Plenk

Das Wort Plenk bezeichnet im Netzjargon ein Leerzeichen vor einem Satzzeichen (z. B. Komma, Punkt, Ausrufezeichen), das dort nach den Regeln für den Schriftsatz bzw. für das Maschinenschreiben nicht hingehört. Das Setzen eines solchen falschen Leerzeichens wird als plenken bezeichnet.

Das Gegenstück, also das Weglassen von Leerzeichen nach dem Satzzeichen nennt sich Klempen.

Sowohl das Leerzeichen vor dem Komma als auch das Leerzeichen vor dem Ausrufezeichen gehören nicht dort hin, zumindest im Deutschen und vielen anderen Sprachen; anders z. B. im Neugriechischen und Französischen (siehe unten).

Leerzeichen vor Satzzeichen sind im Deutschen hingegen zulässig bei einem Gedankenstrich, vor Auslassungspunkten (wenn diese für mindestens ein ganzes Wort stehen; siehe auch Ellipse (Satzzeichen) sowie vor einem Bindestrich (Beispiel: PC-Herstellung und -Verkauf).

Plenks führen bei automatischem Zeilenumbruch zu unschönen Effekten wie folgendes Beispiel zeigt.

Hier kommt der Text. Ich denke
, ich plenke ! Du denkst , du plenkst
!
Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Das Wort Plenk ist eine Verballhornung vom engl. Blank. Seit Mitte der 1990er Jahre ist Plenk auch im deutschsprachigen Usenet ein feststehender Ausdruck.

Hinweis

Oben Gesagtes bezieht sich ausdrücklich auf Schriftsatz / Maschinenschrift, womit eine rudimentäre Druckschrift gemeint ist, wie sie zum Beispiel von Schreibmaschinen, aber auch mit einfacheren Textprogrammen erstellt wird. Im ‚richtigen‘ Drucksatz gibt es dagegen sogar eine reichhaltige Auswahl verschiedener Leerschritte, an denen in der Regel nicht umbrochen wird (‚ ‘, ‚ ‘, ‚ ‘, HTML:  ,  ,  ). Beispiele: ‚z. B.‘, ‚4. 07. 2005‘. Auch dem ‚einfachen‘ Bindestrich stehen Kollegen zur Seite (‚–‘, ‚—‘ HTML: –, —) und schließlich hat das Minus in Berechnungen sein eigenes Zeichen (‚−‘ HTML: −) neben dem ‚±‘ (HTML: ±) oder dem Bruchstrich (‚⁄‘ HTML: ⁄), wobei man jedoch in der deutschen Wikipedia, gemäß deutschen Standards, einen Doppelpunkt (:) setzen sollte.

Sonderfall Französisch

Im Gegensatz zum Deutschen und Englischen ist im Französischen die Verwendung eines Leerzeichens vor Fragezeichen (?), Ausrufezeichen (!), Doppelpunkt (:) und Semikolon (;) im Schriftsatz vorgeschrieben. Außerdem steht hier nach öffnenden («) und vor schließenden (») Anführungszeichen (guillemets) ein Leerzeichen. Diese Regel gilt auch bei Kombinationen von Satzzeichen: « Quoi ? »

Um einen ungewollten Zeilenumbruch zu verhindern wird dabei ein geschütztes Leerzeichen verwendet. Ist die Verwendung eines geschützten Leerzeichens nicht möglich, so gilt auch für das Französische, dass kein Leerzeichen zu verwenden ist.

Die Besonderheit des Französischen hängt mit der eigenen typographischen Tradition zusammen: so wurden in frühen Drucken sehr viele Kursiven verwendet; außerdem ist das Graphem f am Wortende häufiger als in anderen Sprachen.

Siehe auch: Webtypografie

Sonderfall Chinesisch

Da im Chinesischen nur Festbreitenschriften eingesetzt werden und die Punkte, Kommas usw. breiter sind, als sie sein sollten, werden im Chinesischen häufig die Leerzeichen weggelassen. Viele Chinesen übertragen das jedoch auch aufs Englische oder andere Sprachen, was dazu führt, dass Klempen unter Chinesen weit verbreitet ist.

See also: Plenk, 1990er, Ausrufezeichen, Bindestrich, Chinesische Sprache, Deutsche Sprache, Ellipse (Satzzeichen), Englische Sprache, Festbreitenschrift, Französische Sprache