Patriarchat (Soziologie)

Das Patriarchat (griechisch πατριαρχία, von πατήρ, patér - der Vater und αρχή, arché - u.a. der Ursprung, die Herrschaft) ist eine androzentrische Gesellschaftsstruktur, die durch die Vorherrschaft (meist auch älterer) Männer (vgl. Gerontokratie), besonders durch Familienväter, d.h. die männlichen Oberhäupter von Sippen, Gemeinden oder Völkern geprägt ist. Das Patriarchat ist die vorwiegend verbreitete Gemeinschaftssordnung des Menschen, und auch die meisten heutigen Gesellschaften werden von Männern dominiert.

Entstehung des Patriarchats

James DeMeo und Marija Gimbutas glauben beide - unabhängig voneinander - bewiesen zu haben, dass patriarchale Herrschaftsstrukturen erst vor ca. 5000 Jahren entstanden, und zwar auf Grund von Klimaveränderungen, die zu Fluchtbewegungen der Menschen führten. Anhand von archäologischen und paläoklimatischen Studien gehen die Forscher davon aus, dass der Übergang von egalitären, friedlichen Verhältnissen zu gewaltsamen, kriegerischen in spezifischen Regionen der Alten Welt, in Nordafrika, im Nahen Osten und in Zentralasien, stattgefunden hätte: diese relativ feuchten Gebiete trockneten allmählich aus und wurden verlassen mit der Konsequenz, dass durch den Zusammenfall der Umwelt- und Kulturbedingungen die Bindungen zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Frau und Mann in traumatischer Weise zerstört worden seien.

Sollte die Hypothese eines "Ur-Matriarchates" zutreffen (vgl. dazu Urgesellschaft), so gilt diese Theorie zur Ablösung durch das Patriarchat heute als die wahrscheinlichste.

Das Patriarchat gestaltet sich u.a. in der

Literatur

Siehe auch

See also: Patriarchat (Soziologie), Androzentrismus, Erbfolge, Gemeinde, Gerda Lerner, Gerontokratie, Gottvater, Griechische Sprache, Horst Herrmann, Marija Gimbutas