Phibul Songkhram
Phibul Songkhram (gesprochen Pibuhn Songgrahm, auch Pibul Songgram oder Phibunsongkram geschrieben) (* 14. Juli 1887 in Nonthaburi; † 11. Juni 1964 in Japan) war Feldmarschall, Premierminister und Militärdiktator. Unter seiner Ägide wurde der alte Name des Landes von Siam in Mueang Thai (Thailand, auch Prathed Thai) geändert, d.h. Land der Freien.
Phibul wurde in Nonthaburi als Sohn von Kihd Kittsangkha und seiner Mutter Sam-Ang geboren. Sein Geburtsname war Plaek Khittsangkha; plaek bedeutet in Thai eigenartig, fremdartig und dies bezog sich auf die eigentümliche Stellung seiner Ohren. Er studierte an der Royal Army Academy und an der Militärakademie in Frankreich.
1932 trat er im Zuge des Staatsstreichs in Thailand, der zu einer konstitutionellen Monarchie führte, in die Volkspartei ein und wurde deren militärischer Vertreter. Als 1933 ein Gegenputsch unter der Prinzen Bavoradej unternommen wurde, war es Plaek, der eigenhändig die Armee zum erfolgreichen Gegenschlag führte. Seine Macht wuchs daraufhin bedeutend. Nachdem Premierminister Oberst Phraya Phahon Phonphayuhasena abdankte, übernahm Plaek den Posten am 16. Dezember 1938. Während seiner Amtszeit wurde er wegen seiner Verdienste um die Modernisierung des Landes zum Feldmarschall ernannt. Er benannte das Land von Siam in Thailand um und führte den westlichen Kalender ein. Er und sein Mitarbeiter, Luang Vichit, verstärkten die so genannte Renaissance Thailands, indem sie das Tragen westlicher Tracht anordneten, insbesondere sollte Hüte getragen werden. Die Bevölkerung durfte nicht mehr Betel kauen, sie durften nur einheimische Ware handeln. Eine Nationalhymne wurde geschaffen und das Volk hatte um 8 Uhr morgens und um 6 Uhr abends das Hissen der Flagge stehend zu begrüßen.
Während des 2. Weltkriegs wurde Thailand von Japan teilweise besetzt. Hierbei zeigte Plaek keine eindeutige Haltung. Manche meinen, er hätte sich mit Großmacht-Gedanken in Gemeinsamkeit mit Japan getragen. Jedenfalls ließ er sein Kabinett allein zurück, als die Nachricht von Invasion am 8. Dezember 1941 eintraf. Der Verteidigungsminister ordnete an, daß die Soldaten zusammen mit der Polizei, den Rekruten und Zivilisten sich gegen die japanische Invasion zur Wehr setzen sollten, die an zahlreichen strategischen Stellen stattfand. Plaek erschien daraufhin wieder auf der Bildfläche, änderte die Anordnung des Verteidungsministers und ließ die Kapitulation erklären. Zudem kooperierte er nun mit Japan. Ein so genannter Freundschaftsvertrag wurde unterzeichnet, doch waren die Beziehungen beider Länder niemals eng. Inwieweit Thailand tatsächlich ein Partner Japans war, bleibt bis heute unklar.
Ein anderer Führer der Volkspartei, Pridi Banomyong, wurde als Repräsentant des Königs damit beauftragt, eine geheime Widerstandsgruppe, die Free Thai Movement, ins Leben zu rufen. Es ist nicht klar, inwieweit Plaek in diese Pläne eingeweiht war und sie möglicherweise unterstützte.
Als Plaek 1944 Planungen einer Verlegung der Hauptstadt von Bangkok nach Petchabun umzusetzen begann, wurde er zum Rücktritt gezwungen. Die Niederlage der Achsenmächte führte zu seiner Inhaftierung, doch wurde er vor dem Militärtribunal freigesprochen und ging für mehrere Jahre ins politische Exil. 1948 kehrte er nach einem Militärputsch wieder zurück und übernahm die Rolle des Premierministers ein zweites Mal. Diesmal war die Situation jedoch eine andere. Seine absolute Macht war geschwunden, er musste mit den mächtigen Clanführern Feldmarschall Sarit Dhanarajata und Polizeigeneral Pao Sri Yanon zusammenarbeiten.
Plaek näherte sich während des Beginns des Kalten Krieges den USA an und entsandte im Auftrag der UNO Truppen nach Korea. Das Ende seiner Amtszeit leiteten Verdächtigungen über Wahlbetrug ein, die zu einem Staatsstreich von Feldmarschall Dhanarajata führten. Plaek musste das Land wieder verlassen und setzte sich in Japan zur Ruhe, wo er 1964 starb.
Siehe auch: Premierminister von Thailand
Anmerkung zu thailändischen Familiennamen: 1920 wurden alle Staatsbürger verpflichtet, einen Nachnamen anzunehmen, davor waren nur einfache Namen üblich. Trotzdem spricht man sich im offiziellen Verkehr nur mit dem Vornamen an. Auch Namenslisten - wie Telefonbücher - sind alphabetisch nach den Vornamen sortiert. Daneben gibt es Spitznamen, die im Freundes- und Bekanntenkreis üblich sind.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Songkhram, Phibul |
| ALTERNATIVNAMEN | Pibul Songgram; Phibunsongkram; Plaek Khittsangkha |
| KURZBESCHREIBUNG | Feldmarschall, Premierminister und Militärdiktator |
| GEBURTSDATUM | 14. Juli 1887 |
| GEBURTSORT | Nonthaburi |
| STERBEDATUM | 11. Juni 1964 |
| STERBEORT | Japan |
