Peter der Große

Für den gleichnamigen atombetriebenen russischen Panzerkreuzer siehe Peter der Große_(Schiff)


Peter I. der Große, (russisch Пётр I bzw. Пётр Великий; * 30. Mai/9. Juni 1672 in Moskau; † 28. Januar/8. Februar 1725 in Sankt Petersburg) war ein russischer Zar. Er war einer der bedeutendsten Modernisierer Russlands.


[[bild:Peter_der-Grosse_1838.jpg|thumb|250px|Peter der Große, Gemälde von Paul Delaroche]]

Er wurde am 9. Juni 1672 in Moskau als Sohn von Alexei I. von Russland und dessen zweiter Gemahlin Natalja Naryschkina geboren. Da der Tag auf den Feiertag des Isaak von Dalmatien fiel, wurde dieser zu seinem Schutzheiligen (siehe Isaakskathedrale). Als Zar regierten er und sein älterer Bruder Iwan V. (bis zu dessen Tod 1696) gemeinsam seit 1682 das Land. Der Beiname "der Große" bezieht sich einmal auf sein Lebenswerk, aber auch auf seine Körpergröße, die bei 2,04 m lag. Peter der Große orientierte sich stark am Westen. Schon als Kind unterhielt er Beziehungen zu in Moskau lebenden Deutschen (siehe Nemezkaja sloboda), er bereiste inkognito verschiedene Länder Westeuropas, ließ Bücher aus dem Französischen, Englischen, Niederländischen und Deutschen übersetzen. Er leitete zahlreiche Reformen in Russland ein, wie die Umgestaltung der Armee, Gründung der russischen Flotte, Einführung westeuropäischer Kleidung, Einführung des julianischen Kalenders, Abschaffung des Patriarchat von Moskau und Verstaatlichung der Russisch-Orthodoxen Kirche nach lutherischem Vorbild. Auch im Hinblick auf Technik und Wissenschaft orientierte sich Peter I. am Westen.

Im August 1697 wollte Peter im holländischen Zaandam Erfahrungen im Schiffbau sammeln. Er verbrachte dazu einige Tage im kleinen Holzhaus des Schmiedes Gerrit Kist. Wegen des großen Andrangs soll er jedoch das Haus kaum verlassen haben können.

Im Großen Nordischen Krieg konnte er nach anfänglichen Misserfolgen die Schweden zurückdrängen. An der Stelle einer schwedischen Festung (Nyenschanz) gründete er 1703 Sankt Petersburg, die spätere Hauptstadt. In der Schlacht bei Poltawa konnte er am 8. Juli 1709 die Schweden vernichtend schlagen. Damit hatte Russland wieder einen Zugang zur Ostsee (Fenster nach Europa) im Norden - der Weg zu den Weltmeeren war frei.

Im Sommer 1712 blühte im Park des Schlosses Köpenick eine Wunderaloe. Auch Peter bewunderte sie dort.

1721 änderte er seinen offiziellen Titel von Zar in Imperator (diesen Titel trugen die Zaren offiziell bis 1917, obwohl im allgemeinen Sprachgebrauch Zar üblicher blieb). Schon kränkelnd, befahl er in seinem Bemühen, Russland zu modernisieren, am 8. Februar 1724 die Errichtung einer Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg. Seine Sommerresidenz war der Peterhof (siehe auch St. Petersburger Neptunbrunnen).

Er war in erster Ehe mit Jewdokija Lopuchina verheiratet, mit der er drei Kinder hatte, die jedoch alle vor ihm selbst starben:

In zweiter Ehe heiratete er 1712 Martha Skavronska, die spätere Katharina I.. Zusammen hatten sie 11 Kinder, von denen ihn jedoch nur drei überlebten, eines davon nur um wenige Tage:

In der Oper "Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing wird seine Inkognito-Reise in die Niederlande besungen.

Literatur

Weblinks

Vorgänger
Fjodor III.
Liste der russischen Herrscher Nachfolger
Katharina I.

Anmerkung: Doppelte Daten sind erstens gemäß julianischem Kalender angegeben, der in Russland bis zur Oktoberrevolution 1917 galt, zweitens gemäß dem im Westen seit dem 16./18. Jh. verwendeten gregorianischen Kalender. (Siehe auch: Wikipedia:Namenskonventionen/Kyrillisch).

Personendaten
Peter I., der Große
Пётр I, Пётр Великий
russischer Zar
9. Juni 1672
Moskau, Russland
8. Februar 1725
Sankt Petersburg, Russland

See also: Peter der Große, 13. Januar, 14. Januar, 14. Mai, 15. Mai, 1672, 1682