Perl

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Programmiersprache Perl, weitere Bedeutungen unter Perl (Begriffsklärung)
Perl

Interpretierte Programmiersprache
Entwickler: Larry Wall, Perl Porter
Aktuelle Version: 5.8.7 / 4. Juni 2005
Betriebssystem: Windows, Linux, Mac OS X, uvm.
Kategorie: Skriptsprache
Lizenz: Artistic License, GPL
Deutsche Oberfläche: nein
Website: www.perl.org

Perl /pɜːɹl/ ist eine freie, plattformunabhängige Programmiersprache und wird auch als Skriptsprache oder dynamic language bezeichnet. Der Linguist Larry Wall entwarf sie 1987 als Synthese aus C, den UNIX-Befehlen und anderen Einflüssen. Ursprünglich als Werkzeug zur System- und Netzwerkadministration vorgesehen, hat Perl auch bei der Entwicklung von Webanwendungen und in der Bioinformatik weite Verbreitung gefunden. Hauptziele sind eine schnelle Problemlösung und größtmögliche Freiheit für Programmierer. Der Umgang mit Texten und viele frei verfügbare Module sind Stärken der Sprache.

Der Name Perl bezieht sich auf ein Zitat aus dem Matthäus-Evangelium [13,46], wo Jesus das Himmelreich mit dem Bild eines Händlers beschreibt, der seinen gesamten Besitz verkaufen will, um eine kostbare Perle zu erwerben. Später wurde der Name von Pearl in Perl geändert, da es bereits eine Sprache namens Pearl gab. Allgemein verbreitet und von Larry akzeptiert sind auch die Backronyme Practical Extraction and Report Language und Pathologically Eclectic Rubbish Lister. Die Schreibweise „Perl“ bezeichnet die Sprache, „perl“ dagegen das Programm, das diese Sprache interpretiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung

Larry Wall war Angestellter bei Unisys, wo er 1987 daran beteiligt war, unter dem Namen blackcomb ein verstreutes, sicheres Netzwerk für die NSA zu entwickeln. Er erhielt dabei mehrere Aufträge, Werkzeuge zur Fernwartung und Überwachung der entstehenden Software zu schaffen. Da die vorhanden Sprachen und Werkzeuge ihm dafür zu umständlich erschienen, entwickelte er eine eigene Sprache, um seine Aufgaben zu lösen.

Perl 1–4

Am 18. Dezember 1987 publizierte er sie im damaligen Vorläufer des Internets als Perl 1.0. Damals war Perl wirklich noch, wie der Name sagt, eine bessere Shell, die gut mit Texten und Dateien umgehen konnte, andere Programme steuern und gut lesbare Berichte ausgeben konnte. Bereits im nächsten Jahr erschien die Version 2.0 mit grunderneuerter und erweiterter Regex-Engine und einigen weiteren Verbesserungen. 1989 folgte Perl 3, das auch mit binären Daten umgehen konnte und erstmals auch unter der GPL veröffentlicht wurde. Fast unverändert war es ab dem 12. März 1991 als Perl 4 erhältlich. Jedoch nun wahlweise unter der GPL oder der von Larry entwickelten Artistic License. Zu der Zeit erschien auch das von Larry Wall mitverfasste Kamel-Buch, welches das erste Buch zum Thema Perl-Programmierung war.

Perl 5

Der bisher größte Schritt für Perl war am 18. Oktober 1994 mit Perl 5 geschafft. Neben der Möglichkeit, Dokumentation in den Quelltext einzufügen, und vielen weiteren wichtigen Neuerungen, konnte man nun die Sprache durch separate Module erweitern, was im folgenden Jahr zur Entstehung des CPAN führte. Dieses große Archiv frei erhältlicher Module ist heute selbst ein wichtiger Grund Perl einzusetzen. Mit Version 5 wurde es auch möglich, objektorientiert in Perl zu programmieren, wobei die objektoriente Syntax geschickt aus anderen Sprachelementen (Packages, Package-Funktionen und Package-Variablen) abgeleitet wurde. In der Anfangszeit von Perl 5 entstand aus einem Satz C-Makros mit XS eine Sprache, die es ermöglicht Perl mit anderen Sprachen zu erweitern oder mit Perl-Programmen beliebige Software anzusprechen.

