Petros Patrikios
Petros Patrikios (bzw. Petrus Patricius) wurde um 500 in der Nähe von Dara (an der römisch-persischen Grenze) geboren und war ein hochrangiger römischer Diplomat der Spätantike.
Er bekleidete das wichtige Amt des Magister officiorum von 539 bis zum Tod seines Gönners Justinian I. im Jahre 565 - eine ungewöhnlich lange Zeit. Zu seinen zahlreichen Aufgaben gehörte insbesondere auch die Organisation des oströmischen Hofzeremoniells, das unter Justinian erheblich ausgeweitet und verkompliziert wurde. Teile seines Buches über das kaiserliche Protokoll wurden im 10. Jahrhundert in das Werk De Caerimoniis aufgenommen und so der Nachwelt erhalten.
Vor allem aber erfüllte Petros die Funktionen eines kaiserlichen "Außenministers" und ging für Justinian und Theodora mehrfach auf schwierige Auslandsmissionen, etwa zu den Ostgoten: 534 erreichte er Ravenna, um über den Status von Sizilien zu verhandeln; doch noch während er am gotischen Hof weilte, begann der Krieg zwischen Ostrom und den Goten, so dass Petros eine Weile inhaftiert wurde. Erst 539 kam er frei - und noch im selben Jahr wurde er zum Magister officiorum und Patricius ernannt. Eine wichtige Rolle spielte er auch bei den Verhandlungen mit den Sassaniden, die 562 zum Abschluss eines 50jährigen Friedens führten. Trotz seiner unbestreitbaren Verdienste wird Petros im Werk des Prokopios eher negativ geschildert.
Literatur
- P. Antonopoulos: Petrus Patricius. Some Aspects of his Life and Carrier, in: V. Vavrínek (Hrsg.): From Late Antiquity to Early Byzantium, Prag 1985, S.49-53.
- J. Martindale: The Prosopography of the Later Roman Empire IIIb, Cambridge 1992, S.994-998.
