Pippin der Ältere

Pippin der Ältere oder Pippin von Landen († 640) war fränkischer Hausmeier in Austrien und der Stammvater des späteren Herrschergeschlechts der Karolinger bzw. Pippiniden. Er regierte von spätestens 625 bis zu seinem Tod.

Über Pippins Vorfahren ist so gut wie nichts bekannt. Allerdings müssen unter ihnen bereits bedeutsame Adlige Austrasiens gewesen sein, denn er verfügte nördlich der Ardennen über beträchtlichen Landbesitz und über eine große Klientel. Sein Weg zur Macht begann im Jahr 613, als er zusammen mit Bischof Arnulf von Metz und anderen austrasischen Adligen in einen inneren Machtkampf der Merowinger eingriff, indem er den neustrischen König Chlothar II. gegen die in Austrasien und Burgund herrschende Witwe Königs Sigiberts I., Brunichild, zu Hilfe rief. Nach ihrem Sturz herrschte Chlothar im ganzen Frankenreich, musste aber im Edictum Chlotharii die Machtpositionen des austrasischem Adels anerkennen.

Ein weiteres Zugeständnis war im Jahr 623 die Ernennung von Chlothars 15jähriger Sohn Dagobert I. zum Unterkönig in Austrasien. Dadurch erhielt das Teilreich, das von Pippin und Arnulf mit ihren Klienten dominiert wurde, eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb des Merowingerreiches. Pippin erhielt gleichzeitig eine wichtige Beraterposition und übernahm spätestens 625 auch formal den Titel eines Hausmeiers, des wichtigsten Amtsträgers im Königreich. Das Bündnis mit Arnulf stärkte Pippin, indem er seine Tochter Begga mit Arnulfs Sohn Ansegisel verheiratete. Da Chlothar II. jedoch 629 starb und sein Sohn nach Neustrien zog, um die Herrschaft im Gesamtreich zu übernehmen, konnte Pippin diese einflussreiche Position nicht auf Dauer behaupten, obwohl er den Titel eines austrasischen Hausmeiers behielt.

Erst als auch Dagobert I. 638 oder 639 starb, ohne Söhne im regierungsfähigen Alter zu hinterlassen, konnte Pippin mit Unterstützung des austrasischen Adels seinen Führungsansprüche wieder geltend machen.

Pippin der Ältere starb im Jahre 640. Im darauffolgenden Kampf um das Hausmeieramt setzte sich sein Sohn Grimoald der Ältere durch.

Pippin war mit Itta oder Iduberga verheiratet (* 592, † 652) die im Jahr 640 das Kloster Andenne stiftete. Das Paar hatte drei Kinder:


Kategorie:Mann Kategorie:Karolinger


See also: Pippin der Ältere, 17. März, 592, 613, 623, 625, 629, 638, 639, 640