Aktuelle Versionen

Die aktuelle Weiterentwicklung findet in den von Rafaël Garcia-Suarez geleiteten Entwicklerversionen 5.9.x statt. Für den täglichen Gebrauch werden derzeit die Versionsreihen 5.6.x und 5.8.x gepflegt. Die aktuelle, von Nicholas Clark betreute, Version 5.8.7 ist weitestgehend befreit von den Problemen mit Unicode und Threads, 5.6.2 ist wegen kleiner Inkompatibilitäten aber immernoch eine Alternative. 5.004 und 5.005 sind veraltet, wichtige Module funktionieren mit ihnen aber weiterhin. Die nächste Benutzerversion 5.10 wird von Hugo van der Sanden vorbereitet.

Perl 6

Am 18. Juli 2000 auf der TPC 4 wurde Perl 6 als die Version der Perl-Gemeinschaft angekündigt. Nachdem Larry Wall mehrere hundert Vorschläge auswertete und thematisch sortierte, schrieb er je Thema einen Überblick seiner Vorstellungen (Apocalypse genannt), der nach Diskussionen in den Mailinglisten von Damian Conway zu einer detaillierten Exegese formuliert wird. Dabei wird die Sprache entrümpelt und mit neuen Fähigkeiten ausgestattet, unter anderem wurde die Objektorientierung komplett neu gestaltet und eine neue Grammar-Engine entwickelt. Diese Neugestaltung der Syntax ist weitestgehend abgeschlossen.

Als Interpreter für Perl 6 ist eine neue registerbasierte Virtuelle Maschine namens Parrot in Entwicklung, die viele Sprachen kompilieren (in Bytecode übersetzen) und ausführen können soll. Sie wurde von Chip Salzenberg und Dan Sugalski entworfen und wird derzeit von Chip und Leo(pold) Tötsch betreut.

Nach der Freigabe von Perl 6 und Parrot soll Perl 5 aber noch lange gewartet werden. Mit einem Parser namens Ponie, den Arthur Bergman derzeit entwickelt, soll Perl 5 auch auf Parrot ausführbar sein.

Autrijus Tang entwickelt seit Anfang Februar 2005 einen alternativen Perl 6-Compiler namens Pugs in der Sprache Haskell. Die Entwicklung geht wesentlich schneller als beim Parrot-Projekt voran und wird es auch ermöglichen, wie geplant den Perl 6-Parser für Parrot in Perl 6 zu schreiben.

Merkmale

Ursprung

Geistig

Es ist naheliegend, dass sich Perls Eigenschaften aus den Gedanken und Überzeugungen ihres Begründers ergeben, der sich stark zum Christentum bekennt, Linguistik studierte, als Admin und Programmierer arbeitete und auch als Humorist und Autor bekannt wurde. Aus seiner christlichen Überzeugung heraus wollte Larry Wall ein Werkzeug schaffen, das möglichst vielen Menschen als bescheidener Diener die Arbeit erleichtert, sie in ihrer Kreativität unterstützt und sie in ihrer von Gott geschaffenen Einzigartigkeit ernst nimmt. Dafür entwarf er Perl nah an den menschlichen Sprachgewohneiten, was sich in minimalen Voraussetzungen für Einsteiger, einer starken Kombinierbarkeit der Sprachelemente und einem reichen Wortschatz ausdrückt, der auch verschiedene Befehle oder Wendungen mit gleicher Bedeutung zulässt. Wall sieht darin die Bedürfnisse eines Praktikers nach Freiheit und intuitivem Ausdruck verwirklicht.

Praktisch

Gemäß diesem praktischen Ansatz borgte sich Perl seinen Wortschatz und seine logischen Strukturen von den in den 1980er Jahren unter Unix verbreiteten Sprachen und Werkzeugen, was das Erlernen vereinfachte, aber auch die UNIX-Philosophie umkehrte.

Unix und seine Systembefehle waren kompiliert und meist in C geschrieben. interpretierte Shell-Scripte kombinierten schnell und einfach die Befehle die untereinander ihre Ergebnisse durch Pipes weiterreichen konnten. Diese Befehle waren logische Einheiten und sollten genau eine Aufgabe beherrschen („Do one thing and do it well” / „Mach eine Sache und mach sie gut”). Perl verletzt diese Philosophie in dem es diese Befehle zum Bestandteil der Sprache macht und die vorhandenen Werkzeuge übergeht.

