Pfalz (Region)

Die Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland im Süden des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Wegen der idyllischen Landschaft und des im Osten sehr milden Klimas wird die Pfalz auch als die deutsche Toskana bezeichnet. Im Westen wird die Pfalz durch den Westrich (u. a. Landstuhler Bruch) beziehungsweise die Grenze zum Saarland begrenzt, im Norden durch das Nordpfälzer Bergland, im Osten durch den Rhein und im Süden durch die deutsch-französische Grenze.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald bedeckt einen großen Teil der Region und ist die größte zusammenhängende Waldfläche Europas. Der höchste Berg in der Pfalz ist der im Nordpfälzer Bergland gelegene Donnersberg (687 m).

Inhaltsverzeichnis

Einteilung

thumb|100px|Pfalz in Rheinland-Pfalz, Nordpfalz farblich hervorgehoben

Nordpfalz

Die Nordpfalz ist ein hügeliges Bauernland und wird von Bergmassiven wie dem Donnersberg und dem Potzberg überragt.

Sie ist sehr dünn besiedelt, die größten Orte Eisenberg (Pfalz), Kirchheimbolanden, Rockenhausen, Kusel und Waldmohr haben sämtlich weniger als 10.000 Einwohner.

Landkreise der Nordpfalz sind:

thumb|100px|Pfalz in Rheinland-Pfalz, Vorderpfalz farblich hervorgehoben

Vorderpfalz

Die Vorderpfalz ist die Ebene zwischen dem Rhein und dem Haardtgebirge, dem östlichen Rand des Pfälzerwaldes. Den Übergang zwischen Ebene und Gebirge bildet das schmale Hügelland der Haardt, die das pfälzische Weinbaugebiet darstellt. Durch die Haardt zieht sich von Norden nach Süden die Deutsche Weinstraße.

Die Vorderpfalz weist bei weitem die größte Siedlungsdichte auf, auch die meisten größeren Städte sind hier zu finden. Zudem liegt in der Vorderpfalz das bevölkerungsreichste Dorf Deutschlands, Haßloch, das rd. 21.000 Einwohner hat.

Landkreise und kreisfreie Städte der Vorderpfalz sind:

thumb|100px|Pfalz in Rheinland-Pfalz, Hinterpfalz farblich hervorgehoben

Westpfalz oder Hinterpfalz

Die Westpfalz oder Hinterpfalz ist klimatisch rauher als die Vorderpfalz und umfasst das Waldgebirge des Pfälzerwaldes und das an das Saarland angrenzende Ackerland des Westrich.

Landkreise und kreisfreie Städte der Westpfalz sind:

Geschichte

Historisch bestand die heutige Pfalz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts aus mehreren Territorien, von denen die größten die Gebiete des Pfälzer Kurfürsten, des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken und des Hochstifts Speyer waren. Daneben bestanden kleinere reichgräfliche und ritterschaftliche Territorien und nicht zuletzt die Freie Reichsstadt Speyer. Das Gebiet der Kurpfalz wurde noch vor der Französischen Revolution mit Bayern vereinigt, als die altbayerische Linie der Wittelsbacher ausstarb und Kurfürst Carl Feickert aus der Linie Pfalz-Sulzbach die Erbschaft antrat.

Im Verlauf der französischen Revolutionskriege fiel die gesamten linksrheinischen Gebiete und damit auch die heutige Pfalz an Frankreich. Die pfälzischen Territorien wurden mit Rheinhessen im neugebildeten Departement Donnersberg zusammengefasst und spätestens ab 1802 als integrierter Bestandteil des französischen Staates verwaltet.

Nach den Befreiungskriegen kam die (linksrheinische) Pfalz 1815 als "Rheinkreis" zurück an das Königreich Bayern.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Pfalz bis 1930 von französischen Truppen besetzt, nach dem 2. Weltkrieg war sie Teil der französischen Besatzungszone und ging dann nach Verordnung Nr. 57 des französischen Oberkommandos im neu gebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf, das neben der Pfalz noch den früher zu Hessen gehörigen Teil Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) und das früher zur preußischen Rheinprovinz gehörige moselfränkische Rheinland umfasst.

thumbnail|Südliche Vorderpfalz bei Burg Landeck in Herbstfarben

Verwaltungsstrukturen

Innerhalb des neuen Bundeslandes war die Pfalz zunächst ein eigenständiger Regierungsbezirk, der 1968 mit dem Regierungsbezirk Rheinhessen (Hauptstadt Mainz) vereinigt wurde. Die Verwaltung des vereinigten Regierungsbezirks wurde als Bezriksregierung in Neustadt an der Weinstraße eingerichtet. Mit der Umstrukturierung der Landesverwaltung zum 1. Januar 2000 wurden die Regierungsbezirke in Rheinland-Pfalz aufgelöst. Die Bezirksregierungen wurden in Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen beziehungsweise Struktur- und Genehmigungsdirektionen überführt, die nunmehr landesweit für ausgewählte Aufgabenbereiche und nicht mehr für alle Aufgaben innerhalb ihres bisherigen Bezirks zuständig sind.

