Plasmozytom


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Pathogenese und Therapie noch lückenhaft

Das Plasmozytom (auch Multiples Myelom oder Morbus Kahler) ist eine Erkrankung der Endzellen der B-Zell-Reihe, die durch eine Infiltration des blutbildenden Knochenmarks durch maligne Plasmazellen gekennzeichnet ist. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle produzieren die Plasmazellen ein monoklonales Immunglobulin, das im Blut nachweisbar ist; man spricht von einer monoklonalen Gammopathie.

Inhaltsverzeichnis

Epidemiologie

Die Inzidenz des Plasmozytoms liegt bei etwa 4 Neuerkrankungen/100.000 pro Jahr. Es ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters, das mediane Alter bei Diagnosestellung liegt bei 66 Jahren, nur 2% der Patienten sind jünger als 40 Jahre. Es tritt bei Männern etwas häufiger als bei Frauen auf, bei Afroamerikanern kommt die Erkrankung im Vergleich zur weißen US-amerikanischen Bevölkerung etwa doppelt so häufig vor.

Ursache

Die pathogenetische Ursache des Plasmozytoms ist weitgehend unbekannt. Diskutiert wird der Einfluss radioaktiver Strahlung, zum Teil wurden verschiedene genetische Translokationen beschrieben, deren Einfluss aber noch nicht geklärt sind. Mutationen in Onkogenen wurden ebenfalls beobachtet. Interessanterweise scheinen Häufungen bei bestimmten Berufsgruppen (Wald- und Lederarbeiter, Farmer) zu bestehen.

Pathogenese

Nach der klonalen Vermehrung einer entarteten Plasmazelle kommt es zur Infiltration des Knochenmarks mit folgender Zerstörung des Knochens und Verdrängung der normalen Hämatopoese. Die malignen Zellen bilden Antikörper oder Antikörperteile (sogenannte Leichtketten ).

Entsprechend dem gebildeten Antikörper werden folgende Typen unterschieden:

Symptome

Mögliche Symptome und Komplikationen sind:

Diagnose

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Monoklonale Gammopathie bei IgA-Plasmozytom
Nachweis einer monoklonalen Gammopathie im Blut und/oder einer Leichtkettenausscheidung im Urin durch Serumelektrophorese und Immunelektrophorese oder Immunfixation. Die Knochenmarkspunktion zeigt eine Infiltration durch teilweise atypische Plasmazellen. Osteolysen lassen sich mit konventioneller Röntgen-Untersuchung der Knochen nachweisen. Typische weitere Laborveränderungen sind eine sehr stark erhöhte BSG (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) sowie eine erhöhte LDH, ein erhöhtes CRP und ein erhöhtes β2-Mikroglobulin.

Stadieneinteilung

Die Einteilung nach Durie und Salmon unterscheidet 3 Stadien:

Stadium Merkmale
Stadium I Hämoglobin > 10 g/dl
Kalzium im Serum normal
maximal eine Osteolyse
IgG < 5 g/dl bzw. IgA < 3 g/dl
Leichtkettenausscheidung im Urin < 4 g/24h
Stadium II zwischen Stadium I und III
Stadium III mindestens eines der folgenden Kriterien:
Hämoglobin < 8,5 g/dl
erhöhtes Kalzium
mehrere Osteolysen
IgG > 7 g/dl
IgA > 5 g/dl
Leichtkettenausscheidung im Urin > 12 g/dl/24h
Zusatz
 A
 B

falls Kreatinin < 2 mg/dl
falls Kreatinin ≥ 2 mg/dl

Therapie

Im Stadium I wird nur bei Gefahr der Nierenschädigung durch die falschen Antikörper oder deren Leichtketten therapiert. Im Stadium II wird eine zyklische Chemotherapie durchgeführt. Das klassische Therapieschema nach Alexanian ist eine Kombination von Melphalan und Prednison. Alternativ zu Melphalan kann auch Cyclophosphamid oder Bendamustin eingesetzt werden. Bei jüngeren Patienten, bei denen eine autologe Stammzelltransplantation geplant ist, wird auf Melphalan zunächst verzichtet und mit VID (Vincristin, Idarubicin, Dexamethason) oder VAD (Vincristin, Adriamycin, Dexamethason) behandelt. Eine völlig neue Therapieoption ist die Behandlung mit dem Proteasominhibitor Bortezomib. Bei einem 50prozentigem Rückgang der Immunglobulinkonzentration kann von Remission gesprochen werden. Diese kann durch Gabe von Interferon α verlängert werden. Das Fortschreiten der Osteolysen kann durch die Gabe von Bisphosphonaten verzögert werden. Im Stadium III kann bei Knochenschmerzen und drohenden Frakturen eine lokalisierte Bestrahlung durchgeführt werden. Die Frakturpunkte werden operativ fixiert. Bei Infektanfälligkeit werden Antikörper gegeben, bei Anämie Bluttransfusionen durchgeführt. Das Hyperviskositätssyndrom kann kurzzeitig durch eine Plasmapherese behoben werden.

Literatur

Weblinks


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See also: Plasmozytom, Antikörper, Anämie, B-Lymphozyt, Bisphosphonat, Cyclophosphamid, Fraktur, Hämoglobin