Dies wurde notwendig, weil für komplexe Aufgaben Shell-Scripte ungeeignet waren, da Pipes Nadelöhre für den Datenaustausch sind, Shell-Scripte nur eingeschränkt Daten zwischenspeichern können und ihr Ablauf sehr einfach ist. Andererseits sind UNIX-Werkzeuge sehr mächtig und konnten bis zu ca. 30 Zeilen C-Quelltext ersetzen.

Um die Vorteile beider Welten zu nutzen, kombinierte Larry C mit Werkzeugen wie sed, awk, grep und sort und Eigenschaften der Bourne Shell, in geringem Maße auch Pascal und BASIC, sowie eigenen Ideen. Diese Fusion ermöglichte kurze, mächtige Programme, die man schnell schreiben und jederzeit auch testen konnte, ohne sie kompilieren zu müssen, was die Entwicklung ebenfalls beschleunigte. Später wurden weitere Fähigkeiten von Sprachen wie LISP, Smalltalk, Python oder Ruby "importiert".

Prinzipien

Perl wurde für den praktischen Einsatz entwickelt und konzentriert sich daher auf einfache Programmierbarkeit, Vollständigkeit und Effizienz. Diese Philosophie drückt sich in den folgenden Schlagworten oder Phrasen aus, die meist von Larry Wall stammen.

Mehrere Wege

Das bekannteste und grundlegendste Perl-Motto ist „There is more than one way to do it“ (kurz: TIMTOWTDI, auch Tim Today). Zu deutsch: „Es gibt mehr als einen Weg, etwas zu tun“. Perl macht im Gegensatz zu Sprachen wie Python weniger Vorgaben und bietet absichtlich für jedes Problem mehrere Formulierungs- und Lösungsmöglichkeiten. Zum Beispiel kann man logische Operatoren „||“ und „&&“(wie in C) oder „or“ und „and“(wie in Pascal) bezeichnen; aber auch Befehle mit einem sich überschneidenden Funktionsumfang wie „map“ und „for“ erlauben verschiedene Formulierungen für den gleichen Sachverhalt. Zahlreiche Befehle wie der Diamant-Operator(<>) bieten verkürzte Schreibweisen für bereits vorhandener Funktionalität. Das Vielfalt eine erklärte Tugend der Perl-Kultur ist, wird auch im CPAN sichtbar, wo einige Module einen sehr ähnlichen Zweck erfüllen. Dies alles erlaubt dem Programmierer, seinen Vorlieben nachzugehen, und ist für manche ein wichtiger Grund, sich für Perl zu entscheiden.

Eine weiteres Schlagwort, das man auch als Erweiterung von TIMTOWTDI sehen kann, bezeichnet Perl als die erste postmoderne Programmiersprache. Damit ist gemeint, dass Perl verschiedene Paradigmen vereint und es dem Benutzer frei steht, strukturierte, objektorientierte, funktionale und imperative Sprachmerkmale zu kombinieren.

Einfach und möglich

Der andere wichtige Perl-Merksatz ist keep simple tasks simple, and make hard tasks possible, was zu deutsch bedeutet Halte die einfachen Arbeiten einfach und mach (die Lösung der) schwere(n) Aufgaben möglich. Dies beinhaltet zum ersten das Ziel gängige Aufgaben möglichst mit "fertigen Lösungen" zu vereinfachen. Zum Beispiel prüft -e '<Dateiname>' die Existenz einer Datei. Zweitens versucht Perl vollständig zu sein und für jedes Problem mindestens die Werkzeuge zur Lösung bereitzustellen. Das dritte Ziel: die beiden ersten Zielen nicht kollidieren zu lassen gewinnt mit dem wachsendem Sprachumfang von Perl6 immer mehr an Bedeutung wo in Anlehnung an den Huffman-Code die Schreibweisen der am häufigst verwendeten Befehle möglicht kurz gehalten sind, ohne mit der Logik der Schreibweise ähnlicher Befehle zu brechen.

Je nach Kontext

In Perl gibt es Befehle, die verschiedene Bedeutungen haben, je nachdem, in welchem Zusammenhang sie benutzt werden. Derart kontextsensitiv sind Datenstrukturen wie das Array. Wird es einem anderen Array zugewiesen, wird dessen Inhalt übergeben, ist der Empfänger ein einzelner Wert (Skalar) erhält dieser die Länge des Arrays. Ein anderes Beispiel sind die geschweiften Klammern, die in Perl einen Block kennzeichnen, aber auch zum Dereferenzieren von Variablen dienen können.

