Person

Person ist die Bezeichnung für die konstruierte Gesamtheit aller Eigenschaften (z.B. Name) eines Menschen, seine Erscheinung, im Gegensatz zu seinem Wesen.

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Wortherleitung

von lat. persona; gr. prosôpon: Maske, Rolle, Mensch Hinter dem Wort Person steht das tiefenpsychologische Bild, dass alle Menschen in den meisten Situationen nicht 100% sie selbst sind, sondern sich wie Schauspieler verhalten, die ihre Rolle mehr oder weniger gut spielen. Hört man genau auf das was jemand sagt, also das was seine Maske durchtönt (lat. per'son'are = durch'tön'en), so erhält man vielleicht einen tieferen Einblick in die wirkliche "Person" [Vgl. hierbei das antike Theater, bei der mehrere Personen von einem Schauspieler mit unterschiedlichen Masken (durch die die Schauspieler dann sprachen) gespielt wurden]. Das Begriffsfeld Person erstreckt sich über verschiedene Zweige der Geistes-, Human- und Gesellschaftswissenschaften:

Philosophie

In der Philosophie, vor allem in moderneren Strömungen, sind Personen die Subjekte der Ethik. Manche Ethiker, so Peter Singer, unterscheiden zwischen Mensch und Person. Diskursethisch lässt sich dies so begründen, dass nur der Mensch als Person gelten kann, der in der Lage ist, sich im Diskurs zu äußern. Dagegen erkennt der Personalismus, besonders der jüdische (z.B. Martin Buber) und der christliche (z.B. Romano Guardini), jedem Menschen das Personsein zu: Der Mensch ist an sich Person und dialogfährig (dialogischer Personalismus). Romano Guardini unterscheidet darüber hinaus zwischen Person als Wesensbegriff und Persönlichkeit als Individuation. In diesem Zusammenhang stellen sich die Fragen nach Verhältnis von Person und Welt sowie Person und Masse im Kontext einer Bedrohung durch Entpersönlichung/Depersonalisation (vgl. Ricarda Huch). Die Christliche Soziallehre erkennt daher in der Personalität neben der Solidarität, Subsidiarität sowie dem Gemeinwohl und der Gerechtigkeit eines der Prinzipien für ein gelingendes menschlichen Zusammenlebens in Gesellschaft und Staat.

Psychologie

In der Psychologie wird Person mit dem Menschen als Einzelwesen gleichgesetzt, der über eine Gesamtmenge an Anlagen und erworbenen Fähigkeiten verfügt, die sog. personale Struktur. Als Person ist jeder Mensch einmalig. Einige, so Andreas Wieland, gehen davon aus, dass für jeden Zeitpunkt im Menschen eine eigene Person existiert, die mit allen anderen konkurriert. Dadurch lassen sich Verhaltensweisen wie Faulheit erklären, da man durch zeitliches Verschieben die ungeliebte Tätigkeiten selbst nicht erledigen muss, möglicherweise aber eine Nachfolgeperson im Menschen (Selbstkonkurrenz).

Sprachwissenschaft

Die Sprache orientiert sich an der grammatischen Person (auch in der Mehrzahl), die spricht (ich), die angesprochen wird (du), über die gesprochen wird (er, sie)

Rechtswissenschaft

In der Rechtswissenschaft ist Person jeder, der fähig ist, Träger von Rechten und Pflichten zu sein (Rechtssubjekt). Dies ist in erster Linie ein Mensch, der als natürliche Person bezeichnet wird. Seine Rechtsfähigkeit beginnt nach deutschem Recht mit der Vollendung der Geburt. Daneben existiert aber auch der in Anlehnung an die natürliche Person entstandene Begriff der juristischen Person, die Kraft gesetzlicher Anerkennung Rechtsfähigkeit erlangt. Hierzu werden z. B. Körperschaften oder Vereinigungen wie der eingetragene Verein, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder die Aktiengesellschaft gezählt.

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Kategorie:Mensch Kategorie:Allgemeine Zivilrechtslehre Kategorie:Soziale Rolle Kategorie:Psychologie

See also: Person, Aktiengesellschaft, Bezeichnung, Christliche Soziallehre, Depersonalisation, Diskursethik, Eigenschaft, Eingetragener Verein, Erscheinung