Pessar
Das Pessar (von lateinisch: pessare - eindringen) ist ein Verhütungsmittel für die Frau.
Man unterscheidet Scheidenpessare (besser bekannt als Diaphragmen, Einzahl Diaphragma) und Intrauterinpessare (auch Spirale genannt).
Diaphragma
Das Diaphragma ist eine Einlage in die Scheide.
Zur Stützung der vorfallenden Gebärmutter dienen ring-, schalen-, siebförmige und anders geformte Pessare. Diese Pessare bestehen aus Metall, Porzellan, Hartgummi oder Kunststoff.
Diaphragmen zur Empfängnisverhütung sind schalenförmig und dienen zum Verschluss des Muttermunds gegen das Eindringen der Spermien. Das Diaphragma liegt vor dem Muttermund. Auf der einen Seite liegt es am Scheidenende an und auf der anderen Seite rastet es hinter dem Schambein ein und überdeckt so wie ein Segel zur Spermienabwehr den Muttermund.
Sie werden aus Gummi oder Silikon hergestellt und haben eine Metallspirale als Stützring. Sie werden vor dem Geschlechtsverkehr mit chemischen, Spermien tötenden Gelen eingeführt und müssen nach dem letzten Geschlechtsverkehr mindestens sechs Stunden im Körper bleiben.
Da der Abstand zwischen Schambein und Scheidenende nicht bei allen Frauen gleich groß ist, wird die richtige Größe von einem Frauenarzt, einer Hebamme oder einer Mitarbeiterin eines Frauengesundheitszentrums ermittelt. Letztere haben in der Regel mehr Erfahrung als Frauenärzte, da sie sich ausführlich mit diesen Methoden befassen. Das Diaphragma kann man in Apotheken oder online kaufen. In Deutschland braucht man dafür kein Rezept.
Die empfängnisverhütende Wirksamkeit ist bei passender Größe und richtiger Anwendung sehr hoch. Ein Diaphragma sollte etwa alle Jahre erneuert werden.
Vorteil: Pessare werden nur bei Bedarf von der Frau selbst angewendet. Sie sind deshalb besonders auch für junge Frauen geeignet.
Nachteil: Pessare schützen nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Hier empfiehlt sich eine gleichzeitige Anwendung eines Kondoms.
Intrauterinpessar ("Spirale")
Okklusivpessare und schlingenartige Pessare im Gebärmutterinnern (Intrauterinpessar, IUP) dienen ebenfalls der Empfängnisverhütung. Die Spirale wird vom Gynäkologen in die Gebärmutter eingeführt, wo sie ungefähr zwei Jahre verweilen kann, ein Kontrollfaden ragt aus dem Gebärmuttermund in die Scheide und kann sowohl zur Kontrolle wie auch notfalls für die Entnahme (bei möglichen Komplikationen) von der Frau selbst ertastet werden. Intrauterinpessare haben etwa die gleiche Zuverlässigkeit wie die Pille. Es gibt sie in mannigfaltigen Ausführungen und aus den unterschiedlichsten Materialien. Wegen der unterschiedlichen Wirkungsweise unterscheidet man Kupfer- und Hormonspiralen.
Beiden gemeinsam ist, dass sie in Kontakt mit den Gebärmutterwänden stehen und daher immer leichte Irritationen an den Gebärmutterschichten hervorrufen, welche wohl auch die Einnistung schon erschweren (mechanische Wirkung).
Die Kupferspirale gibt Kupferionen in die Gebärmutter ab. Diese beeinflussen die Fortbewegungsfähigkeit der Spermien auf ihrem Weg zu den Eileitern, wo das befruchtungsfähige Ei ist. Darüber hinaus verändert sich durch den Fremdkörper die Gebärmutter so, dass eine befruchtete Eizelle sich nicht einnisten kann, beziehungsweise ein eingenisteter Embryo sich nicht entwickeln kann (frühabtreibende Wirkung, die von vielen Anwenderinnen als verspätete und starke Periode geschildert wird).
Die Hormonspirale hat auch eine mechanische Wirkung und gibt zudem dauernd kleine Mengen künstlicher Hormone - Gestagen - ab. Das Hormon Gestagen hat unter anderem die hier erwünschte Wirkung, dass sich der Schleim des Gebärmuttermundes nicht dem normalen Zyklus entsprechend im Vorfeld des Eisprungs verflüssigt. Durch den zähen Schleim können Spermien nicht so leicht in die Gebärmutter und in die Eileiter gelangen.
Frauen, bei denen die tägliche Einnahme der Pille nicht gewährleistet ist, die rauchen und/oder auch sonst eine erhöhte Thromboseneigung haben und daher ohne Hormone verhüten sollten, können eine Kupferspirale in Erwägung ziehen.
Bei beiden Arten von Spiralen sind Nebenwirkungen nicht selten: Einige Frauen berichten von wehenartigen Krämpfen, welche auf die mechanische Reizung zurückzuführen sind. Eine seltene, aber besonders für bisher kinderlose Frauen dramatische Nebenwirkung sind mögliche Unterleibsentzündungen und Unfruchtbarkeit.
Viele Anwenderinnen der Kupferspirale berichten über längere und schmerzhaftere Perioden. Ferner ist bei Versagen dieser Methode das Risiko einer Eileiterschwangerschaft sehr hoch.
Siehe auch
- Geburtenkontrolle
- Kondom
- Portiokappe
- Kontrazeptivum
- Unterbindung
Kategorie:Verhütung