Kritik

Perls Eigenschaften werden oft so verstanden, dass sie dazu einladen, unübersichtlichen Quellcode zu schreiben, manche Kritiker behaupten sogar, Perl sei die einzige Sprache, in der man „write–only“ programmieren könne, dass also ein einmal geschriebenes Programm weder für andere zu verstehen sei, noch für den Autor, wenn er es nach Monaten liest. Tatsächlich bietet Perl einerseits viele Möglichkeiten, unleserlichen Code zu produzieren, aber es liegt letztlich am Willen und den Fähigkeiten des Programmierers, Les– und Wartbarkeit zu erreichen. Denn andererseits ermöglicht die gleiche Freiheit es auch, besonders nah am Problem oder nah am menschlichen Verständnis zu programmieren, was zu einer sonst unerreichbaren Lesbarkeit führen kann.

Weiterhin wird Perl vorgeworfen, dass es die UNIX-Philosophie verletzt. Siehe dazu den Abschnitt Praktisch.

Technische Merkmale

Verbreitung

Von Anfang an war Perl besonders auf die Verarbeitung von Texten und Textdateien sowie zur Ausgabe von Berichten ausgelegt. Durch zahlreiche Erweiterungen und zusätzliche Bibliotheken hat sich Perl jedoch längst zu einer auch universell einsetzbaren Sprache weiterentwickelt. Systemadministratoren und Webentwickler (siehe CGI, HTML::Mason) setzen sie besonders gern ein. Ein weiteres Hauptanwendungsfeld ist das Data-Munging, aber auch auf vielen anderen Gebieten ist Perl zu Hause – ausgenommen sind eigentlich nur Bereiche, in denen Skriptsprachen aus Geschwindigkeitsgründen ungeeignet sind.

Logos

Als Maskottchen von Perl dient ein Dromedar. Es zierte erstmals den Umschlag des Referenzwerkes Programming Perl, welches im O'Reilly Verlag herausgegeben wird und als das Kamel-Buch bekannt ist. In einem Interview sagte Tim O'Reilly scherzhaft als Begründung: Perl ist hässlich und kommt über lange Strecken ohne Wasser aus. Das Dromedar ist auf dem Programming Republic of Perl Emblem zu sehen, das oft als offizielles Perl-Logo angesehen wird und dessen nichtkommerziellen Gebrauch O'Reilly gestattet. Andere im Zusammenhang mit Perl benutzte Logos sind neben Perlen, die aufgeschnittene Zwiebel (Erkennungszeichen der Perl Foundation), und der Komodowaran der die weit verbreitete Perl Distribution von Active State schmückt.

Syntax

Freies Format

Perl erlaubt freies Formatieren des Quellcodes. Das bedeutet, dass Einrückungen und zusätzliche Leerzeichen syntaktisch unerheblich sind und auch Zeilenumbrüche nach Belieben eingefügt werden können. Logische Konsequenz dieser Freiheit ist die Notwendigkeit, jeden Befehl mit einem Semikolon abzuschließen.

Variablen

Charakteristisch für Perl ist, dass Variablen durch ein Prefix (auch Sigil genannt) gekennzeichnet werden, das ihren Datentyp anzeigt. Hier einige Beispiele:

$ für Skalare: $scalar
 @ für Arrays: @array
 % für Hashes/assoziative Arrays: %hash
 & für Funktionen (oft optional): &function
 * für Typeglobs: *all
 

Basisdatentypen in Perl sind skalare Variablen, Arrays und Hashes (assoziative Arrays).

Hashes und Arrays lassen sich einander zuweisen, wobei Hashes als Listen von Key/Value-Paaren betrachtet werden. Daten verschiedenen Typs lassen sich beliebig zu neuen Datenstrukturen kombinieren, beispielsweise sind Hashes denkbar, die neben Arrays auch einzelne Skalare enthalten.

Package-Variablen werden automatisch erstellt, sobald sie das erstemal verwendet werden.

undef(<variable>) gibt die angegebene Variable wieder frei.

