Plastik (Kunst)

Plastik, ein aus dem Griechischen abgleitetes Lehnwort: plassein = formen, plastos = geformt - daher werden auch geformte Kunststoffe als Plastik, Engl. plastics bezeichnet. Skulptur dagegen ist Lehnwort aus dem Lateinischen: sculptura von sculpere = schneiden, gravieren.

Die Plastik ist eine Kunstform der Bildhauerei. Im Unterschied zur Skulptur, bei der das Kunstwerk etwa aus Stein herausgehauen wird, wird die Plastik aus bildsamen Massen modelliert, zum Beispiel aus Gips, Ton oder Plastillin, das nicht wie der Ton ständig feucht gehalten werden muß - oder auch gegossen (Gips, Beton, Bronze). Die Übertagung der weichen Modelle durch den dauerhaftenen Gipsabguß übernimmt der Former. Der Plastiker liefert also ein Modell, dessen Form dann der Steinbildhauer in dauerhaftes Material überträgt und wenn notwendig dabei auch vergrössert. Eine Alternative zu diesem Kopierprozeß ist die Ausführung eines Modells durch den Abguß mit flüssigem Metall in der spezialisierten Bildgießerei. Deren Nacharbeitung übernimmt der Ziseleur.

Der Bildhauer nimmt weg, der Plastiker baut auf. Die Begriffe Skulptur und Plastik werden jedoch aufgund der vom Originalmodell ausgehenden arbeitsteiligen Herstellungsprozesse synonym gebraucht.

Eine weiter Form der dauerhaften Ausführung von Modellen ist die Treibarbeit. In der griechischen Antike entstanden erste Plastiken in der Technik des Sphyrelaton. Aus dieser Technik der kalten Verformung von Blechen hat sich die mounumentale Treibarbeit entwickelt. Sie ist nicht wie der Bronzeguß selbsttragend, sondern wird von einem inneren geschweißten oder genieteten Metallgerüst stabilisiert (u.a. Firma Georg Ferdinand Howaldt, Braunschweig). Diese Metallgerüste haben sich zu einer selbständigen Kunstform entwickelt.

Siehe auch

See also: Plastik (Kunst), Bildgießerei, Bildhauerei, Georg Ferdinand Howaldt, Gips, Gipsabguß, Kunst, Lehnwort, Liste berühmter Bildhauer, Skulptur