Paul Déroulède
Paul Déroulède (* 2. September 1848 in Paris; † 30. Januar 1914 in Nizza) war ein französischer Militär und Politiker.
Er zeichnete sich im deutsch-französischen Krieg von 1870/1871 aus, beteiligte sich an der Niederschlagung der Pariser Kommune, musste aber 1874 nach einem Sturz seines Pferdes seine Militärkarriere vorzeitig beenden. Er wurde nun als Schriftsteller und Politiker aktiv, vertrat eine revanchistische Politik gegenüber dem Deutschen Reich und forderte die Rückgabe von Elsass-Lothringen an Frankreich. Auf Anregung von Léon Gambetta gründete er 1882 die Ligue des Patriotes (Bund der Patrioten) und wurde Anhänger von Georges Ernest Boulanger, ein sogenannter Boulangist. Anders als Boulanger aber, der sich 1889 geweigert hatte, dem Plan der Ligue nach einem gewaltsamen Staatsstreich nachzukommen, entschloss sich Déroulède 1899 zu einem gewaltsamen Vorgehen gegen die Regierung; der Putsch scheiterte jedoch und Déroulède wurde des Hochverrats angeklagt und verurteilt, aber bereits 1905 wieder auf freien Fuß gesetzt. Er kandidierte erfolglos bei den Parlamentswahlen 1906 und zog sich daraufhin aus der Politik zurück.
