Physikalismus
Der Ausdruck Physikalismus wurde von Otto Neurath zur Kennzeichnung der Methode (bzw. genauer: Sprache) der Einheitswissenschaft innerhalb des Wiener Kreises geprägt.
Neurath sucht als gemeinsame Grundlage für die Einheitswissenschaft eine geeignete Sprache. Er orientiert sich dabei an dem Vorbild der Physik und fordert eine logisch-mathematisch strukturierte, mit raum-zeitlichen Parametern operierende Sprache (Protokollsätze).
Rudolf Carnap, ein anderer Vertreter des Wiener Kreises, der in seinem Frühwerk eine phänomenologische Position vertrat, schließt sich später dem Physikalismus an, weil er die physikalische Sprache für eine universelle und intersubjektive Sprache hält. In diesem Zusammenhang nennt er den Physikalismus auch einen "methodischem Materialismus".
Neben der eher sprachphilosophischen Auffassung von Physikalismus, gibt es Versuche eine physikalistische Ontologie aufzubauen. Kerngedanke dabei ist, dass die Welt eine raum-zeitliche Summe von Entitäten ist. Im Rahmen physikalistischer Ontologien wurde versucht, verschiedene Ebenen (wie das Psychische) auf das Physikalische zu reduzieren (zurückzuführen).
Sowohl die sprachphilosophischen als auch ontologischen Interpretationen des Wortes "Physikalismus" erscheinen einige Konzepte von Bewußtsein, dem Mentalen oder dem Psychischen als metaphysisch. Deswegen führten Überlegungen im Rahmen des Physikalismus in der analytische Philosophie des Geistes zum so genannte Leib/Seele-Problem zu Kontroversen. In diesen Diskussionen bezeichnet "Physikalismus" teils materialistische Positionen im Allgemeinen, teils eine bestimmte materialistische These, die Identitätstheorie.
Weblinks
Siehe auch: Biologismus; Materialismus; Thales' These: Alles ist Wasser.