Kontrollstrukturen

Die grundlegenden Kontrollstrukturen unterscheiden sich kaum von denen in C, Java und JavaScript:

Bedingte Ausführung

if funktioniert wie aus C bekannt, unless, eine Besonderheit von Perl, ist eine Schreibweise für if (!(<Bedingung>)). Eine Case- oder Switch-Anweisung gibt es in Perl 5 nicht, aber den ternären Operator ? :, der mit do {if {<Bedingung>} {<Anweisungen>} else {<Anweisungen>}} umschrieben werden könnte. Die optimierten logischen Operatoren erlauben auch eine bedingte Ausführung. Bei or (bzw. ||) wird der zweite Ausdruck ausgeführt, wenn das Ergebnis des ersten kein wahrer Wert ist, and (bzw. &&) funktioniert analog.

 if     (<Bedingung>) {<Anweisungen>}
 [elsif  (<Bedingung>) {<Anweisungen>}]
 [else                 {<Anweisungen>}]
 
  unless (<Bedingung>) {<Anweisungen>}
 [else                 {<Anweisungen>}]
 
 <Bedingung> ? <Anweisung 1> : <Anweisung 2>;
 
 <Ausdruck 1> || <Ausdruck 2>;
 <Ausdruck 1> && <Ausdruck 2>;
 

Schleifen

Wie in C iterieren while und for (in der an C angelehnten Variante), solange die Bedingung wahr ist, until, bis sie wahr ist, und foreach iteriert über eine Liste. In Perl 5 sind for und foreach austauschbar.

[label:] while (<Bedingung>) {<Anweisungen>} [continue {<Anweisungen>}]
 [label:] until (<Bedingung>) {<Anweisungen>} [continue {<Anweisungen>}]
 
 [label:] for ([<Startanweisung>]; [<Bedingung>]; [<Updateanweisung>])
              { <Anweisungen> }    [continue {<Anweisungen>}]
 
 [label:] foreach [ [my] $element] (<Liste>)   {<Anweisungen>}
                  [ continue {<Anweisungen>} ]
 

goto springt ungeachtet der Verschachtelung zu einer Schleife, die mit genanntem Label beginnt, last verläßt sofort die Schleife, next springt sofort zur nächsten Iteration, und redo springt zum continue-Block und wiederhohlt danach die derzeitige Iteration.

do {<Anweisungen>} while <Bedingung>;	# Spezialfall: in dieser Form
 do {<Anweisungen>} until <Bedingung>;  # mindestens eine Ausführung
 

Nachgestellte Kontrollstrukturen

Die oberhalb aufgezählten Kontrollstrukuren beziehen sich auf einen Block mit mehreren Anweisungen. Bei einzelnen Anweisungen kann man auch die verkürzte, nachgestellte Schreibweise wählen die auch den (englischsprachigen) Lesern das Verständnis durch natürlichsprachige Formulierung erleichtert.

<Anweisung> if      <Bedingung>;
 <Anweisung> unless  <Bedingung>;
 
 <Anweisung> while   <Bedingung>;
 <Anweisung> until   <Bedingung>;                                   
 <Anweisung> for     <Liste>;
 

Dokumentation

Spaß mit Perl

Viele Spracheigenschaften von Perl laden dazu ein, Programmcode kreativ zu gestalten. Dies hat zu verschiedenen intellektuellen, teils humorvollen, teils skurrilen Wettbewerben und Traditionen um die Programmiersprache Perl geführt.

Golf

Golf ist eine Sportart für Programmierer, bei der das kürzeste Programm (in ASCII-Zeichen), das eine gestellte Aufgabe vollständig erfüllt, gewinnt. Da Perl viele, teils trickreiche Kürzel und Abkürzungen gängiger Techniken kennt, ist dies eine besonders populäre Disziplin unter Perl-Programmierern.

Poesie

Eine anderer Wettbewerb prämiert die besten Beispiele in Perl-Poesie, die in 2 Kategorien betrieben wird. Neben der freien Form, die lediglich Perl zum Inhalt hat, wird hier versucht Gedichte zu schreiben, die vom Interpreter ohne Warnungen und Fehlermeldungen ausgeführt werden. Da Perl viele Elemente der englischen Sprache beinhaltet, ist dies durchaus möglich, so erscheinen zum Beispiel regelmäßig neue Gedichte in der Perl Poetry-Kategorie des englischsprachigen Perl Monks-Forums. Daneben gibt es auch noch einen Perl - Haiku Wettbewerb, der dieser japanischen Gedichtform gewidmet ist.

