Paris-Geschütz
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Paris-Geschütz war der Name eines deutschen Eisenbahngeschützes im Ersten Weltkrieg. Die offizielle Bezeichnung lautete Kaiser-Wilhelm-Geschütz.
Die Kanone hatte eine Rohrlänge von 37 m (L/176) und verschoss Granaten von knapp 120 kg Masse mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 2000 m/s. Das Rohr war aus einem 17 m langen Rohr mit 38 cm Innendurchmesser gefertigt, in das ein 30 m langes 21-cm-Rohr eingesetzt wurde. Schließlich wurde noch ein 6 m langes Rohr angefügt. Die Konstruktion wurde durch ein Spannwerk gegen Durchhängen geschützt. Die Kanone hatte eine Gesamtmasse von rund 140 Tonnen und wurde mit der Eisenbahn an den Einsatzort transportiert.
Auch wenn in der Fachliteratur mitunter von dem Paris-Geschütz geschrieben wird, kamen insgesamt drei derartige Kanonen zum Einsatz. Die Paris-Geschütze hatten eine Reichweite von etwa 122 Kilometern. Alle anderen im Ersten Weltkrieg verwendeten Ferngeschütze verfügten über eine Reichweite von maximal 40 Kilometern.
Mit der Entwicklung der Paris-Geschütze wurde bereits 1916 begonnen. Maßgeblich daran beteiligt war der Artilleriekonstrukteur Rausenberger von der Firma Krupp, welcher bereits die "Dicke Bertha" entworfen hatte. Im Sommer 1917 wurde das erste fertig gestellte Paris-Geschütz bei Meppen erfolgreich getestet. Bis Anfang 1918 wurden zwei weitere Paris-Geschütze konstruiert, die im Rahmen der deutschen Frühjahrsoffensive am 23. März 1918 erstmalig im Kriegsgebiet zum Einsatz kamen.
Die Geschosse erreichten eine Flughöhe von etwa 40 Kilometern und eine Flugzeit von 3 Minuten. Beim Abfeuern wurde ein Mündungsdruck von knapp 400.000 TPa erzeugt, die Teibladung wog 150 kg. Zwischen den Schüssen vergingen etwa 20 Minuten, in denen unter anderem zahlreiche Berechnungen durchgeführt werden mussten. Die Lage der Einschläge wurde vom Flugzeug aus beobachtet. Ein Rohr hatte eine Lebensdauer von nur 65 Schuss, zu dem vergrößerte sich bei jedem Schuss das Kaliber.
Die Paris-Geschütze hatten aufgrund ihrer Verwendung keinen militärischen Nutzen, da sie als Terrorwaffen geplant waren. Durch einige Treffer in Paris wurde der gewünschte psychologische Effekt zunächst erzielt, der aber nach kurzer Zeit verpuffte. Insgesamt wurden 256 Zivilisten getötet und 620 verwundet, davon gab es allein 88 Tote und 68 Verwundete bei einem Volltreffer auf die Kirche von Saint Gervais während eines Karfreitags-Gottesdienstes. Die Propaganda in Deutschland nutzte diese angeblichen Erfolge jedoch, um die Moral der Heimatfront zu stärken.
Bereits am 25. März schmolz das Bodenstück eines der Geschütze, wobei siebzehn Artilleristen starben. Die verbliebenen Paris-Geschütze feuerten bis zum 8. August 1918 insgesamt knapp 320 Geschosse ab -180 davon trafen Paris, bis sie aufgrund der sich für Deutschland verschlechternden militärischen Lage mitsamt ihren Ersatzrohren verschrottet wurden. Auch die Konstruktionspläne der Paris-Geschütze wurden von den Deutschen vernichtet, so dass sich heute nicht mehr nachvollziehen lässt, wie die damaligen Ingenieure eine derartige Kanone bauen konnten.
Literatur
- Henry W. Miller: Die Paris-Geschütze - Die Beschießung von Paris durch deutsche weittragende Geschütze und die Offensiven des Jahres 1918, Wilhelm Limpert-Verlag Berlin-Dresden 1936
- Gerhard Taube: Deutsche Eisenbahn-Geschütze, 2001; ISBN 3-613-01352-5
Weblinks
- Westfront.de - Beschreibung nebst Bild
- FirstWorldWar.com (englisch)
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