Perserkriege

Der Ausdruck Perserkriege bezeichnet eine Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Poleis des antiken Griechenlands und dem Perserreich, die sich über die Zeit von 500 v. Chr. bis 448 v. Chr. erstreckten. Wichtigste Quelle ist der mit gewisser Vorsicht zu genießende Historiker Herodot.

Der Ausdruck Perserkriege bezeichnet allerdings auch den Jahrhunderte andauernden Krieg des römischen und byzantinischen Reichs gegen die Parther und Sassaniden (siehe beispielsweise Justinian I.).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der klassischen Perserkriege

Gegen Ende des 6. Jahrhundert v. Chr. war das Perserreich zu einer Großmacht geworden. Durch die Eroberung von Kleinasien gerieten die dort ansässigen ionischen Griechen unter persischer Herrschaft, während die anderen Griechen weiterhin ihre Unabhängigkeit bewahrten. Dies bildete die Ausgangssituation der späteren Konflikte.

Vom ionischen Aufstand bis zur Schlacht von Marathon

500 v. Chr. oder 499 v. Chr. brach in Milet der von Aristagoras geleitete ionische Aufstand aus; die ionischen Städte vertrieben die von den Persern über sie eingesetzten griechischen "Tyrannen", bildeten ein Bündnis und richteten einen Hilfeappell an die anderen Griechen. Athen entsandte daraufhin zwanzig Kriegsschiffe, Eretria fünf, so dass sich die Erhebung mittels der Flotte entlang der gesamten Küste verbreitete. 498 v. Chr. eroberten die Griechen Sardes, den Sitz des persischen Statthalters, und brannten es nieder, wodurch sie eine persische Reaktion in Gestalt eines Einmarsches provozierten. Die griechische Flotte wurde bei der Schlacht von Lade 494 v. Chr. versenkt, womit der Aufstand zusammenbrach. Der persische Großkönig Dareios I. jedoch forderte Vergeltung für die Unterstützung der Rebellen aus dem griechischen Mutterland. thumb|Die Perserkriege 492 v. Chr. eroberte der persische Feldherr Mardonios Thrakien und Makedonien, dem 490 v. Chr. die Strafexpedition von Datis und Artaphernes folgten. Die Kykladen ergaben sich, Eretria wurden erobert und eine persische Expeditionsstreitmacht landete in Attika nahe Marathon. Der Läufer Pheidippides überbrachte angeblich den Spartanern die Bitte um Hilfe in Rekordzeit, die aber den Abmarsch aus religiösen Gründen verschieben mussten und zu spät kamen. Die Perser - sie hatten von dem Hilferuf nach Sparta gehört - eröffneten umgehend die Schlacht bei Marathon, die mit dem Sieg der Athener und Platäer, wenigen eigenen Verlusten (ungefähr 200 Männer fielen), aber - wenn man der Überlieferung trauen darf - mehreren tausend Toten auf persischer Seite endete. Persien hatte danach auch mit inneren Problemen zu kämpfen, so dass eine weitere Expedition verschoben werden musste.

Der Zug des Xerxes

480 v. Chr. startete Dareios' Nachfolger, sein Sohn Xerxes I., einen bereits vom Vater angelegten Feldzug, mit ca. 100.000 Soldaten und etwa 600-700 Kriegsschiffe (nach Welwei, "Athen"; die weitaus höheren Zahlenangaben bei Herodot sind alleine in logistischer Hinsicht wenig zuverlässig). Eine vorausgehende diplomatische Offensive sicherte die Auslieferung Thessaliens, Delphis, Argos' und eines großen Teiles Zentralgriechenlands. Ein von Athen und Sparta geführtes griechisches Bündnis (Hellenenbund) wurde Xerxes entgegengesetzt, und durch Themistokles, dem führenden Politiker Athens in dieser Zeit, wurde eilig eine Flotte aufgebaut.
Während die Peloponnesier (Sparta führte den Oberbefehl im Hellenenbund) eine Verteidigungslinie am Isthmus von Korinth vorschlugen, war Themistokles für eine frühere Verteidigungslinie ein. Versuche, die Perser durch die Schlacht an den Thermopylen und die Schlacht bei Artemision aufzuhalten, scheiterten jedoch. Athen wurde evakuiert und die griechische Flotte zog sich zurück nach Salamis. Themistokles gelang es jedoch, die persische Flotte in die engen Gewässer bei der Insel Salamis zu locken. In der Schlacht von Salamis konnten die meisten persischen Schiffe zerstört werden. Xerxes und die Reste seiner Flotte flüchteten nach Asien und ließen Mardonios zurück, der in Thessalien mit der Armee überwinterte.

