Piz Badile
| Piz Badile | |
|---|---|
| Bild nicht gefunden Piz Badile mit Nordkante und Nordostwand. Fotograf: Mg-k | |
| Höhe: | 3.308 Meter |
| Breitengrad: | * |
| Längengrad: | * |
| Lage: | Graubünden, Schweiz |
| Gebirge: | Bergeller Alpen, Alpen |
| Erstbesteigung: | 1867 W.A. Coolidge mit F. und H. Dévouassoud |
| Leichteste Route: | Klettertour |
Der Piz Badile (italienisch: Pizzo Badile, der Name Badile bedeutet Schaufel) ist ein markanter Berg in den Bergeller Alpen im Süden des Kantons Graubünden. Über den Gipfel verläuft die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Italien. Er ist 3308 m hoch und erhebt sich zwischen der Val Bondasca im Norden, einem zum Bergell gehörigen Seitental, sowie der Val Masino im Süden, die direkt zur Adda entwässert.
Der Piz Badile ist der dominierende Gipfel der stark zerklüfteten Bondascagruppe, allerdings wird er vom rund 1 km östlich gelegenen Piz Cengalo (3369 m ü. M.) um ungefähr 60 m überragt. Die auffällige Nordkante des Piz Badile (V-) erhebt sich zwischen zwei zerrissenen Gletschern, dem Vadrec da la Trubinasca im Westen und dem Vadrec dal Cengal im Osten (Vadrec ist der Bergeller Name für Gletscher). Besonders imponierend ist die über 700 m nahezu senkrecht abfallende Nordostwand (V+/A0 oder VI+), die aus der Ferne wie eine glatt geschliffene Platte aussieht.
Der Berg besteht, wie die gesamten Bergeller Alpen, aus dem sogenannten Bergeller Granit, einem Granit mit auffällig grossen Kalifeldspatkristallen. Flüssiges Magma drang im Tertiär, vor etwa 30 Millionen Jahren, während einer vorübergehenden Ruhephase der Alpenbildung in die ostalpinen Decken ein. Deshalb wird der Bergeller Granit als Intrusivgestein bezeichnet.
Zusammen mit seinen Nachbargipfeln gehört der Piz Badile zu den berühmtesten Kletterbergen der Alpen. Der Normalweg führt von der italienischen Capanna Badile/Cap. Gianetti in der obersten Val Masino zum Gipfel (II). Ausgangspunkt für eine Bergbesteigung von der Schweizer Seite her sowie für anspruchsvollere Klettertouren ist die Capanna Sasc Furä (1904 m ü. M.), eine Hütte des Schweizer Alpenclubs, die vom Bergell über das Val Bondasca erreicht werden kann. Erstmals bestiegen wurde der Piz Badile 1867 über die Südflanke von W.A. Coolidge mit seinen Begleitern F. und H. Dévouassoud.
Schlagzeilen machte Hermann Buhl, als er 1952 die Nordostwand (Cassinführe) erstmals wiederholte, und zwar im Alleingang, nachdem er zuvor mit dem Fahrrad aus Landeck angereist war (und auch am gleichen Wochenende dorthin zurückkehrte).
