Paul Wandel
Paul Wandel (* 16. Dezember 1905 in Mannheim, † 3. Juni 1995 in Berlin) war der erste Minister für Volksbildung und Jugend der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Leben
Wandel absolvierte ab 1919 eine Ausbildung zum Maschinentechniker und war von 1925 bis 1929 Techniker in einem Mannheimer Betrieb. 1919 trat er der Sozialistischen Arbeiterjugend, 1923 dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands und 1926 der Kommunistischen Partei Deutschlands (kurz: KPD) bei. In den Jahren 1930 und 1931 war er Sekretär der KPD-Bezirksleitung Baden und von 1930 bis 1932 Vorsitzender der KPD-Fraktion im Stadtrat von Mannheim.
Von 1931 bis 1936 war er Kursant, Aspirant und schließlich Lehrer und Parteisekretär der Lenin-Schule in Moskau. Er wurde Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (kurz: KPdSU). Er war im Marx-Engels-Institut und als persönlicher Sekretär von Wilhelm Pieck im Balkanländerreferat des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale tätig. Ab 1941 war er Leiter der deutschen Sektion an der Schule der Kommunistischen Internationale in Kuschnarenkowo und ab 1943 Mitglied des Auslandbüros der KPD in Moskau.
Von 1945 bis 1949 war Wandel Präsident des Deutschen Zentralverbandes für Volksbildung und seit 1946 Mitglied des Parteivorstandes bzw. Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (kurz: SED). In den Jahren 1949 und 1950 sowie 1954 bis 1958 war er Abgeordneter der Volkskammer der DDR. Von 1949 bis 1950 war Wandel der erste Minister für Volksbildung und Jugend der DDR. Außerdem war er in den Jahren 1950 bis 1958 Minister für Volksbildung und Minister für Koordination der kulturellen Angelegenheiten. Bis zum Jahr 1953 hatte Wandel den Posten des Leiters der Koordinierungsstelle für Kultur und Volksbildung und bis 1957 die Stelle des Sekretärs für Kultur und Erziehung beim Zentralkomitee (kurz: ZK) der SED inne.
Ende 1957 erhielt er eine strenge Rüge wegen ungenügender Härte bei der Durchsetzung der kulturpolitischen Linie der SED. Danach war er bis zum Jahre 1961 Botschafter der DDR in der Volksrepublik China, bis 1964 stellvertretender Außenminister der DDR, bis 1975 Präsident und bis 1984 Vizepräsident der Liga für Völkerfreundschaft.
Wandel erhielt 1970 den Orden des Vaterländischen Krieges und den Stern der Völkerfreundschaft und 1975 den Karl-Marx-Orden.
Werke
- Die demokratische Einheitsschule : Rückblick und Ausblick. - Berlin : Verl. Volk und Wissen 1947
- Wie es zur Oder-Neisse-Grenze kam. - Berlin : Dietz, 1955
- Wilhelm Pieck : dem Vorkämpfer für ein neues deutschland zum 70. Geburtstag. - Berlin : Verl. Neuer Weg, 1946
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wandel, Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Minister für Volksbildung und Jugend der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) |
| GEBURTSDATUM | 16. Dezember 1905 |
| GEBURTSORT | Mannheim |
| STERBEDATUM | 3. Juni 1995 |
| STERBEORT | Berlin |
