Paul Tillich

Paul Johannes Tillich (* 20. August 1886 in Starzeddel, Kreis Guben; † 22. Oktober 1965 in Chicago, USA), deutscher protestantischer Theologe (Dogmatiker) und Religionsphilosoph.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Tillich wuchs auf als Sohn eines lutherischen Pfarrers. Er studierte Theologie und Philosophie an den Universitäten von Berlin, Tübingen und Halle. Als Student trat er dem Wingolfsbund bei. 1910 promovierte er an der Universität Breslau mit einer Arbeit über Friedrich Schelling. Er wurde ordiniert und arbeitete als Vikar, meldete sich dann aber mit dem Erster Weltkrieg freiwillig als Militärpfarrer.

Nach dem Krieg, der sich später als für Tillich bestimmend erweisen sollte, lehrte er als Privatdozent in Berlin, dann ab 1924 in Marburg, ab 1925 an der Technischen Hochschule Dresdens und schließlich von 1929 bis 1933 in Frankfurt (Main). 1933 wurde er, nachdem er mit Die sozialistische Entscheidung eine Schrift gegen den Nationalsozialismus veröffentlicht hatte, und weil er den Religiösen Sozialisten angehörte, aus dem Staatsdienst entlassen und mußte Deutschland verlassen.

Freunde verschaffen ihm dann am Union Theological Seminary in New York City eine Anstellung, wo Tillich beinahe zwanzig Jahre lehren sollte. In dieser Zeit entstanden mit Auf der Grenze (1936, dt. 1962) auch die persönlich geprägten theologischen Reflexionen, die die mit dem Ersten Weltkrieg einsetzende Krise in Tillichs Leben beleuchten und seinen späteren theologischen Werdegang erklären. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Tillich in Fachkreisen bereits bekannt und hatte seinerseits begonnen, die englische Sprache in dem für wissenschaftliche Publikationen erforderlichem Umfang zu erlernen.

1948 war es dann aber keine gelehrte Monographie, sondern eine unter dem Titel The Shaking of the Foundation (deutsch: In der Tiefe ist Wahrheit; ISBN B0000BOLVU bzw. ISBN B0000BTN24 bzw. ISBN 3771500028) veröffentlichte Sammlung von Predigten, die Tillich landesweit bekannt machte. Noch in New York begann Tillich, seine Systematische Theologie zu schreiben. Als er 1955 am Seminary emeritierte, war er in den USA ein »intellektueller Superstar« (Kelsey), der sich nun die Universität aussuchen konnte. Tillich ging als University-Professor mit fakultätsübergreifendem Lehrrecht nach Harvard und veröffentlichte dort den zweiten Band der Systematik. 1962 nahm er dann noch einmal einen Ruf an die Universität von Chicago an und brachte den dritten Band der Systematischen Theologie heraus. Im selben Jahr erhielt er auch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Paul Tillich verstarb 1965 im Alter von 79 Jahren.

Bedeutung

Helmut Thielicke hat Tillich als "Wanderer zwischen den Welten" bezeichnet, F. Mildenberger sprach vom "Denker auf der Grenze", H. Bürkle als "Vermittlungstheologe". Ihm ist es mit seiner Methode der Korrelation von Frage und Antwort, Situation und Botschaft usw. wie kaum jemand anderem gelungen, die existentiellen Fragen seiner Zeit aufzugreifen und sie als religiöse Fragen zu formulieren, sowie aufzuzeigen, dass die Symbole der christlichen Botschaft attraktive und nach wie vor aktuelle Antworten auf diese Fragen sind. Sein Denken prägte die Frühphase der später so genannten "Kritische Theorie der Gesellschaft" der Frankfurter Schule um Horkheimer und Adorno - der bei ihm habilitierte - massgeblich mit.

Werke

Literatur

Weblinks

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Personendaten
Tillich, Paul Johannes
deutscher protestantischer Theologe (Dogmatiker) und Religionsphilosoph
20. August 1886
Starzeddel, Kreis Guben
22. Oktober 1965
Chicago, USA

See also: Paul Tillich, 1886, 1910, 1924, 1925, 1929, 1933, 1936, 1948