Tok Pisin

Die Pidginsprache Tok Pisin (gelegentlich auch noch Pidgin-Englisch) ist die am weitesten verbreitete Verkehrssprache in Papua-Neuguinea, u.a. im Norden des Landes. Es handelt sich um eine Variante des melanesischen Pidgin, zu dem auch Bislama auf Vanuatu, Pijin auf den Salomonen und Torres Creole auf den Inseln der Torres Strait (Australien) gehören.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Sprache dient hauptsächlich der Kommunikation zwischen Angehörigen verschiedener Sprachgemeinschaften, hat jedoch - anders als die meisten Pidgin-Sprachen - auch eine steigende Zahl von muttersprachlichen Sprecher. Die Sprache setzt sich aus englischen und melanesischen Elementen zusammen. Es gibt mehrere Dialekte, wie das stärker vom Englischen beeinflusste Waigani-Pidgin um Port Moresby. Tok Pisin entwickelt sich in Richtung einer Kreolsprache und hat auch schon einige typische Merkmale einer solchen, wie z.B die wachsende Anzahl von Muttersprachlern. Der Begriff Tok Pisin wird verstärkt nur für die moderne kreolisierte Form der Sprache verwendet.

Es besteht eine größere Ähnlichkeit und historische Verwandtschaft des auf den Inselprovinzen Papua-Neuguineas gesprochenen Tok Pisin mit Bislama auf Vanuatu und Pijin auf den Salomonen.

Geschichte der Sprache

Eine frühe Form des Tok Pisin war schon während der deutschen Kolonialherrschaft (siehe Bismarck-Archipel und Kaiser-Wilhelms-Land) unter den abwertenden Bezeichnungen tokboi (Dienersprache, von engl. "talk boy"), Kanakensprache oder "Englisch" bekannt.

Schon für die Zeit vor der Inbesitznahme Papua-Neuguineas durch die Deutschen ist die Existenz einer auf dem Englischen basierenden Pidginsprache bekannt. Walfang- und Handelsschiffe mit meist von den pazifischen Inseln kommender Crew nutzten oder brachten möglicherweise die Sprache in das Land.

Da erst in den 1880er Jahren vermehrt Neuguineer und Tobriander als Personal auf Handelsschiffen eingesetzt wurden und frühe Missionare vorher kaum Pidgin-Sprecher notierten, kann davon ausgegangen werden, dass die Frühform des Tok Pision sich erst ab dieser Zeit als Verkehrssprache ausbreitete. Ebenfalls förderlich für die Verbreitung der Sprache war der um diese Zeit stark expandierende Koprahandel, der ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Pazifik mit sich brachte.

Die Sprache Tok Pisin verändert sich schnell, so dass teilweise sogar die Verständigung zwischen den Generationen und zwischen ländlichen Gebieten und städtischen Ballungszentren erschwert wird.

Grammatik

So wie andere Verkehrssprachen hat auch Tok Pisin eine sehr einfache Grammatik. Es gibt weder Konjugation noch Deklination. Es gibt nur eine Vergangenheit und ein Futur, wobei sich das Verb nicht ändert, sondern die Zeit durch ein vorangestelltes Wort ausgedrückt wird. Eine grammatische Besonderheit der Sprache sind die zwei Formen des Personalpronomens in der 1. Person Plural, es gibt eine exklusive Form und eine inklusive Form. Bei der exklusiven Form werden die Angesprochenen nicht mit einbezogen, bei der inklusiven Form schon. Als Beispiel diene der Deutsche Satz: Wir wissen

Weblinks

20px Es gibt auch eine Wikipedia auf Tok Pisin.

See also: Tok Pisin, Australien, Bislama, Bismarck-Archipel, Deklination, Deutsche Kolonien, Dialekte, Englische Sprache, Futur