Im folgenden Frühling (479 v. Chr.) bot Mardonios Athen zweimal einen Sonderfrieden an, der aber abgelehnt wurde. Die Kämpfe wurden in Böotien mit der Schlacht von Platää beendet; Mardonios wurde getötet und seine Armee vertrieben. Die Reste des persischen Heeres verließen Griechenland. Im gleichen Jahr (479 v. Chr.) zerstörte die griechische Flotte unter dem spartanischen König Leotychides die an Land liegende Restflotte der Perser bei Mykale.

Die Befreiung der kleinasiatischen Griechen und die weitere Entwicklung der griechisch-persischen Beziehungen

Ermutigt durch Xerxes' Niederlage begannen die Griechen Kleinasiens und der Inseln wieder zu rebellieren. 478 v. Chr. eroberte eine Flotte unter dem Spartaner Pausanias Byzanz, und in Zypern begann ein Aufstand. In diesem Moment zogen sich die Peloponnesier zurück (offenbar aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich der weiteren Vorgehensweise; so genannter Symmachiewechsel vor Byzanz). Unter der Führung Athens entstand daher 477 v. Chr. zum Schutz gegen eventuelle Übergriffe der Perser der attisch-delische Seebund, dem Athen, griechische Küstenstädte und Inseln der Ägäis angehörten. Der Bund, der sich später zu einem Machtinstrument Athens entwickelte, wurde erst 404 v. Chr. nach Athens Niederlage im Peloponnesischen Krieg (zwangsweise) aufgelöst.

Der athenische Stratege und Politiker Kimon, der Themistokles als führenden Politiker in Athen beerbt hatte und dem bereits mehrere Siege gelungen waren, besiegte unterdessen 466/465 v. Chr. ein persisches Heer und eine Flotte am Eurymedon. Ungefähr 460 v. Chr. entsandte Athen 200 Schiffe zur Unterstützung eines Aufstandes nach Ägypten. Sie verloren jedoch die Flotte, nachdem die Perser ca. 454 v. Chr. über den Nil einen Gegenangriff in Memphis starteten. Ein anderer Feldzug zur Unterstützung des Aufstandes in Ägypten 450 v. Chr. scheiterte, und Zypern wurden aufgegeben.

Um 449 v. Chr./448 v. Chr. wurde mit Unterstützung des Perikles der Kalliasfrieden mit den Persern geschlossen (der allerdings in der Forschung umstritten ist). Während die genaue Natur des Friedensschlusses rechtlich unklar bleibt, brachte das Ergebnis die Unabhängigkeit der ionischen Griechen von Persien, Zypern die persische Herrschaft und die Schließung der Ägäis für persische Kriegsschiffe.

Die Gemeinsamkeit des Kampfes gegen die Perser verhinderte nicht, dass bereits zwanzig Jahre später die griechische Welt durch den Peloponnesischen Krieg auseinandergerissen wurde. Das Perserreich versuchte auch weiterhin, einen Hegemonieanspruch über die Griechen auszuüben (siehe Königsfrieden), und in einer Art "Kalten Krieges" auf diplomatischem oder ökonomischem Weg, sich griechische Städte einzuverleiben, bis Alexander dem Perserreich ein Ende setzte.

Literatur (Perserkriege in klassischer Zeit)

Wichtigste Quelle für die Perserkriege ist Herodot.

Die Literatur zu den Perserkriegen ist umfangreich. In jedem Handbuch zur Alten Geschichte findet sich weiterführende Literaturangaben, daher seien nur einige wenige Beispiele genannt.

Weblinks

Siehe auch

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See also: Perserkriege, 404 v. Chr., 448 v. Chr., 449 v. Chr., 450 v. Chr., 454 v. Chr., 460 v. Chr., 465 v. Chr., 466 v. Chr., 477 v. Chr.