied zu den Pseudowissenschaften, denen wichtige Merkmale wissenschaftlicher Arbeit fehlen, gibt es bei Parawissenschaften lediglich berechtigte Zweifel an ihrem wissenschaftlichen Anspruch.
Einer der wichtigsten Zweige der Parawissenschaften ist die Parapsychologie, bei der mit Hilfe von Versuchspersonen die Behauptung untersucht wird, es gebe okkulte Phänomene. Es wurden auch schon Menschen untersucht, die sich für spiritistische Medien halten.
Unterschieden wird zwischen qualitativen Untersuchungen, wie z.B. Zeugenberichten zu Poltergeistern, und der quantitativen Untersuchung im wiederholbaren Experiment, z.B. der statistischen Erfassung des PK-Effektes. Wegen häufiger Anfeindungen und teilweise berechtigter Kritik an den Untersuchungsmethoden hat sich in den seriösen Parawissenschaften die rein quantitative Forschung unter strengen Laborbedingungen (Empirik oder Wirksamkeitsstudie als Mittel der Verifizierung) weitgehend durchgesetzt; eine solche Verifizierung steht jedoch bis heute aus.
Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP e.V.) versteht unter Parawissenschaften "Theorien und Ansätze, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben, bei denen es aber Zweifel gibt, ob sie diesem Anspruch genügen". Dabei ist mit Wissenschaftlichkeit der Nachweis oder Beleg eines Phänomens gemeint, nicht das phänomenologische Vorhandensein.
Mit einer eher dialogorientierten Forschung zu wissenschaftlichen Anomalien, außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen und Parawissenschaften befasst sich die Gesellschaft für Anomalistik. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, ein Forum zu schaffen, in dem Vertreter und Kritiker von Parawissenschaften gleichberechtigt zusammen kommen um eine entsprechende Forschung auf der Basis vorsichtigen Abwägens auf fachlich fundierter Basis zu kultivieren sowie gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren.
Dass Menschen glauben, paranormale Erlebnisse zu haben, ist unbestritten. Nur ob es sich wirklich um Vorkommnisse handelt, die wissenschaftlich nicht erklärbar sind oder den heutigen Gesetzen der Natur widersprechen, darf vorläufig bezweifelt werden.
Beispiele
Siehe auch: Kategorie:Parawissenschaft
Sobald sich eine neue Methode oder Lehrauffassung einerseits mit Verweis auf Verifizierung, Empirik oder Wirksamkeitsstudien Gehör verschafft, andererseits ein solcher Wirkungsnachweis jedoch nicht von unabhängiger Stelle reproduziert werden kann, gilt diese Lehre bis auf weiteres als unbewiesen. Ist eine Falsifizierung der Lehre wenigstens noch prinzipiell möglich, kann bis auf weiteres von einer "Parawissenschaft" gesprochen werden. Methoden, die weder verifiziert noch falsifizierbar (d.h. wenigstens im Prinzip widerlegbar) sind, gelten als pseudowissenschaftlich.
Auf ihre Existenz untersuchte Phänomene sind unter anderem:
- Telepathie -- Hellsehen -- Präkognition -- Telekinese -- Levitation -- Bilokation -- Poltergeister -- PK-Effekt -- UFOs - Morphische Felder
Umstritten sind:
Weblinks
- Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. (GWUP)
- Gesellschaft für Anomalistik e.V. (GfA)
- Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP) (engl.)
- The Skeptics Society and Skeptic Magazine (engl.)
- The Skeptic `s Dictionary - Seite mit unzähligen skeptischen Artikeln auch zu parawissenschaftlichen Themen (engl.)
- Wissenschaft - Pseudowissenschaft: Ein einführender Beitrag über die Abgrenzungsschwierigkeiten
