Percy Stuart

Percy Stuart war eine beliebte Abenteuer-Serie im ZDF, die wöchentlich im Vorabendprogramm (Mittwoch, 19.10 Uhr) lief. Drehbuchautor Karl Heinz Zeitler verfasste insgesamt 52 Folgen, die im Zeitraum vom 12. März 1969 bis 19. Januar 1972 erstmals ausgestrahlt wurden. Produziert wurden sie von Horst Lockau und der „Hamburgischen Film- und Fernsehproduktion“.

Inhaltsverzeichnis

Vorlage

Im Verlag Mignon in Dresden kam Ende 1913 unter dem Titel „Lord Percy vom Excentric Club. Der Held und kühne Abenteurer in 197 geheimnisvollen Aufgaben“ eine neue Groschenroman-Reihe heraus. Der Verleger hatte die Abenteuerserie vorschnell auf 197 Episoden beschränkt, ohne den Erfolg zu ahnen, den diese Serie auslösen sollte.

Im Mittelpunkt steht ein englischer Lord, der als Mitglied in den angesehenen Excentric-Club in London aufgenommen werden möchte. Um dies zu erreichen, muss er 197 Aufgaben lösen, die der Club ihm stellt.

Als Großbritannien als Gegner Deutschlands in den Ersten Weltkrieg eintrat, war ein englischer Aristokrat nicht mehr opportun. So wurde aus Percy Stuart ein amerikanischer Millionär, da die USA zu Beginn des Krieges sich neutral verhielten. Als sich das änderte, verbot die deutsche Militärbehörde 1916 das Erscheinen der Heftreihe. Percy Stuart hatte zu diesem Zeitpunkt erst 132 Aufgaben gelöst.

1920, nach Ende der Krieges, setzte Mignon seine Serie unter dem Titel „Der neue Excentric-Club“ fort, ergänzt mit dem Untertitel „Spannende Sport-Erzählungen“, da das Modewort „Sport“ in aller Munde war. Alle 132 Titel wurden nochmals herausgegeben. Erneut stellte sich ein überwältigender Erfolg ein, so dass von nun an zweimal wöchentlich ein neues Abenteuer erschien. Als die magische Grenze Nr. 197 erreicht war, bediente man sich eines Tricks: Percy scheitert an der letzten Aufgabe, und ist bereit, weitere 197 Aufgaben zu lösen. Die letzte Aufgabe wäre dann Nr. 394 gewesen. Als diese erreicht war, erfand man erneut einen Dreh: Percy Stuart wird in den Club aufgenommen. Vor Freude möchte er auch Präsident des Clubs werden. Deshalb ist er bereit, weitere 1976(!) Heldentaten zu lösen. Allerdings hatte sich die Serie 1927 mit der Folge Nr. 534 totgelaufen. In der letzten Folge „Im Schacht der Silbermine“ rettet Percy Stuart die Tochter des Clubpräsidenten und wird danach sein Schwiegersohn und Nachfolger.

Adaption

Die Idee, eine Fernsehserie daraus zu machen, stammt von Karl Heinz Zeitler. Statt der 197 Aufgaben muss sein Percy Stuart, ein amerikanischer Multimillionär, nur 13 Aufgaben lösen (angepasst an den damaligen vierteljährlichen Serienrhythmus im deutschen Fernsehen), die zeitlich in der damaligen Gegenwart angesiedelt sind. Percys verstorbener Vater hatte bestimmt, dass er um Aufnahme in den exklusiven „Excentric-Club“ in London ansuchen soll.

Der Club besteht aus ehemaligen Präsidenten, Generälen, Ministern und Richtern, die aber keine weitere Aufnahme in ihren Kreis zulassen wollen. So wird als Lösung eine „Aufnahmeprüfung“ vorgeschlagen. Jedes Mitglied stellt Percy Stuart eine besondere Aufgabe. Bei ihrer Lösung ergeben sich gefährliche, turbulente, aber auch heitere Abenteuer, die in verschiedenen Orten und Ländern spielen. Da die Serie immer beliebter wurde, besteht Percy die 13. Aufgabe ebenfalls nicht – und so wurden 4 Staffeln mit 52 Folgen (Dauer jeder Episode: 25 Minuten), anfangs noch in Schwarzweiß, gedreht.

Darsteller und Regie

Die Rolle des Percy Stuart übernahm Claus Wilcke, dem Horst Keitel als schrulliger Rechtsanwalt Reginald Prewster beigegeben wurde, der darüber zu wachen hat, ob die Aufgaben tatsächlich im Sinne der Clubmitglieder gelöst werden. Beide Darsteller waren beim Fernsehpublikum überaus populär: Wilcke glänzte durch sein pfiffiges, smartes Auftreten, Keitel würzte das Ganze durch seine komödiantische Art.

Weitere Darsteller:


Die Serie hatte zwei Regisseure: Ernst Hofbauer (Folge 1-26), bekannt durch seine „Schulmädchen-Report“-Kinofilme, und Hans-Georg Thiemt (Folge 27-52), der zuvor bereits Krimiserien (z.B. „Kommissar Brahm“ oder „John Klings Abenteuer“) gedreht hatte. Die Dreharbeiten fanden zwischen 1967 und 1971 statt.

Den Titelsong „Percy Stuart, das ist unser Mann ... ein Mann, ein Mann, ein Mann, der alles kann“ komponierte Siegfried Franz und wurde von Claus Wilcke gesungen. Nach dem Ende der Serie verschwand der beliebte Wilcke sehr rasch vom Bildschirm, während Horst Keitel mit der (enttäuschenden) Serie „Im Auftrag von Madame“ 1972 weitermachen konnte.

Erfolge

Bis zuletzt gab es hohe Zuschauerquoten. Für die drei letzten Folgen ermittelte das ZDF eine Quote von 54 %. 1970 wurde eine spanische Fassung erstellt, die auch in Südamerika ausgestrahlt wurde.

Percy-Stuart-Folgen (Chronologie)

Filmografie

Primärliteratur

Sekundärliteratur

Weblinks

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