Obfuscation

Sehr berühmt und berüchtigt ist auch die Disziplin obfuscation, für die es auch einen jährlichen Wettbewerb gibt, der am ehesten mit dem International Obfuscated C Code Contest vergleichbar ist, den Larry selbst zweimal gewann. Hier wird danach gestrebt, auf ungewöhnliche und kreative Art und Weise die Funktion eines Programms zu verschleiern. Dies ist in Perl besonders leicht, da es für fast alles Kürzel gibt, die Sprache selbst sehr dynamisch ist und viele Dinge abhängig vom Kontext automatisch geschehen, was auch oft als „Perl-Magie“ bezeichnet wird.

JAPH

Eine Art Unterkategorie von obfuscation sind die von Merlin Randal L. Schwartz begründeten Disziplin: JAPH. Das sind Signaturen, die kleine Perl-Programme enthalten, welche meist nur den Namen des Autoren oder eine Botschaft auf eine möglichst nicht nachvollziehbare Art ausgeben. Die Buchstaben JAPH sind die Anfangsbuchstaben von Merlins Signatur Just Another Perl Hacker.

Perligata

Das Perl-Modul Lingua::Romana::Perligata von Damian Conway ist wohl eines der skurrilsten Module schlechthin: Es ermöglicht dem Benutzer, Perl komplett in Latein zu schreiben. Wie in der lateinischen Sprache ist die Satzstellung (weitgehend) irrelevant für die Bedeutung eines Ausdrucks. Von Variablen bis Referenzen und mehrdimensionalen Arrays ist alles in dieser neuen Sprachdefinition vorhanden. Nahezu alle Sonderzeichen wurden aus der Sprache entfernt, Variablen gleicher Namen, aber unterschiedlicher Struktur (Beispielsweise $next und @next) werden dekliniert, um die entsprechende Variable zu adressieren. Etwas Beispielcode:

insertum stringo unum tum duo excerpemento da. 
    # Entspricht: substr($string,1,2) = $insert;
 clavis hashus nominamentum da.
    # Entspricht: @keys = keys %hash;
 

Aus ähnlichem Antrieb entstanden „Sprach-Module“ für klingonisch, Borg oder Leetspeak. Solche Module sind ein gutes Beispiel für den Zeitaufwand, den viele Leute Perl widmen; Perl kann man in diesem Sinne durchaus als Hobby bezeichnen.

Acme

Brian Ingerson legte mit seinem bekanntem Modul namens Acme, das nichts weiter tut, als dem Benutzer zu bescheinigen, sein Programm habe den Höchstgrad an Perfektion erreicht, einen Grundstein für eine CPAN Kategorie von Modulen, die keinen produktiven Nutzen haben, sogar oft bewusst kontraproduktiv sind oder eine Funktion vorgeben, die unmöglich so erreicht werden kann und eher als Witz zu verstehen ist. Dieses Spiel mit skurrilen Ideen umfasst beeindruckende ASCII-Art, Module die den Quellcode unsichtbar machen(Acme::Bleach), oder sonstig humorvoll manipulieren, indem sie ihn zum Beispiel mit typischen Sprachfehlern des Präsidenten Bush versehen oder Methoden zufällig löschen, was die Anwesenheit einer diebischen Elster simulieren soll.

Mottos und Zitate

Es gibt viele bekannte Mottos und Zitate, die sich mit Perl selbst oder den Möglichkeiten der Sprache beschäftigten, hier einige Kostproben.

Weitere Informationen

Literatur

Konferenzen und Workshops

The Perl Conference ist ein großes, von O’Reilly ausgerichtetes, allerdings auch teures Treffen in Amerika. YAPCs (Yet Another Perl Conferences) versuchen, Entwickler in einem möglichst erschwinglichen Rahmen lokal zusammenzuführen, und haben inzwischen beispielsweise in Amerika, Europa und Israel Tradition. Der Deutsche Perl-Workshop als Treffen für den deutschsprachigen Raum etablierte sich bereits vor den YAPCs mit ähnlichen Zielen und findet in Zusammenarbeit mit ihnen jährlich statt. Inzwischen werden auch in vielen anderen Ländern Workshops organisiert.

Termine

Weblinks

20px Wikibooks: Perl-Programmierung
20px Wikibooks: Perl-Dokumentation

Allgemeine Informationen

Hilfe zu Perl

Perl-Benutzer


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See also: Perl, 18. Dezember, 18. Juli, 1987