Die Region der Pfalz ist in Landkreise und kreisfreie Städte untergliedert. Diese sind im Bezirksverband Pfalz zusammengeschlossen, der ein Überrest der französischen Verwaltungsstrukturen ist. Der Bezirksverband hat einen Bezirkstag, das Parlament der Pfalz. Er verwaltet verschiedene kulturelle und soziale Einrichtungen in der Region und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten. Vorsitzender des Bezirksverbandes ist seit 2004 der Frankenthaler Oberbürgermeister Theo Wieder (CDU).

Wirtschaft

In Ludwigshafen ist die BASF größter Arbeitgeber. In der Südpfalz sind der Weinbau und Tourismus starke Wirtschaftsfaktoren. In Wörth am Rhein, in einem eng mit Karlsruhe und damit Baden-Württemberg verbundenen Wirtschaftsraum, werden in einem riesigen modernen Werk die Daimler-Chrysler-Lastwagen gebaut, die in alle Welt exportiert werden.

Die Westpfalz ist strukturschwach, da sich z. B. die dort traditionelle Schuhindustrie in einer schwierigen Phase befindet. In Kaiserslautern bieten das Opel-Werk und (noch) die US-Streitkräfte wichtige Arbeitsplätze. Im Umfeld der Universität Kaiserslautern siedeln sich vermehrt junge, innovative Firmen an, die moderne Arbeitsplätze schaffen.

Pfälzerinnen und Pfälzer

Die Pfälzerinnen und Pfälzer (Pälzer) gelten als ein "unverfälschter Menschenschlag". Ihnen wird persönliche Offenheit, natürliche Neugierde, Geradlinigkeit, Dickköpfigkeit und Geselligkeit nachgesagt. Wichtige Eigenschaft ist die sogenannte Pfälzer Gemütlichkeit - man setzt sich gerne zusammen an einen Tisch und speist und trinkt gemeinsam. Der Wein wird aus Schoppengläsern getrunken, die eine Größe von 0,5 Liter haben. In gemütlicher Runde (etwa auf dem Dürkheimer Wurstmarkt oder anderen Weinfesten) ist es nicht unüblich, dass der Schoppen reihum gereicht wird. Die traditionelle Pfälzer Küche ist teilweise recht deftig und umfasst u. a. grobe Bratwürste, Saumagen, Leberknödel sowie Flääschknepp (Fleischklöße), die typischerweise mit Meerrettichsoße, Sauerkraut oder Weinknorzen, einer besonderen Art Roggenbrötchen, serviert werden. Legendär sind die Gebreedelde, die Pfälzer Bratkartoffeln, die häufig mit Speckstückchen oder Leberwurst angereichert werden.

Wenngleich Pfälzerinnen und Pfälzer eher konservativ-liberal und tolerant sind, kann die Gemütlichkeit auch in Zorn umschlagen, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll. Wenn dann die Donnerkeile fliegen („Dunnerkeil“ - beliebter Pfälzer Fluch), sollte man besser in Deckung gehen. Schließlich waren die Pfälzer maßgeblich am Bauernkrieg (1525), am Hambacher Fest (1832) und an der Märzrevolution (1848) beteiligt.

Auf Grund der beiden letztgenannten Ereignisse gilt die Pfalz auch als ein Stammland der frühen deutschen Demokratiebewegung. Als deutsches Grenzgebiet hat die Pfalz Jahrhunderte hindurch immer wieder Heimsuchungen durch Kriege erfahren, was wohl auch zu dem engen Zusammenhalt der Pfälzer geführt hat.

Die Sprache

Die pfälzischen Dialekte gehören zu den rheinfränkischen Mundarten und sind im vertrauten Gespräch noch weit verbreitet. Um ihre Bewahrung bemühen sich die Pfälzer Mundartdichter.

Pfälzer Künstlerinnen und Künstler

Die idyllischen Landschaften der Pfalz, besonders die Rebenlandschaften der Weinstraße und die Burgen des Pfälzerwaldes, haben eine Reihe von Malern und anderen Künstlerinnen und Künstlern inspiriert. Die nachfolgend genannten Künstlerinnen und Künstler stammen aus der Pfalz oder haben die Pfalz als Wahlheimat erkoren. Viele von ihnen haben in ihren Werken auch die Schönheiten und das Lebensgefühl in der Pfalz vermittelt (Siehe auch: Clemens Jöckle in "Pfälzische Geschichte", Band 2, Herausgeber: K.H.Rothenberger; K.Scherer; F.Staab; J.Keddigkeit, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern, 2002, Seiten 307-361 ):

[[Bild:Max Slevogt.jpg|thumb|Max Slevogt
(1917 von Emil Orlik)]]

Siehe auch

Kurpfalz, Pfälzisch, Pfälzische Dialekte, Pfälzer Mundartdichter, Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern

Literatur

Pfälzische Landeskunde, mit Beiträgen von M. Geiger u. a., 3 Bde., Landau in der Pfalz 1981

Pfälzische Geschichte,Band 1 und 2, Herausgeber: K.H.Rothenberger; K.Scherer; F.Staab; J.Keddigkeit, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern, 2002

Weblinks

See also: Pfalz (Region), 1. Januar, 1. Weltkrieg, 18. Jahrhundert, 1802, 1815, 1930, 1968, 2. Weltkrieg, 2000