Permeabilität (Magnetismus)

Die magnetische Permeabilität, die eng mit der Suszeptibilität verwandt ist, ist die abgeleitete SI-Größe, welche die Durchlässigkeit von Materie für magnetische Felder bestimmt.

Inhaltsverzeichnis

Absolute Permeabilität

Die absolute Permeabilität, also die Permeabilität des Vakuums oder Magnetische Feldkonstante genannt, ergibt sich aus dem Quotienten der magnetischen Flussdichte B0 und der magnetischen Feldstärke H0 im Vakuum.

\mu_0=\frac{B_0}{H_0}

In SI-Einheiten errechnet sich ihr Zahlenwert zu:

μ0 = 1{,}256\,637\,061(4)\cdot10^{-6}\ \mathrm{\frac{kg\cdot m}{A^2\cdot s^2}}
= 4\cdot\pi\cdot10^{-7}\ \mathrm{\frac{V\cdot s}{A\cdot m}}

Zwischen der magnetischen Feldkonstanten μ0, der elektrischen Feldkonstanten \varepsilon_0 und der Vakuumlichtgeschwindigkeit c0 gilt folgender Zusammenhang:

\varepsilon_0\cdot\mu_0=\frac{1}{c_0^2}

Relative Permeabilität

Die Permeabilität in Materie setzt sich zusammen aus der absoluten Permeabilität und der relativen Permeabilität, auch Permeabilitätszahl genannt, der Materie μr.

Es folgt für die Materialgleichungen:

\mu=\mu_0\cdot\mu_r
\mu_r=\frac{B}{B_0}

Die relative Permeabilität beträgt bei den meisten Stoffen (wie zum Beispiel der Luft) μr = 1. Für Eisen beispielsweise ist die relative Permeabilität jedoch wesentlich höher, je nach verwendetem Eisenstück kann μr Werte um 2000 bis 5000 annehmen. Dies hängt mit der atomaren Beschaffenheit zusammen, siehe Ferromagnetismus.

Diamagnetische Materialien haben eine relative Permeabilität wenig kleiner als Eins, die relative Permeabilität paramagnetischer Materialien ist etwas größer als Eins. Ferromagnetische Materialien besitzen eine sehr große Permeabilität, die aber abhängig vom äußeren Magnetfeld ist, da durch Ausrichten der so genannten Elementarmagnete im Material eine Verstärkung des äußeren Feldes erzielt wird.

Die magnetische Permeabilitätszahl μr, auch relative Permeabilität genannt, die bei weichmagnetischen Werkstoffen >>1 ist und gegenüber diamagnetischen oder paramagnetischen Werkstoffen die Durchlässigkeit eines Materials für ein Magnetfeld quantifiziert, ist für technische Anwendungen in DIN 1324 Teil 2 insgesamt elf Mal mit unterschiedlichen Berechnungen definiert. Neben der Permeabilität μ als Quotient aus magnetischer Flussdichte B in Tesla (T) und magnetischer Feldstärke H in Ampere pro Meter (A/m) gelten die in der Tabelle aufgeführten weiteren Definitionen.

Es wurden Überlegungen angestellt, aus der Vielzahl der Definitionen eine universelle Darstellung der Permeabilität zu gewinnen. Eine mögliche Form dieser Darstellung wäre die Differentielle Permeabilität als Funktion der Feldstärke H und der Änderungsgeschwindigkeit der Feldstärke dH \over dt. Mit dieser Regelung wäre die Permeabilität, wie heute üblich, nicht nur eine Information über den ganz bestimmten Betriebsfall, sondern würde die Funktion der Feldstärke H und die Vorbeanspruchung des Materials berücksichtigen.

Suszeptibilität einiger Stoffe

Die Suszeptibilität ist definiert über χm = μr − 1.

Medium χm
Supraleiter ≥ -1 (siehe Anmerkung)
Wasserstoff 0{,}008\cdot10^{-6}
Kupfer -6{,}4\cdot10^{-6}
Wasser -8{,}0\cdot10^{-6}
Aluminium 22{,}2\cdot10^{-6}
Platin 265\cdot10^{-6}

Anmerkung: Der Wert χm= -1 gilt beim idealen Diamagnetismus im konstanten Magnetfeld (Meißner-Ochsenfeld-Effekt). Im Wechselfeld reagiert der Supraleiter entsprechend der Lenzschen Regel mit Induktion eines entgegengesetzten Stromes. Dies ist ebenfalls ein diamagnetisches Verhalten, aber nicht ideal, so dass χm > -1 wird. Man unterscheidet daher χDC und χAC.

siehe auch

Weblinks


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See also: Permeabilität (Magnetismus), Diamagnetismus, Eisen, Elementarmagnet, Faraday-Waage, Ferromagnetismus, Lenzsche Regel, Lichtgeschwindigkeit, Luft, Magnetische Feldstärke